Werner Ludwig beim Aussäen auf dem Hangenmeilinger Rasenplatz.
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Werner Ludwig beim Aussäen auf dem Hangenmeilinger Rasenplatz.

FSV Hangenmeilingen

Der „Herr des Rasens“ hat immer was zu tun

  • Marion Morello
    VonMarion Morello
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Auch in Corona-Zeiten und bei Fußball im Dauer-Ruhestand gibt es auf den Sportplätzen einiges zu tun. Davon weiß auch Werner Ludwig, seit mehr als drei Jahrzehnten Platzwart des FSV Hangenmeilingen, ein Lied zu singen.

Einsam ruht der Platz. Hier, wo es tolle Auswahlspiele mit internationalen Superstars gegeben hat, wo dramatische Auf- und Abwehr-.„Schlachten“ geschlagen wurden, hat Corona alles lahmgelegt. Am Eingang zum Sportplatz in Hangenmeilingen hängt das Schild mit der Aufschrift „Gesperrt“. Der Rasenplatz ist nach wie vor einer der schönsten im Kreis Limburg-Weilburg. In sattem Grün liegt er am Rande des Dorfes als warte er förmlich darauf, endlich wieder bespielt zu werden.

Einer, der das Absperrschild einfach ignoriert, ja, ignorieren muss, ist Werner Ludwig. Denn er ist der „Herr des Rasens“. „Seit über 30 Jahren kümmere ich mich gemeinsam mit Peter Nied um die Pflege des Rasenplatzes“, erzählt der sympathische Mann vom FSV Hangenmeilingen bei einem Besuch am frühen Samstagmorgen. Dass Werner Ludwig sein „Handwerk“ versteht, davon erzählen die vielen Kommentare im Fußballkreis, wenn die Rede auf den Rasenplatz in Hangenmeilingen kommt. Ein Job, der Werner Ludwigs Einsatz das ganze Jahr über fordert und der auch vor Corona nicht Halt macht.

Im Frühjahr gilt es, den Platz zu reinigen, von Ästen und Laub zu befreien. Dann wird gedüngt, und zwar nach einem ausgeklügelten Plan. Anschließend kommt die große Walze zum Einsatz, und die Löcher werden abgesandet. Vor den Toren müssen die berühmtberüchtigten Torwartstellen ausgebessert werden. Hier kommt entweder Rollrasen oder eine Nachsaat zum Einsatz. Ab März heißt es dann, mindestens einmal wöchentlich zu mähen und am Spieltag – sofern das irgendwann wieder sein wird – den Rasen auf Spielhöhe zu bringen. „Das Gras ist dann nicht höher als zwei bis drei Zentimeter“, erläutert Werner Ludwig.

Linien abstreuen müssen die Spieler

Einen Arbeitsschritt hat der FSV-Platzwart allerdings bewusst abgegeben: „Um das Abstreuen des Platzes mit Linien und dem Mittelkreis kümmern sich die Spieler“, erzählt er mit einem Schmunzeln im Gesicht. Für das satte Grün sorgt im Sommer die Bewässerung, die über ein System geschieht, das von Peter Nied konzipiert und aufgebaut wurden. Dieses besondere System sorgt für die Entnahme von Wasser aus dem angrenzenden Bachlauf. Über eine Drainage läuft das Wasser zurück in die am Rande des Sportplatzes liegende Zisterne. Die Bewässerung kommt vor allem im Spätsommer bei entsprechender Hitze zum Einsatz. Im Herbst wird mit der kleinen Walze gearbeitet, Blätter und Unkraut entfernt.

Alle zwei bis drei Jahre muss der Platz komplett „aerifiziert“ werden. Man ahnt es schon: In den Rasen werden Löcher gestanzt, dann wird vertikutiert und die Löcher mit einem Spezialgerät mit Sand gefüllt.

Und was machen die lieben, süßen Maulwürfe? Da kann Werner Ludwig Entwarnung geben. „Damit haben wir keine Probleme, eher mit ein paar Wühlmäusen.“ Dass der FSV Hangenmeilingen auch vor kleinen Unglücken nicht gefeit ist, zeigte sich erst kürzlich, als ein Sturm einen großen Baum am Rande des Platzes umgeknickt hatte. Er stürzte auf die Trainingstore, die komplett zerstört wurden. Ansonsten ist das Sportgelände samt Vereinsheim picobello. Beides, Sportplatz und Vereinsheim, möchte Werner Ludwig gerne wieder in Betrieb sehen, damit seine mühevolle Arbeit auch einen Sinn hat. KLAUS-DIETER HÄRING

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