Wo führt die Reise hin? Das fragen sich auch Timo Schlag (links) vom SV Elz und der Spielertrainer des TuS Dietkrichen 2, Patrick Schmitt (rechts), der sich die Achillessehne gerissen hat und lange ausfallen wird.
+
Wo führt die Reise hin? Das fragen sich auch Timo Schlag (links) vom SV Elz und der Spielertrainer des TuS Dietkrichen 2, Patrick Schmitt (rechts), der sich die Achillessehne gerissen hat und lange ausfallen wird.

Fußball-Kreisoberliga Limburg-Weilburg

Der erklärte Favorit: TSG Oberbrechen

  • Marion Morello
    VonMarion Morello
    schließen

Das Wichtigste vorab: Alle Vereine der Fußball-Kreisoberliga Limburg-Weilburg wünschen sich, dass die Runde nach zwei Abbruch-Saisons endlich wieder ein sportliches Ende finden kann. Angesichts von 38 Spieltagen und einigen englischen Wochen ein ambitioniertes, aber mögliches Ziel, sofern das Virus nicht dazwischenfunkt.

Der Kreisoberliga-Meister darf in der Saison 2022/23 in der Gruppenliga ran. Die Relegation wird grundsätzlich ausgesetzt. Steigt aus der Gruppenliga Wiesbaden kein Limburg-Weilburger Verein ab, gibt es zwei Absteiger. Steigt ein Club ab, sind es deren drei. Kommen gar zwei Vereine runter, wird es vier Absteiger geben. Die Maximalzahl der Absteiger beträgt fünf, was aber nur passieren wird, wenn gleich drei Teams aus der Gruppenliga runter müssten.

Als Titelfavorit wird von den Kreisoberligisten am häufigsten der letztjährige Aufsteiger TSG Oberbrechen genannt. Es ist in großes Verdienst von Spielertrainer Alexander Schraut, dass sich die Oberbrecher in den letzten Jahren zu einer gewaltigen Hausnummer im Fußballkreis gemausert haben, so dass die vermeintliche Favoritenrolle nicht von ungefähr kommt.

Titelkandidat Nummer zwei ist für die Vereinsvertreter die SG Ahlbach/Oberweyer. Angesichts ihrer Spielstärke und punktuellen Verstärkungen erscheint es durchaus realistisch, dass die Meil-Elf ganz oben mitmischen könnte. Wäre da nicht der Ausfall von Spielertrainer Benjamin Kretschmer, der sich in der Vorbereitung schwer verletzt hat und lange ausfallen wird. Wenig überraschend kommt die häufige Nennung des TuS Frickhofen. Seit drei Jahren versucht die Elf von Trainer Metin Kilic nun den großen Wurf, geklappt hat es indes noch nicht. Zweimal hatte der Saisonabbruch die Hoffnungen der Grün-Weißen, im Klassement noch zu klettern, zerstört, ein anderes Mal war die SG Niedershausen/Obershausen einen Tick erfolgreicher. Durch die Verstärkung in der Defensive mit Florian Groß, der der sehr offensiv ausgerichteten Spielweise der Frickhöfer die nötige Stabilität verleihen wird, hat der TuS dieses Mal wirklich die Gelegenheit, ein ganz heißer Titel-Kandidat zu sein.

Als Geheimfavorit gilt der VfR 07 Limburg. Die Limburger haben mit dem Hessenliga-erfahrenen Markus Neugebauer einen Co.-Spielertrainer verpflichtet, der auf dem Platz unabhängig von seiner Qualität als Führungspersönlichkeit dienen dürfte. Der jungen Truppe von Trainer Thomas Janke wird diese Tatsache in die Karten spielen. Verbessern sich die Limburger auch im Umschaltspiel Richtung Defensive, könnte der große Wurf gelingen.

Gespannt darf der neutrale Beobachter sein, wie sich die SG Niedershausen/Obershausen nach dem Abgang von Torjäger Marvin Kretschmann (RSV Weyer) präsentieren wird. Nur so viel: Wer die Elf aus dem Kallenbachtal so gar nicht auf dem „Zettel“ hat, wird sich umschauen müssen. Die Oberlahner zählen mindestens zum erweiterten Favoritenkreis – und dort sehen sie sich auch selbst. Stichwort erweiterter Favoritenkreis: Der TuS Dietkirchen 2, der allerdings lange auf seinen verletzten Spielertrainer Patrick Schmitt verzichten werden muss, und der SC Offheim können sicherlich in der Lage sein, jede Spitzennmannschaft vor Probleme zu stellen. Ob es für ganz oben reicht, bleibt abzuwarten. Beim SV Mengerskirchen, der zwar wichtige Akteure verloren, dafür aber auch gute Spieler hinzugewonnen hat, zeigte sich in den Vorbereitungsspielen, dass in der Truppe reichlich Potenzial steckt. Vielleicht kann der SVM mit Trainer Tobias Schätzle entgegen vieler Unkenrufe für eine Überraschung sorgen.

Beim Blick in den Tabellenkeller einer ohnehin sehr ausgeglichenen Kreisoberliga fällt vor allem auf, dass die Clubs aus dem ehemaligen Oberlahnkreis vor Schwierigkeiten stehen könnten. Knifflig dürfte es vor allem für die SG Merenberg, die SG Oberlahn, den TuS Waldernbach und die SG Winkels/Probbach/Dillhausen werden. Der SV Thalheim hingegen hat gewaltig aufgerüstet und sollte in der Lage sein, sich aus dem gröbsten Schlamassel rauszuhalten.

Sollten keine allzu großen Wunder geschehen, müssten Vereine wie die SG Kirberg/Ohren, der FCA Niederbrechen, der SV Elz, die SG Taunus, die SG Weinbachtal und mit Abstrichen der FC Waldbrunn vor einer relativ entspannten Spielzeit 2021/2022 stehen. Aber meist liegt ja genau in dieser Annahme die große Gefahr. PATRICK JAHN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare