Ein Bild mit Seltenheitswert: Shakehands der beiden Trainer Thorsten Wörsdörfer (TuS Dietkirchen, links) und Metin Kilic (TuS Frickhofen).
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Ein Bild mit Seltenheitswert: Shakehands der beiden Trainer Thorsten Wörsdörfer (TuS Dietkirchen, links) und Metin Kilic (TuS Frickhofen).

Fußball-Kreispokal Limburg-Weilburg, 2. Runde

Die Angst der Favoriten vor den „Underdogs“

  • Marion Morello
    VonMarion Morello
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Drei Kracherspiele hatte die 2. Fußball-Kreispokalrunde zu bieten gehabt. Fazit: Die Favoriten haben zwar durchweg gewonnen, aber die vermeintlichen „Underdogs“ machten ihnen dabei das Leben zur Hölle.

TSG Oberbrechen – SV RW Hadamar 1:4 (1:2). Der Spitzenreiter der Hessenliga, Gruppe B, machte von Beginn an Druck und riss das Spielgeschehen vollends an sich. Nach einer Ecke (7.) war es Mirco Dimter, der den Ball haarscharf verfehlte. Nach 25 Minuten die erste Aktion im Rot-Weiß-16er: Eine Hereingabe von Nicolas Gebhardt schnappte sich aber Schlussmann Leon Hasselbach. Auf der Gegenseite touchierte Wagner den Ball, ehe Dimter zum Einköpfen bereit gewesen wäre. Nach einer knappen halben Stunde war es dann passiert: Ein steiler Pass in die Spitze landete bei Tristan Burggraf, der den Ball zum 0:1 verwertete. Infolge einer Unachtsamkeit in der Hintermannschaft versuchte es Steve Hönscher mit einem Heber. Aber auf der Gegenseite war es Mirco Dimter, der im dritten Anlauf den Ball per Kopf im TSG-Tor zum 0:2 versenkte. Auch jetzt steckte die TSG nicht auf und kam kurz vor der Pause durch Hamudi al Mohammad beinahe zum Anschluss. Dann war es tatsächlich passiert: Kevin Kremer schlug den Ball lang in den Lauf von Steve Hönscher, der ruhig blieb und zum nicht unverdienten Anschlusstreffer traf. Man mag es kaum glauben, doch auch in Halbzeit zwei spielte die TSG richtig stark auf und kam nach 49 Minuten durch den eingewechselten Jonas Kremer beinahe zum Ausgleich; sein 16-Meter-Schuss verfehlte den Kasten um Millimeter. Doch dann zeigte sich die individuelle Klasse des SVH, der mit seiner ersten Chance in Halbzeit zwei den alten Spielstand wiederherstellte. Niklas Kern hatte aus 16 Metern abgezogen und unter den Querbalken getroffen – abgefälscht, Schlussmann Münkel war ohne Chance. Ein Fehlpass von Rot-Weiß-Keeper Hasselbach landete bei al Mohammad, der nicht lange fackelte, aber verzog. Wieder wussten die Fürstenstädter nach einer gefährlichen Aktion der TSG prompt zu antworten und erhöhten durch einen abgefälschten Schuss von Niklas Kern auf 1:4. sla

Oberbrechen: Münkel, Schneider, Blecker, Brössel, K. Kremer, Gebhardt, Wagner, Eckert, Hönscher, Metternich, Al Mohammad (Rudloff, J. Kremer, Pas. Schmitt, Pötz, M. Schmitt, Knapp, Pat. Schmitt) – Hadamar: Hasselbach, Paul, Dimter, Kittel, Teller, Zey, Moldsen, Kern, Dillmann, Burggraf, Neugebauer (Strauch, Wölfinger, Horz, Ludwig, Bangert, Koch) – Tore: 0:1 Tristan Burggraf (30.), 0:2 Mirco Dimter (35.), 1:2 Steve Hönscher (45.), 1:3 Niklas Kern (57.), 1:4 Niklas Kern (84.) – Zuschauer: 100 – SR: Dalef (Hünfelden).

TuS Frickhofen – TuS Dietkirchen 2:5 (1:0). Bis zur 60. Minute schwebte über dem Frickhöfer Kunstrasen eine kleine Sensation. Bis zu diesem Zeitpunkt führte der aufopferungsvoll kämpfende Kreisoberligist gegen den Hessenligisten mit zwei lupenreinen Toren von Philipp Röder. Und hätte Florian Gros (60.) seine Riesenchance zum dritten Frickhöfer Treffer genutzt, wer weiß, wie die Partie ausgegangen wäre. Bevor aber das Unheil über die Grün-Weißen hereinbrach, hatte das ambitionierte Team die von Trainer Metin Kilic ausgegebene Marschrichtung gnadenlos umgesetzt: „Wir können nichts verlieren.“ Aus einer massiven, zeitweise fünfköpfigen Abwehrreihe heraus presste Frickhofen intensiv. Logische Konsequenz waren hohe Bälle, die der Kilic-Elf aber keine Probleme bereiteten. Mit fortlaufender Spielzeit befreite sich Frickhofen aus der Umklammerung und setzte seinerseits Akzente, die in der 24. Minute mit der lautstark umjubelten Führung belohnt wurde. Philipp Röder hatte Jan Noll im Kasten des Hessenligisten aus 20 Metern keine Chance gelassen. Und der Kreisoberligist setzte noch einen drauf, obwohl Dietkirchens Coach Thorsten Wörsdörfer nach der Pause mit Marco Müller und Kevin Kratz zwei Stammspieler gebracht hatte. Philipp Röder nahm an der Mittellinie einen der hohen Bälle der Reckenforstler auf, kam in einen Pressschlag mit einem Abwehrspieler und sah sich auf einmal allein vor Torwart Jan Noll, der den platzierten Schuss passieren lassen musste. Dietkirchen erhöhte erbarmungslos das Tempo, und Dennis Leukel wurde zum Matchwinner: Er drehte die Partie mit einem lupenreinen Hattrick (63., 66, 77.), später traf er ein viertes Mal. Ein Zuschauer brachte es auf den Punkt: „Die haben toll gespielt!“ Damit meinte er den TuS Frickhofen... kdh

Frickhofen: Ertogrul, Arazay, Dietz, Brand, Hanis, Cakal, Röder, Gross, Korkmaz, Rhein, Kaya (Jragazpanian, Gültekin) – Dietkirchen: Noll, N. Schmitt, Böcher, Hautzel, Leukel, Dankof, Cakir, Schäfer, Bergs, Meloni, Schmitz (Müller, Kratz, Mink) – SR: Kloft (Elz) – Tore: 1:0 (25.), 2:0 (55.) beide Philipp Röder, 2:1 (63.), 2:2 (66.), 2:3 (77.) alle Dennis Leukel, 2:4 Emirhan Cakir (78.), 2:5 Leukel (89.) – Zuschauer: 80.

SV Mengerskirchen – FC Dorndorf 2:3 (1:2). Mit der ersten Tormöglichkeit ging der SVM durch Bernhard Müller (8.) in Führung und vergab nach gut 20 Minuten das mögliche 2:0. Der Gruppenliga-Spitzenreiter tat sich recht schwer, der Kreisoberligist stand sicher in der Defensive und verteidigte geschickt. Nach 30 Minuten gelang Fabio Dahlem (30.) der Ausgleich, ehe wiederum Fabio Dahlem (44.) den FCD in Front schoss. Kurz nach dem Seitenwechsel hatte Bernhard Müller (47.) den Ausgleich für die Schätzle-Elf auf dem Fuß, scheiterte aber an FC-Keeper Lukas Krahnefeld. Der beste Dorndorfer, Fabio Dahlem, stellte auf 1:3. Der SVM gab nicht auf und verkürzte durch Ricardo Pinto da Silva (85.) noch auf 2:3. ger

Mengerskirchen: Schermuly, Schätzle, Fröhlich, C. da Silva, Müller, Schreiner, Drmaku, Hölzer, Zenbil, Capli, Kaubrügge (Klebach, Rudolf, R. Pinto da Silva, M. da Silva) – Dorndorf: Krahnefeld, Schneider, Dahlem, Bartoschek, Tuzlak, Hindic, Vogt, Jede, Kröner, Jokic (Mansur, Park, Wilhelmy, Hatoum, Koochi, Munster) – SR: Schubert (TuS Lindenholzhausen) – Tore: 1:0 Bernhard Müller (8.), 1:1 (30.), 1:2 (44.), 1:3 (51.) alle Fabio Dahlem, 2:3 Ricardo Pinto da Silva (85.).

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