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Mit 43 Jahren hält Thomas Wild für die 1. Mannschaft der DJK Bad Homburg, wie Sportler so schön sagen, ?seine Knochen hin?.

Fußball

Derby: Vatanspor siegt am Wiesenborn 3:2 – Auf der Torhüter-Position tut sich erneut etwas

Der TSV Vatanspor ist im Kirdorfer Derby seiner Favoritenrolle letzten Endes gerecht geworden. Für die gastgebende DJK schritt ein 43-Jähriger vornweg.

Der größte Beifall im Kreispokalspiel am Wiesenborn brandete am Mittwochabend auf, als Thomas Wild nach 75 Minuten den Platz verließ. „Thommy“, wie ihn alle nennen, inzwischen 43 Jahre alt und seit 32 Jahren für seinen Verein aktiv, zeigte für die 1. Fußballmannschaft der DJK Bad Homburg eine gute Leistung als Innenverteidiger. Eigentlich gehört er gar nicht mehr zum Gruppenliga-Kader. Aber wenn Not am Mann ist, kann man sich in Kirdorf auf den Thommy verlassen. In den vergangenen Monaten hat er sogar schon als Tormann in der A-Liga-Mannschaft tolle Leistungen gezeigt.

Nicht nur mit ihm, mit dem gesamten Team war Trainer Stephan Bodenröder nach der 2:3-Niederlage gegen den höherklassigen Lokalrivalen TSV Vatanspor zufrieden: „Ich habe auch einige Nachwuchsleute eingesetzt, die ihre Sache gut machten“, sagte Bodenröder. „Es war ein ansehnliches Spiel, auch sehr fair, wie eigentlich alle Begegnungen mit Vatanspor. Wir haben zu unserem Nachbarverein ein gutes Verhältnis.“

Sein Trainerkollege Ibrahim Cigdem lobte ebenfalls seine Mannschaft, die durch Tore von Kadimli (16.) und zweimal Matondo (62., 74.) ins Viertelfinale eingezogen war. Die DJK hatte durch Adrian Augustincic (2.) und Ibrahim El Ouahiani (48.), die beide schon für Vatanspor spielten, jeweils vorgelegt. „Wir haben diszipliniert und taktisch clever gespielt und die frühen Rückstände weggesteckt“, freute sich Cigdem. „Der Sieg hätte höher ausfallen können. Aber da gab es ja noch einen Kai Klug, der in Eins-zu-eins-Situationen nur sehr schwer zu überwinden ist.“ Bis zur Vorsaison profitierte davon Vatan.

Im Derby stand beim TSV Rachid Döring im Tor. Er kam anstelle der „Nummer eins“ Yüksel Deliktas zum Einsatz. Nicht mehr zum Kader gehört Marcel Dumann. Der Schlussmann, im Sommer vom FV Stierstadt gekommen, kehrte zu seinem alten Verein zurück. Wie Dumann dieser Zeitung sagte, habe er sich dafür entschieden, da ihm sonst eine längere Sperre gedroht hätte. Vatanspor habe seine Ablöse nicht fristgemäß gezahlt. Darauf angesprochen sagte der Sportliche Leiter Stefan Lang: „Marcel verletzte sich im ersten Testspiel. Ein Ausfall von sechs bis acht Wochen war prognostiziert. Wir mussten handeln und holten Rachid Döring.“ Es habe deshalb keine dringende Notwendigkeit bestanden, Dumann „freizukaufen“. Der Verein bedauert menschlich und sportlich seinen Weggang. „Marcel war bei uns keineswegs auf dem Abstellgleis“, sagte Lang.

Am Samstag um 16 Uhr bei Eintracht Wald-Michelbach wird es sicher noch ein Stück schwerer für den TSV als im Pokalderby. Der Sieg am Mittwoch und die bisherigen drei Auswärtssiege in der Verbandsliga lassen die Homburger aber mit breiter Brust in den Odenwald fahren. „Wir wollen da was holen“, meint Cigdem, „aber es wird uns eine andere Qualität erwarten. Einen zweimaligen Rückstand werden wir dort nicht so einfach wieder aufholen können.“ Ömer Dursun wird berufsbedingt fehlen, und Dennis Leopold benötigt noch eine Woche, bis seine Blessuren verheilt sind.

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