Familienglück: Adrian Heymann mit Ehefrau Heidi und Töchterchen Lotte.
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Familienglück: Adrian Heymann mit Ehefrau Heidi und Töchterchen Lotte.

NNP-Serie: Spieler des Monats Oktober

Der „Zauberer“: Adrian Heymann schießt drei Freistoßtore in 28 Minuten

  • Marion Morello
    VonMarion Morello
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Die Nassauische Neue Presse hat sich bei der Wahl zum „Spieler des Monats Oktober“ für Adrian Heymann von der SG Niedertiefenbach/Dehrn entschieden.

Adrian Heymann ist schon jetzt ein gefühltes „Urgestein“ in Niedertiefenbach. Ohnehin ist der Name Heymann – was den Fußball im NNP-Land angeht – weit über die Dorfgrenze hinaus bekannt. Denn auch Adrians Vater Christof sowie Onkel Klaus haben den Amateurfußball in und um den Beselicher Ortsteil geprägt. Klar also, dass auch der mittlerweile 33 Jahre alte Adrian die Schuhe von den Minikickern an für seinen Heimatverein schnürt – und das bis auf eine Ausnahme, einem zweijährigen B-Junioren-Abstecher zu den Sportfreunden Eisbachtal.

Im Monat Oktober waren Adrian Heymann in fünf Spielen satte elf Tore gelungen; und das nicht mal als Stürmer, sondern vielmehr als offensiver Mittelfeldspieler. Viel bemerkenswerter war aber – und das ist für die NNP-Sportredaktion der Grund für die Nominierung zum „Spieler des Monats – sein Auftritt am 3. Oktober im Heimspiel seiner SG Niedertiefenbach/Dehrn gegen WGB Weilburg (7:1). Binnen 28 Minuten (exklusive der Halbzeitpause) waren Adrian Heymann drei direkt verwandelte Freistoßtreffer gelungen. Doch damit nicht genug: Im nächsten Heimspiel, dem Derby gegen den TuS Obertiefenbach, dauerte es keine 120 Sekunden, ehe der nächste Freistoß im Netz lag.

Wie ist das möglich? Adrian Heymann klärt mit einem Schmunzeln auf: „Eigentlich habe ich schon immer gerne aus der Entfernung draufgeschossen. Mit zunehmendem Alter muss man sich dann aber eher auf die ruhenden Bälle konzentrieren. Dass das dann in so einem Spiel pünktlich zur Kirmes passiert ist, war für mich umso schöner. Vier Freistoß-Tore in Folge waren schon etwas Besonderes. Ich habe mit Uwe Steioff als Trainer aber auch einen der besten Schützen im ganzen Kreis.“

„Wir wissen um die schwierige Situation“

Mit der SG Niedertiefenbach/Dehrn führt der „Freistoß-König“ die Tabelle der Kreisliga B1 an. Und das, obwohl es vor der Saison ganz andere Favoriten auf den Aufstieg gegeben hatte. „Bei unserem aktuellen Tabellenplatz kann ich wohl nichts anderes sagen, als dass es das Ziel ist, aufzusteigen. Dennoch wissen wir um die schwierige Situation mit nur einem Aufsteiger und dürfen uns keine Fehler erlauben. Von unserer Qualität her sind wir aber in der Lage, das durchzuhalten“, meint der 33-Jährige im Hinblick auf die Saisonziele.

Warum es bei ihm selbst in den letzten Wochen so prächtig läuft, hat mehrere Gründe: „Wir erarbeiten uns eine Menge Torchancen pro Spiel. Als offensiver Mittelfeldspieler liegt der Ball dann auch sehr häufig vor meinen Füßen. Hinzu kommt, dass unsere Trainer sehr viel Wert auf die Fitness legen und auch während der Saison hart daran arbeiten. Es ist einfach leichter, wenn der stärkste Gegenspieler nicht die eigene Kondition ist. Ganz davon abgesehen, purzelt bei mir aktuell noch das eine oder andere Kilo, das in der Zwangspause hinzugekommen war.“ Auch wenn Adrian Heymann sicherlich in früheren Jahren das Zeug dazu gehabt hätte, etwas höher zu spielen, macht er deutlich: „Erstens bin ich Niedertiefenbacher, und zweitens macht es einfach großen Spaß, bei jedem Heimspiel vor einer dreistelligen Zuschauerzahl zu spielen, egal an welchem Wochentag oder in welcher Klasse wir kicken. Aufgrund vieler Freundschaften innerhalb der Mannschaft hatte ich nie das Bedürfnis, bei einem anderen Verein zu spielen.“

War der Büro-Angestellte in den vergangenen Jahren noch Kapitän seiner Truppe, so hatte er sein Amt vor der Runde zur Verfügung gestellt. Warum eigentlich? „Als drittältester Spieler hinter Stefan Stöhr und Markus Mambeck war ich der Meinung, dass unsere recht junge Truppe auch ohne die Binde am Arm auf meine Ansprachen und Tipps reagieren würde. Außerdem sollte die Neuwahl auch dafür sorgen, dass jüngere Spieler lernen, Verantwortung zu übernehmen, um irgendwann in die Führungsspieler-Rolle zu wachsen.“

Auch abseits des Fußballs hat Adrian Heymann das Glück gepachtet. Mit seiner Frau Heidi, die aus Obertiefenbach stammt, ist er seit 2016 verheiratet und wohnt – wie sollte es anders sein? – in Niedertiefenbach. Seine dreijährige Tochter Lotte rundet das Familienglück ab und sorgt zudem dafür, dass er in seiner Rolle als Familienmensch aufgehen kann.

Dass daheim häufig der Fernseher läuft, wenn die Spiele von Borussia Dortmund übertragen werden, versteht sich bei den Heymanns von selbst. Einen Appell hat der BVB-Fan aber auch noch parat: „Geht sonntags raus auf die Sportplätze und unterstützt die heimischen Vereine. Wir sollten respektvoll und fair miteinander umgehen, denn Fußball ist unser Hobby, und wir sind keine Profis.“

Am morgigen Sonntag ist Adrian Heymann im Übrigen wieder mit seiner SG Niedertiefenbach/Dehrn im Einsatz. Beim Auswärtsspiel in Linter hätte wohl keiner seiner Kameraden etwas dagegen, wenn er den nächsten Freistoß ins Glück versenken würde. Es sei ihm gegönnt. Sorry, liebe „Frösche“! PATRICK JAHN

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