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Der TV Hofheim ist Meister der 2. Bundesliga Süd

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Von: Michael Löffler

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Sie holten in Dortelweil den entscheidenden Punktgewinn: Sebastian Grieser und Mareike Bittner. FOTO: alix nickel
Sie holten in Dortelweil den entscheidenden Punktgewinn: Sebastian Grieser und Mareike Bittner. © Alix Nickel

4:3-Sieg in Dortelweil macht Titelgewinn perfekt - Schwanheimer bleiben Zweitligist

Main-Taunus -Die Sporthalle der Bad Vilbeler Europäischen Schule Rhein-Main war in der Hand der Hofheimer Badminton-Fans. Nur Sekunden, nachdem Sebastian Grieser/Mareike Bittner den ersten Matchball verwandelt hatten und der Sieg beim SV Fun-Ball Dortelweil II feststand, knallten die ersten Sektkorken. Der TV Hofheim feierte den Titel in der 2. Badminton-Bundesliga Süd. "Das war unser Traumziel", gestand ein gerührter Abteilungsleiter Horst Emrich.

Aufsteigen in die 1. Bundesliga wollen die Hofheimer nicht. Das mahnende Beispiel Jena, mit der Aufstiegsmannschaft abgeschlagenes Schlusslicht, das gegen die mit gut bezahlten Profis aus aller Welt bestückte Konkurrenz chancenlos war, brachte die Verantwortlichen zum Verzicht. "Bei uns wird es keine bezahlten Profis geben. Deshalb haben wir das Aufstiegsrecht dem Tabellenzweiten Offenburg überlassen, der schon Ausländer im Team hat und nach oben will", so Emrich weiter. Ein Highlight möchte er mit der Mannschaft noch veranstalten. Da anschließend die erste Dortelweiler Mannschaft gegen den TV Refrath spielte, wurde bei einem Gespräch mit den Refrather Spielern die Idee geboren, in Hofheim ein Match zwischen dem TVH und dem in der Nordgruppe siegreichen TV Refrath II um den Titel in der 2. Bundesliga" auszutragen. Ob und wenn ja wann dieses "Meisterschaftsduell" stattfinden wird, soll in den nächsten Tagen festgelegt werden.

Der Weg der Hofheimer auf den Thron der Südgruppe wurde durch die Abwesenheit von Anika Dörr (30 Siege in 33 Begegnungen) erschwert, die eine lange geplante Reise unternahm. So wurde im Lager der Hofheimer improvisiert. Mareike Bittner spielte das Einzel und Mixed.

Im Damen-Doppel bekamen in Marktheidenfeld die erst 15 Jahre jungen Marie Führmeyer und Chaska Heidenreich die Gelegenheit, Bundesligaluft zu schnuppern. Dass der Favorit bei den Unterfranken 3:4 unterlag, lag aber nicht daran, sondern an der unerwarteten Stärke der Gastgeber. Der Höhepunkt der Begegnung war das Duell der ersten Herren, in dem Johannes Grieser trotz einer starken Leistung dem überragenden Hannes Gerberich unterlag. Pech hatten die Hessen im zweiten Herren-Einzel: Lukas Vogel machte im fünften Satz mit einem Schmetterball den vermeintlichen Punkt zum 11:10, doch der Schiedsrichter sah ein Übergreifen der Netzkante und gab den Punkt an Fabian Hippold, der danach seinen Matchball verwandelte. "Ich saß direkt am Netz, konnte die Aktion genau sehen. Der Schlag war korrekt, wir wurden durch die Fehlentscheidung klar benachteiligt", ärgerte sich Emrich.

TV Marktheidenfeld - TV Hofheim 4:3 (2:1 Punkte). Hannes Gerberich/Fabian Hippold - Johannes und Sebastian Grieser 11:8, 10:12, 8:11, 11:9, 6:11, Sara Janssens/Jule Keil - Marie Führmeyer/Chaska Heidenreich 11:2, 11:2, 11:7, Thomas Fuchs/Heiko Piehl - Lars Rügheimer/Sebastian Kelch 9:11, 11:9, 11:6, 11:6, Gerberich - Johannes Grieser 10:12, 11:8, 11:5, 11:8, Janina Schumacher - Mareike Bittner 5:11, 8:11, 9:11, Fuchs/Nicole Schnurrer - Sebastian Grieser/Bittner 14:15, 5:11, 7:11, Hippold - Lukas Vogel 8:11, 11:8, 8:11, 11:5, 12:10.

Perfekt gemacht wurde die Meisterschaft mit einem 4:3-Sieg in Dortelweil. Obwohl das Damendoppel kampflos abgegeben wurde, Johannes Grieser zugunsten von Lars Rügheimer verzichtete, da dieser nach seiner langen Verletzungspause ein Einzelspiel bekommen sollte und Laurin Witt seinen ersten Bundesliga-Einsatz bekam, reichte es für den Süd-Meister zum Sieg. Die Gäste gingen schnell mit 3:0 in Führung, dann machte das Mixed-Paar den Triumph sehr zu Freude des Publikums, das bis auf vier Bad Vilbeler nur Hofheimer Fans bildeten, den benötigten vierten Punkt.

SV Fun-Ball Dortelweil II - TV Hofheim 3:4 (1:2 Punkte). Petra Herzog - Bittner 3:11, 2:11, 3:11, Huy-Van Ta/Christian Dumler - Sebastian und Johannes Grieser 6:11, 7:11, 9:11, Sandro Kulla/Dominik Proschmann - Kelch/Vogel 11:8, 5:11, 6:11, 11:7, 6:11, Damendoppel kampflos an Dortelweil, Kulla - Rügheimer 11:8, 12:10, 5:11, 11:6, Ta/Xuan Giao-Tien Nguyen - Sebastian Grieser/Bittner 11:13, 6:11, 7:11, Proschmann - Laurin Witt 11:3, 11:7, 9:11, 11:3.

Glück im Unglück hatte die TuS Schwanheim. Trotz von allen Beteiligten vorgelegten Impfnachweisen und Tests mussten nachträglich vier Schwanheimer und drei Eggensteiner Spieler in Quarantäne. Da zudem Béla Arndt verletzt ausfiel, bekam Schwanheim keine konkurrenzfähige Mannschaft zusammen. In den Badminton-Ligen zählt nicht wie in den meisten anderen Sportarten die Quotientenregelung, sondern das Nicht-Antreten wird mit 0:7 gewertet.

Und so konnten die Schwanheimer nach der unverschuldeten Nullnummer am Wochenende nur tatenlos zuschauen und hoffen, dass die Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt patzen würde. Der wegen der Corona-Fälle auch nicht in Bestbesetzung spielende BSV Eggenstein-Leopoldshafen tat ihnen den Gefallen und verlor gegen den als Absteiger fest stehenden SV Fischbach 2:5, anschließend mit 2:5 auch gegen den 1. BC Bischmisheim II. Das bedeutet, dass die TuS Schwanheim selbst im ungünstigsten Fall, dass es drei Absteiger geben sollte, das rettende Ufer erreicht haben. löf

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