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Der psychologische Vorteil ist auf Oberurseler Seite

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Von: Thorsten Remsperger

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Erbitterter Kampf: Dilltals Sebastian Ulm (links) packt den Oberurseler Alexander Mertzlin (Bildmitte) am Trikot.
Erbitterter Kampf: Dilltals Sebastian Ulm (links) packt den Oberurseler Alexander Mertzlin (Bildmitte) am Trikot. © Gerhard Strohmann

Die Männermannschaft der TSG Oberursel gewinnt das packende Hinspiel um den Aufstieg in die Landesliga gegen die HSG Dilltal mit 23:22. Die Entscheidung fällt am Samstag.

Bad Homburg -Giovanni Ilestro wusste kaum, wie ihm geschieht. Blitzschnell hatten ihn seine jubelnden Mitspieler unter sich begraben. Ilestro hatte im hastig vorgetragenen letzten Zehn-Sekunden-Angriff mit dem letzten Wurf von Linksaußen das letzte Tor erzielt - zum 23:22. Und die TSGO-Handballer stürmten aus allen Ecken des Spielfeldes und von der Bank zu Ilestro. Sie feierten den Sieg, als wären sie bereits in die Landesliga Mitte aufgestiegen.

Doch die rasch aus der aufgeheizten Hochtaunushalle verschwindenden Akteure der HSG Dilltal haben am Samstag (17 Uhr) im Rückspiel die Möglichkeit, zurückzuschlagen und die Aufstiegsspiele der beiden Bezirksoberliga-Zweiten in Summe noch für sich zu entscheiden. "Das wird eine harte Nummer", weiß Oberursels Tobias Hentschel, "es ist alles offen."

Der 30-jährige Kreisläufer war am frühen Donnerstagabend so etwas wie der Kitt, der die Mannschaft des Gastgebers zusammenhielt. Vorne verschaffte er seinen Mitspielern Räume und verwandelte seine Torchancen sicher, hinten bildete er im Wechsel mit Timo Günther und Lennart Müller einen Mittelblock, der in dieser Form auch gegen die meisten Gegner in der zweithöchsten hessischen Spielklasse bestehen würde. Doch ob die TSGO sich ab September dort beweisen darf, hängt laut Trainer Mario Ljubic nicht nur damit zusammen, dass "die Abwehr hinten dicht sein muss. Wir müssen klarer in unseren Abschlüssen sein."

Von Nervosität waren weite Strecken der Partie geprägt, zu der rund 250 Zuschauer gekommen waren. Die Gäste aus der Nähe von Wetzlar, eine Spielgemeinschaft aus TV Katzenfurt, TV Werdorf und TV Ehringshausen, hatten zwei Busse mit Fans aufgefüllt, die grün-weiße Fahnen schwenkten. Für die TSGO trommelten Anhänger des TV Petterweil in Gelb-Schwarz. Dessen 2. Mannschaft erhofft sich noch den Aufstieg aus der Bezirksliga A, falls Oberursel den Platz in der Bezirksoberliga freimacht.

Nervenflattern zeigte sich vor allem bei den Torwürfen. Im ersten Abschnitt konnten die sehr guten aufgelegten Torhüter Ian Michelson (TSGO) und Nico Rußmann einige Bälle entschärfen, darunter auch je zwei Strafwürfe. "8:7 zur Pause - die Abwehr war grandios, vorne haben wir aber zu viel liegen lassen", kommentierte Ljubic.

Bei schwülwarmen Temperaturen kamen die Teams auch nach dem Wechsel kaum zu dem Tempospiel, das sie eigentlich auszeichnet. Bei der TSGO kämpften sich Martin Walz und Achim-Menelik Baxmeyer durch, die unter der Woche mit Fieber im Bett gelegen hatten. Baxmeyer, noch der A-Jugend zugehörig, brachte als dritte Option auf Rückraum Mitte Ordnung ins Spiel der Hausherren und legte immer wieder gut an den Kreis ab. Es gelang Oberursel aber nicht, sich mit mehr als drei Tore abzusetzen. Und als Hentschel für zehn Minuten zum Verschnaufen auf der Bank saß, hatten die Dilltaler mit geschicktem Spiel über ihren routinierten Kreisläufer Micha Wiener (7) die Partie gedreht. Plötzlich lagen sie mit 19:18 in Führung (54.). Hentschel (2) und der ebenfalls erfahrene Ilestro (3), Mann der Schlussminuten, behielten jedoch die Nerven und konterten die jeweiligen Gegentreffer der Gäste. Auch als die stark pfeifenden Schiedsrichter Hoffelner/Siedel (Oberhessen/Bensheim) gegen Walz noch eine Zeitstrafe verhängt hatten.

"Nach dieser langen Saison ist die Relegation schon eine Herausforderung und kostet ganz schön Körner", schnaufte Hentschel am Ende durch, "heute und morgen wird zweimal früh ins Bett gegangen" - ehe am Samstag um 17 Uhr der zweite heiße Tanz in der Sporthalle von Aßlar-Werdorf über die Bühne geht.

TSGO: Michelson, Witzel; Hentschel (5), Scheich (4/2), Günther (4), Ilestro (3), Gogolin, Müller (je 2), Walz (2/2), Mertzlin, Baxmeyer, Dießner, Schmidt, Macho.

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