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Geisterspiel-Atmosphäre herrscht am Freitagabend im Viertelfinalspiel des DTTB-Pokals in Ober-Erlenbach.

Tischtennis, DTTB-Pokal

Der TTC OE Bad Homburg verpasst den Sprung ins Final Four

  • Thorsten Remsperger
    vonThorsten Remsperger
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Im ersten "Geisterspiel" der Vereinsgeschichte gibt es am Freitagabend eine 0:3-Niederlage gegen Grünwettersbach.

Ober-Erlenbach -Das hatte es noch nicht gegeben. Aufgrund der gestiegenen Infektionszahlen im Hochtaunuskreis kam es am gestrigen Freitagabend zu einem Novum in der Vereinsgeschichte: Die Tischtennis-Profis des TTC OE Bad Homburg mussten als Vorsichtsmaßnahme wegen der Corona-Pandemie vor leeren Rängen spielen. Besser gesagt, waren die Tribünen in der Wingert-Sporthalle für das Pokal-Viertelfinale gar nicht erst ausgefahren worden. Außer den nach jedem Ballwechsel fleißig applaudierenden Teammitgliedern der beiden Mannschaften befanden sich noch einige Papp-Aufsteller am Center Court, die Anhänger des TTC OE abbildeten.

Der Spielverlauf passte aus Sicht der Gastgeber dann zur gespenstischen Atmosphäre. Nach nicht einmal zwei Stunden hatte Bundesligist ASV Grünwettersbach den gleichklassigen Neuling mit 3:0 abgefertigt. Der Titelverteidiger aus Baden zog ungefährdet ins Final Four um den DTTB-Pokal ein, von dem die Ober-Erlenbacher zum zweiten Mal nach 2015 träumten. Damals hatte man als Zweitligist überraschend die Runde der letzten Acht erreicht.

Die tolle Entwicklung

des Dang Qiu

Aus diesen erfolgreichen Zweitliga-Zeiten kennen die Tischtennis-Fans im Taunus noch Dang Qiu. Der Sohn des früheren chinesischen Nationalspielers Qiu Jianxin fasste einst in Bad Homburg Fuß im Profi-Tischtennis. Inzwischen ist der 23-Jährige zum deutschen Nationalspieler gereift. "Er hat richtig was drauf und sich unwahrscheinlich gemacht, seitdem er bei uns weggegangen ist", lobte Bernd Röschenthaler, einer der beiden Geschäftsführer der Ober-Erlenbacher Spielbetriebs-UG.

Im dritten und letzten Spiel des Abends hatte Rares Sipos den Ex-Ober-Erlenbacher zwar im ersten Satz kalt erwischt (11:6), danach demonstrierte Dang Qiu aber seine Klasse: 11:2, 11:5, 11:6.

Zum Auftakt hatten sich Lev Katsman, erneut als Nummer eins für Bad Homburg nominiert, und der Slowene Deni Kozul das spannendste Spiel geliefert, in dem sich der junge Russe durch zwei umstrittene Entscheidungen des Schiedsrichters kurzzeitig aus dem Konzept bringen ließ. Kozul siegte mit 11:9, 9:11, 11:3 und 11:9.

Danach griff Gustavo Tsuboi gegen Wang Xi an. Nach Absprache mit der Mannschaft hatte Trainer Tobias Kirch den Brasilianer "an zwei" nominiert, da dieser gegen Abwehrspezialisten wie Wang Xi eigentlich gern spielt. Tsuboi verpasste nach dem 8:11 im ersten Durchgang aber trotz einer 9:3-Führung den Satzausgleich.

"Gustavo hat die ,eiserne' Hand bekommen, wie man im Tischtennis sagt", bedauerte Röschenthaler, "es ist nichts mehr gegangen." Mit 12:10 und 11:9 holte sich der Grünwettersbacher Routinier auch die beiden nächsten Sätze und damit den Sieg zum zwischenzeitlichen 2:0. "Glückwunsch an Grünwettersbach. Die individuelle Klasse des Gegners hat einfach den Ausschlag gegeben", kommentierte Sven Rehde, Sportlicher Leiter des TTC OE.

Nach dem heutigen Regenerationstag bricht die Mannschaft am Sonntagmorgen nach Thüringen auf, wo um 15 Uhr das nächste Ligaspiel beim Post SV Mühlhausen ansteht. Mit dabei soll beim Schlusslicht dann auch Maksim Grebnev sein, der wegen seiner zweiwöchigen Quarantäne - ein russischer Coach war positiv auf Covid 19 getestet worden - noch Trainingsrückstand aufweist. "Wir werden auch aus dem heutigen Spiel das Positive mitnehmen", blickte Rehde am Freitagabend schon voraus, "die Aufgabe wird aber ähnlich schwer für uns."

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