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Der Zusammenhalt bringt den Titel

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Von: Michael Löffler

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Sie suchen die Herausforderung in der 1. Bundesliga: Johannes und Sebastian Grieser (von links) verlassen den TV Hofheim. FOTO: lorenz
Sie suchen die Herausforderung in der 1. Bundesliga: Johannes und Sebastian Grieser (von links) verlassen den TV Hofheim. FOTO: lorenz © Marcel Lorenz

TV Hofheim überrascht die Konkurrenz - Die Brüder Grieser gehen

Hofheim -"Das war die erfolgreichste Saison in der 21-jährigen Geschichte unserer Abteilung. Wir haben die 2. Bundesliga Süd gewonnen, sind in der Regionalliga Mitte nach einer Rückrunde ohne Niederlage Dritter geworden und waren mit allen sieben Mannschaften der Aktiven, fünf der Jugend und acht der Schüler in der oberen Tabellenhälfte platziert", erklärte Abteilungsleiter Horst Emrich bei der Saison-Abschlussfeier der Badminton-Abteilung des TV Hofheim stolz.

Der Sieg in der zweithöchsten deutschen Liga bescherte den Hofheimern sogar die Möglichkeit, erstmal in der Vereinsgeschichte im Oberhaus spielen zu können. Die Frage des Aufstiegs wurde in der Mannschaft unterschiedlich beantwortet. "Es gab Stimmen für und gegen", so Horst Emrich. Entscheidend war dann, dass Anika Dörr erklärte, den Weg nach oben unter keinen Umständen mitmachen zu wollen. Sie spiele 20 Jahre lang Badminton, habe die 1. Liga kennengelernt. Da müsse man viel intensiver trainieren, als sie es jetzt noch zu tun bereit sei. Natürlich wolle sie alles tun, um zu gewinnen, aber ihr Hauptmotiv sei der Spaß, lautete die Begründung der früheren Nationalspielerin.

Da sich kein gleichwertiger Ersatz anbot wurde beschlossen, in der 2. Bundesliga zu bleiben. Dies sorgte aber für den Weggang der Grieser-Brüder Johannes und Sebastian. Das erfolgreichste Herren-Doppel der Liga - die Griesers blieben in der Rückrunde ungeschlagen und kamen insgesamt auf 18:3-Siege - bekam ein Angebot vom BC Offenburg, der als Zweiter nach dem Verzicht des TV Hofheim aufgestiegen war. "Sie haben dieses Angebot angenommen und werden uns verlassen, um dort mal die Herausforderung 1. Bundesliga anzugehen", erklärte Horst Emrich, "Zudem wird uns Lars Rügheimer verlassen, der aus persönlichen Gründen nach Dortelweil wechseln wird".

Johannes Grieser betonte, dass sie sich während der vier Jahre Vereinszugehörigkeit sehr wohl gefühlt haben. Zum Thema Meisterschaft erklärte er: "Hätte vor der Saison jemand den Triumph in der 2. Bundesliga vorausgesagt, wäre er selbst in den eigenen Reihen als Utopist bezeichnet. Dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden, war uns damals klar. Das Ziel war das obere Tabellendrittel. Erst als wir Ende Januar mit einem Punkt Vorsprung nach Remagen kamen und dort den Verfolger mit 5:2 distanzierten, haben wir gespürt, dass wir es schaffen könnten."

Die erfolgreichste Spielerin der Liga, die frischgebackene Deutsche U22-Meisterin Mareike Bittner, bezeichnete als den Zeitpunkt, zu dem die Meinung umschlug, das Ende des vergangenen Jahres. "Nach der gewonnenen Hinrunde fühlten wir, dass wir es packen könnten."

Alle Protagonisten bezeichneten als Schlüssel zum Erfolg den Zusammenhalt der Mannschaft, die gesundheitlich bedingte Ausfälle immer wieder mit Spielern aus dem Regionalliga-Kader gut kompensieren konnte. Dennoch ragten nebst dem ersten Herren-Doppel vor allem die Damen heraus, die während der gesamten Runde kein einziges Doppel verloren und sich im Einzel jeweils nur der Offenburger Lena Reder beugen mussten. Mareike Bittner kam auf 16:0 Siege im Doppel, 9:1 im Einzel und 16:2 im Mixed mit Sebastian Grieser. Anika Dörr spielte 16:0 im Doppel, 10:1 im Einzel und 4:1 im Mixed. Sandra Emrich 4:0 im Doppel und 2:0 im Mixed.

Mehr als Hälfte der Matches bestritt Lukas Vogel. Von den sporadisch eingesprungenen Spielern hatten die beste Bilanz die Nachwuchsspieler David Schäfer (5 Spiele/4 Siege), Karl Nagel (4/3) und Nils Discher (2/1). Zum Titelgewinn trugen ferner die Stammspieler Sebastian Kelch, Lars Rügheimer und Sven Prey bei. "Bis auf die Griesers, bei denen die Entscheidung zeitnah fallen wird, werden auf alle Fälle alle bleiben. Unsere Stärke war die gleichmäßige Besetzung, da machte sich auch unsere gute Nachwuchsarbeit bemerkbar. Daran wird sich nichts ändern. Wir werden auch in der kommenden Saison mit einer starken, konkurrenzfähigen Mannschaft antreten", gibt sich Horst Emrich optimistisch. Mit der Südafrikanerin Elme de Villiers, die dort im erweiterten Nationalkader stand und zwei Mal bei den Afrika-Meisterschaften Gold gewann,hat er bereits einen viel versprechenden Neuzugang für die neue Saison. löf

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