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Der FC Dorndorf will hoch, der SV Rot-Weiß Hadamar 2 nicht runter

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Spielen eine Saison mit unterschiedlichem Erfolg: Serkan Akcakaya (RSV Würges, unten) und Florian Kröner (FC Dorndorf).
Spielen eine Saison mit unterschiedlichem Erfolg: Serkan Akcakaya (RSV Würges, unten) und Florian Kröner (FC Dorndorf). © Klaus-Dieter Häring

Winterpause im NNP-Fußball-Land. Das ist die Gelegenheit, Bilanz zu ziehen. Heute blicken wir hinter die Kulissen der Gruppenliga Wiesbaden. Mit gleich vier Vereinen aus dem Fußballkreis Limburg-Weilburg ist das NNP-Land hier sehr gut vertreten.

An dieser Tatsache könnte sich aber einiges ändern, denn einmal riecht es nach Aufstieg Richtung Verbandsliga, und mindestens zweimal scheint der Abstieg in die Kreisoberliga unabdingbar. Für Tabellenführer FC Dorndorf, der noch immer ohne Niederlage ist, wird es darauf ankommen, die starken Leistungen auch in 2022 zu bestätigen – dann stehen die Chancen prächtig, ab Sommer eine Etage höher zu kicken. Um den Klassenerhalt kämpfen muss unter Umständen noch der SV Rot-Weiß Hadamar 2, während die SG Selters praktisch schon abgestiegen ist. Minimalchancen hat noch der RSV Würges.

FC Dorndorf. 18 Spiele, 15 Siege, drei Unentschieden – kein Zweifel: Das ist die Bilanz einer absoluten Top-Mannschaft. Für den FC Dorndorf und Spielertrainer Florian Hammel könnte die Ausgangslage besser kaum sein. Mit dem TuS Hornau scheint es nur noch einen ernsthaften Mitkonkurrenten um die Meisterschaft zu geben. Die Kelkheimer weisen vier Zähler Rückstand auf, doch die Dorndorfer haben noch das Nachholspiel gegen Hadamar 2 in der Hinterhand. Was vor allem auffällt: Die Schwarz-Weißen sind kein Team, das seine Gegner regelmäßig an die Wand spielt. Vielmehr sind einige Partien sehr eng verlaufen, in denen sich der FCD in den Schlussminuten noch durchsetzte. Das spricht vor allem für eine starke Fitness und den Glauben daran, jederzeit Tore schießen zu können. Von den ersten zehn Spielen, die allesamt gewonnen worden waren, bogen die Schwarz-Weißen fünfmal einen Rückstand in einen Sieg um oder waren in den letzten Spielminuten entscheidend erfolgreich – sicherlich eine Statistik, die ihresgleichen sucht. Nach der ersten Punkteteilung in einem kniffligen Spiel gegen den FC Eddersheim 2 (1:1) folgten erneut vier Siege, ehe das Remis beim FC Bierstadt folgte – es war wohl die Partie, in der der Liga-Primus am ehesten vor einer Niederlage stand. Nach dem torlosen 0:0 gegen die SG Oberliederbach gab es noch einen 6:0-Kantersieg bei der TSG Wörsdorf. Die Vorzeichen für 2022 stehen also herausragend, klar ist aber auch, dass in und um den „Oiwernpark“ niemand nachlassen sollte.

SV Rot-Weiß Hadamar 2. Für die Hadamarer hatte die Saison ebenfalls ganz stark begonnen. Trainer Heiko Weidenfeller, der seine Truppe trotz namhafter Abgänge stärker eingeschätzt hatte als in der Vorsaison, schien zunächst Recht zu behalten. Die Hessenliga-Reserve verlor zwar gegen den FC Eddersheim 2 (1:2), startete dann aber eine tolle Serie mit fünf Siegen am Stück und sagenhaften 23 Toren. Der Knackpunkt der Hinrunde war zweifelsohne die späte 0:1-Derby-Niederlage gegen Dorndorf. Ab diesem Zeitpunkt wirkte vieles wie eine Verschwörung gegen die Rot-Weißen, die auch aufgrund vieler Verletzungen und einiger Platzverweise durch Undiszipliniertheiten auf einen Abstiegsrang abrauschten. Lediglich ein Zähler beim 3:3 gegen Okriftel aus den folgenden sieben Spielen waren eine Bilanz des Schreckens. Erst das Kreisderby gegen die SG Selters, in dem die Hadamarer zur Pause mit 1:2 hinten gelegen hatten und abermals in Unterzahl agierten, letztlich aber noch 5:2 gewannen, bugsierte die Weidenfeller-Elf wieder „über den Strich“. Die letzten vier Spiele verliefen ausgeglichen: klare Niederlage beim TuS Hornau (0:4), klarer Sieg gegen Hellas Schierstein (7:0), klare und überraschende Pleite gegen den TSV Bleidenstadt (1:4) und ein letztlich deutlicher und keineswegs einkalkulierter Auswärtssieg beim VfB Unterliederbach (7:4). Zwar rangiert der SV Rot-Weiß Hadamar 2 in der Winterpause auf dem ersten Abstiegsplatz, doch das Nachholspiel gegen Dorndorf könnte die Fürstenstädter im Siegesfall bis auf Rang neun katapultieren. Im Normalfall müsste es am Ende auch für den Klassenerhalt reichen. Kurios: Den Tabellenvierten, Okriftel, trennen gerade einmal acht Punkte vom ersten Abstiegsplatz.

RSV Würges. Beim ehemaligen Oberligisten RSV Würges ist nach dem Abbruchjahr abermals Ernüchterung eingekehrt. Satte 17 Punkte Rückstand weist der RSV aktuell auf das rettende Ufer auf. Nur die kühnsten Optimisten dürften noch an den Klassenerhalt glauben. Zwei Siege, vier Punkteteilungen und 13 Niederlagen sprechen eine recht deutliche Sprache. Wie viele andere Vereine auch, war die Mannschaft von Spielertrainer Hussen Harmouch durch unzählige Verletzungen geplagt, die es kaum möglich machten, mit einer eingespielten Truppe zu Werke zu gehen. Vier zum Teil sehr deutliche Niederlagen mussten zu Beginn verkraftet werden, ehe das 1:1 im Derby gegen die TSG Wörsdorf ein bisschen Mut machte. Als dann aber erneut drei Pleiten – ohne eigenen Treffer – folgten, war die Bedeutung des Derbys bei der SG Selters immens. Die „Roten“ behielten die Oberhand (2:0) und verbesserten ihre Position. Der Derbysieg schien den Würgesern irgendwie einen Schub verliehen zu haben. Zwar setzte es gegen Top-Team TuS Hornau eine hauchdünne Pleite (1:2), dann aber bejubelte die Harmouch-Elf einen kuriosen 3:2-Erfolg in Schierstein. Die Formkurve zeigte schon sichtbar nach oben, doch so richtig sollte der „Turnaround“ nicht gelingen. Die Leistungen waren oftmals ordentlich, doch im Endeffekt reichte es nur noch zu drei Punkteteilungen aus den acht Spielen bis zur Winterpause. Angesichts von voraussichtlich sechs Absteigern und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass bis auf die Fvgg. Kastel alle Kellerkinder eifrig angefangen haben, zu punkten, dürfte das Unterfangen Klassenerhalt also nur noch sehr schwer zu realisieren sein.

SG Selters. Noch deutlich schlechter ist die Lage bei der SG Selters. Die „Wassermänner“ hatten in der ersten Abbruch-Saison einen famosen neunten Tabellenplatz hingelegt. Niemand konnte davon ausgehen, dass die neue Runde derart schlecht verlaufen würde. Mit mickrigen vier Zählern ist das „Buch Gruppenliga“ nach nur eineinhalb Jahren eigentlich wieder geschlossen. In Nieder- und Oberselters haben sich die Verantwortlichen allerdings mit der Situation abgefunden. Die Spielgemeinschaft, die seit einer gefühlten Ewigkeit nahezu ausschließlich auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs setzt, wird anders als viele „Exoten“ in der Gruppenliga nicht auseinanderfallen. Zum Auftakt hatte es ein hoffnungsvolles 2:2 gegen Schierstein gegeben. Wenig deutete daraufhin, dass es ab diesem Zeitpunkt brachial bergab gehen würde. Zwar hatten auch die „Wassermänner“ mit erheblichen Verletzungsproblemen zu kämpfen, dass es aber fortan 14 – zum Teil heftige – Niederlagen zu verdauen gab, hatten sich alle Beteiligten anders vorgestellt. Zwar schnupperte die SGS immer wieder an Überraschungen, wie etwa in Bleidenstadt (1:2), nach 60 starken Minuten gegen den FC Dorndorf (0:3) oder auch bei der Fvgg. Kastel (0:3) – zu Zählbarem hat es aber nie gereicht. Der Tiefpunkt, ein 1:8 in Bierstadt, läutete dann aber leistungstechnisch bessere Wochen ein. In Hadamar war trotz Pausenführung und Überzahl mehr drin gewesen (5:2), ehe der einzige Saisonsieg folgen sollte. Und der war so gar nicht einkalkuliert: Beim Vierten, Okriftel, lag die SGS schon 0:2 zurück, drehte das Spiel aber noch in einen 3:2-Sieg. Zum Jahresende standen aber wieder Pleiten an der Tagesordnung. PATRICK JAHN

Gruppenliga Wiesbaden

1. FC Dorndorf 18 15 3 0 48:13 48

2. TuS Hornau 19 14 2 3 65:23 44

3. SV Wiesbaden 19 11 2 6 50:37 35

4. Germ. Okriftel 18 10 3 5 56:27 33

5. FC Eddersheim 2 19 10 3 6 47:35 33

6. Unterliederbach 18 10 2 6 48:46 32

7. Oberliederbach 19 9 4 6 37:32 31

8. FC Bierstadt 19 8 5 6 50:43 29

9. SG Hoechst 19 9 1 9 48:49 28

10. Niederhöchstadt 19 8 4 7 34:35 28

11. TSG Wörsdorf 19 8 3 8 44:40 27

12. SGN Diedenbergen 19 7 6 6 34:31 27

13. SV RW Hadamar 2 18 8 1 9 53:45 25

14. TSV Bleidenstadt 19 6 3 10 31:48 21

15. Hellas Schierstein 19 5 2 12 31:61 17

16. RSV Würges 19 2 4 13 19:46 10

17. Fvgg. Kastel 19 2 3 14 20:42 9

18. SG Selters 19 1 1 17 21:83 4

Die Torjäger

1. Janic Pessel (FC Eddersheim 2) 18

2. Ersen Albayrak (SV Wiesbaden)

Larion Kosuchin (SV RW Hadamar 2)

Athanasios Nakos (Hellas Schierstein) 17

5. Dorian Miric (VfB Unterliederbach)

Abdoulaye Junior Toure (TSG Wörsdorf) 15

7. Julien Antinac (SG Hoechst)

Tim Claas (TuS Hornau) 12

9. Fabio Dahlem (FC Dorndorf)

Ahmet Gök (SG Hoechst)

Candas Kara (FC Germ. Okriftel)

Mo Reza Kazerooni (SV RW Hadamar 2) 11

13. Muh. Diniz Bin Irwan (SG Oberliederbach)

Alim Göcek (SV Wiesbaden)

Florian Kröner (FC Dorndorf)

Renato Pereira (FC Bierstadt)

Cedric Siewe Nana (TSG Wörsdorf)

Thomas Wilhelmy (FC Dorndorf) 10

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