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Der Oberursel Max Macho (Mitte) verbindet mit dem Taunus-Derby im Gegensatz zu den Ober-Eschbachern Moritz Hess (links) und Piotr Szczerbek-Orlowicz gute Erinnerungen.

Handball, Hochtaunus

Wie das Derby in Ober-Eschbach und Oberursel nachwirkt

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Während die TSG Oberursel mit Rückenwind ins morgige Heimspiel geht, lecken die Handballer der TSG Ober-Eschbach noch ihre Wunden. Im Spiel der HSG Steinbach/Kronberg/Glashütten kommt es zu einem Bruder-Duell.

Zunächst einmal ist damit das Gleiche gemeint. „Wir haben verloren.“ Und: „Die haben gewonnen.“ Es besteht im Mannschaftssport dennoch ein feiner Unterschied zwischen beiden Feststellungen. Hat die eigene Niederlage nun mehr mit der Stärke des Gegners oder der eigenen Schwäche zu tun gehabt?

Slobodan Jankovic möchte den Sieg der TSG Oberursel im Handball-Derby – er fiel am Samstag vor 200 Zuschauern in der Albin-Göhring-Halle mit dem Ergebnis von 32:18 fulminant aus – und die Leistung des Gegners nicht schmälern. Für ihn – und darin hat der Coach der TSG Ober-Eschbach im Training angesetzt – hat aber vor allem seine Mannschaft verloren. „Die Enttäuschung ist da“, sagt Jankovic vor dem nächsten Spiel in der Bezirksoberliga Wiesbaden/Frankfurt bei der HSG Hochheim/Wicker (Samstag, 19 Uhr, Georg-Hofmann-Halle). „Wir sind in der zweiten Halbzeit nicht richtig ins Spiel gekommen und dann komplett eingebrochen.“

Weil ein solches Negativ-Erlebnis im ersten Saisonspiel gerade mit der Psyche der Spieler etwas macht, ist Jankovic in dieser Trainingswoche behutsam mit seiner Mannschaft umgegangen. Sprich: Er hat sie nicht durch die Halle gescheucht. Wiedergutmachung möchte sein Team ohnehin. Und was man auch nicht vergessen darf (auch wenn das für den Trainer keinesfalls als Ausrede gilt): Mit Spielmacher Magnus Kongestol (privat verhindert) und Neuzugang Matthias Neubert (im Training umgeknickt), einem weiteren Rückraumspieler, fehlten beim Auftakt zwei Korsettstangen im Team-Gefüge der TSG. Das könnte in Hochheim immer noch so sein. Also sagt Jankovic: „Kopf hoch, weiter geht’s.“

Klemens Naß, sein Trainerkollege bei der TSG Oberursel, hatte ebenfalls zum Rundenauftakt eine enttäuschende Niederlage mitgemacht (26:31 gegen Hochheim/Wicker) und nennt als Erstes dieses Spiel als Grund, weshalb er den Derbysieg genossen habe. Dann erwähnt Naß die geografische Nähe der beiden Vereine und den guten Zuschauerzuspruch. Er hätte auch auf seine 16 Jahre als Spieler und Trainer bei der TSG Ober-Eschbach eingehen können. Die Gründe für den hohen Derbysieg nach dem 11:12-Pausenstand aus seiner Sicht: „Wir hatten die besseren konditionellen Reserven und waren in der Breite besser besetzt.“

"Das wird ein heißer Tanz"

Gut vorbereitet geht seine Mannschaft nun ins Heimspiel (Samstag, 19.30 Uhr, EKS-Halle) gegen die TSG Eddersheim. Co-Trainer Jürgen Mittag wohnt in Hattersheim und konnte ein Spiel des Gegners fußläufig besuchen. Sehr offensiv und aggressiv decke der Kontrahent seines Trainerkollegen Norbert Lange, „das wird ein heißer Tanz“, meint Naß. Mit der eigenen Abwehrleistung war der TSGO-Trainer sehr zufrieden, nachdem Tobias Hentschel (zuvor im Urlaub) und Aldin Hadziabdic im Mittelblock wie schon in der Vorbereitung gemeinsam agieren konnten. Apropos Urlaub: Timo Günther ist wieder da, dafür ist Alexander Mertzlin weggefahren.

Gut informiert über ihren nächsten Gegner ist auch die HSG Steinbach/Kronberg/Glashütten, die am Samstag im Taunus-Vergleich bei der TSG Münster II (16.30 Uhr, Sporthalle der Eichendorffschule) antritt. Das liegt schon daran, dass HSG-Akteur Thomas Mollath auf seinen Bruder Stefan trifft. Womöglich sogar im direkten Duell, denn beide spielen im Rückraum. „Wir konnten im Training taktisch auf den Gegner eingehen“, erzählt Daniel Sailler, der mit Jens Petry die Dreier-HSG coacht.

Nichtsdestotrotz sei die Münsterer Oberliga-Reserve „deutlich favorisiert“, so Sailler, „jedes Auswärtsspiel ist in dieser Liga extrem schwer“. Gut getan habe seinem Team die zweiwöchige Spielpause. Auch die HSG hat mit dem 19:33 in Eppstein schon ihr erstes Negativ-Erlebnis gehabt.

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