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Er ist erst 19 Jahre alt und der A-Jugend entwachsen: Trotzdem gehört Steffen Meuer (links) schon zu den Leistungsträgern bei den Eisbachtaler Sportfreunden. Mit bisher 14 Treffern ist der Angreifer der gefährlichste Torschütze seiner Mannschaft in der Rheinlandliga.

Fußball-Rheinlandliga

Eisbachtal will noch Primus werden

Es ist eine delikate Situation für die Sportfreunde aus Eisbachtal. Bereits zum dritten Mal in Serie könnte der Club in der Fußball-Rheinlandligist auf dem zweiten Platz landen. Zur Winterpause liegen die Westerwälder auf diesem Rang. Schon zum Ende der beiden vorherigen Rheinlandliga-Spieljahre liefen die „Eisbären“ als Vize-Meister ins Ziel und scheiterten dann jeweils knapp in der Relegation zur Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar.

Die Vorzeichen, dass dieses Spieljahr nicht wieder fatal endet für die Eisbachtaler Sportfreunde, stehen nicht schlecht: Imposante 48 Punkte haben die „Eisbären“ in den bisherigen 21 Punktspielen gesammelt – so viele wie nie zuvor zu diesem Zeitpunkt unter Trainer Marco Reifenscheidt, der seit Sommer 2016 das Sagen in Nentershausen hat. Doch trotzdem reicht den Sportfreunden diese starke Ausbeute nicht für den ersten Platz, denn dort rangiert zurzeit mit zwei Punkten mehr auf der Habenseite der SV Morbach.

Die Hunsrücker dümpelten zuletzt vier Jahre in Folge im Mittelfeld des Verbandsoberhauses vor sich hin. Allem Anschein nach hat sich allerdings ausgezahlt, dass das Team sich nicht groß verändert wurde, und viele gute Nachwuchsspieler haben den Weg in die erste Mannschaft der Rot-Weißen aus Morbach gefunden.

„Dass sie so durchstarten, hätten sie selbst wohl nicht gedacht vor Saisonbeginn. Ich hätte nicht damit gerechnet“, sagt Eisbachtals Trainer Marco Reifenscheidt, der das Team von Trainer Thorsten Haubst als „die Überraschungsmannschaft schlechthin“ in dieser Saison bezeichnet. Doch der Eisbären-Trainer gibt sich kämpferisch: „Mein persönliches Ziel und das der Mannschaft ist weiterhin Platz eins.“

Im Großen und Ganzen zeigt sich der 37-Jährige nämlich mit dem bisherigen Saisonverlauf seines Teams zufrieden, in der es lediglich drei Niederlagen gab. Die bitterste war allerdings die Auftaktniederlage am ersten Spieltag gegen den Lokalrivalen Eintracht Glas-Chemie Wirges (1:2). „Das war ein Tiefschlag, von dem wir uns aber schnell wieder erholt haben“, blickt Reifenscheidt zurück.

In der Wintervorbereitung will der Eisbären-Trainer vor allen Dingen an einer Stellschraube ansetzen, obwohl man auch hier den zweitbesten Ligawert aufweist: „Wir müssen in der Defensive stabiler werden und dürfen nicht mehr so konteranfällig sein.“ Dagegen haben die Westerwälder mit 59 Toren – 27 davon gehen auf das Konto der Stürmer Steffen Meuer und Lukas Reitz – die treffsicherste Mannschaft der Liga.

In der Rheinlandliga selbst gibt es für Marco Reifenscheidt einige Teams, die ihn in dieser Saison überrascht haben – sowohl positiv als auch negativ. Nach dem SV Morbach nennt der Übungsleiter den Tabellenvierten SV Mehring. Nach enormen Startschwierigkeiten hat das Team von Trainer Frank Meeth zuletzt mit konstant starken Leistungen den Anschluss an die Spitzengruppe geschafft. „Sie werden in der Rückrunde eine große Rolle spielen“, prophezeit Reifenscheidt.

Dem am Anfang der Saison sensationell an die Tabellenspitze gestürmten Aufsteiger Ahrweiler BC ging gegen Ende des Jahres etwas die Luft aus. „Wenn man auf das Papier schaut, dann hätte man damit rechnen können, dass sie eine gute Rolle spielen“, zeigt sich Eisbachtals Trainer nur wenig überrascht von Platz fünf für den personell mit zahlreichen erfahrenen Spielern besetzten Club aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Was mich überrascht hat, ist, dass sich Malberg so schnell wieder gefangen hat“, blickt Reifenscheidt zurück. Das Team von Trainer Volker Heun legte zum Saisonstart eine Serie von Spielen ohne Sieg hin, fing sich anschließend und kletterte auf Platz zehn.

Die Negativüberraschung war dagegen für Marco Reifenscheidt der ehemalige Eisbachtaler Kooperationspartner Eintracht GC Wirges. Mit dem Sieg über Eisbachtal ließen die Blau-Weißen zu Saisonbeginn aufhorchen, doch danach lief nur wenig bei den Glas-Chemikern zusammen, die auf dem vorletzten Tabellenplatz überwintern. „Das hätte ich nicht gedacht“, zeigt sich der Eisbachtaler Trainer verwundert und hofft, dass das neue Trainerduo Serkan Öztürk/David Röhrig noch die Wende schafft – auch wenn beide Teams in der kommenden Runde nicht mehr in derselben Liga spielen sollten.

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