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Maske mal anders: Zoe Janovsky von den Falcons Bad Homburg (Bildmitte), die sich hier gegen die Heidelbergerin Ann-Kathrin Schätzle (links) durchsetzt, trägt aufgrund ihrer lädierten Nase einen Gesichtsschutz.

Basketball, 2. Bundesliga Süd

Die Falcons Bad Homburg sind bereits in Topform

  • vonGerhard Strohmann
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Beim 89:54 gegen Heidelberg trifft fast jede HTG-Spielerin. Aufgrund von striktem Hygiene-Konzept sind Zuschauer gestattet.

Bad Homburg -Mit einem 89:54-Kantersieg gegen die 2. Mannschaft der SNP BasCats des USC Heidelberg sind die Falcons Bad Homburg gestern Nachmittag in der Südgruppe der 2. Damen-Bundesliga furios in die Saison 2020/21 gestartet.

Bei diesem deutlichen Erfolg, der zu keinem Zeitpunkt in Frage gestanden hat, knüpfte das Team der Homburger TG von Trainer Jay Brown nahtlos an die Klasse-Vorstellung beim 67:51-Heimsieg im DBBL-Pokalspiel gegen Alba Berlin an und unterstrich eindrucksvoll, dass es heuer beim Kampf um die Playoff-Plätze ein deutliches Wort mitsprechen möchte. Mindestens.

Diesmal kein "Geisterspiel"

"Der Gegner war ersatzgeschwächt und ist deshalb kein echter Maßstab gewesen", relativierte Brown die Leistung seiner Mannschaft, von der er bei künftigen Aufgaben noch deutlich mehr Konstanz in der Leistung über 40 Minuten erwartet. "Wir haben zu viele Bälle zu leicht verloren", legte er den Finger in eine weitere Wunde, die er im ersten Heimspiel der Saison erkannt hatte. Mit 22 Ballverlusten war sein Team in der Statistik diesbezüglich auch deutlich schlechter als die Bundesliga-Reserve vom Neckar (10).

Dennoch: Die 70 Zuschauer, die unter Einhaltung eines strikten Hygienekonzeptes im vereinseigenen Primodeus-Park zugelassen waren (im Gegensatz zum "Geisterspiel" eine Woche zuvor gegen Berlin), hatten ihre helle Freude am Auftritt der Gastgeberinnen. Die waren schnell mit 12:5 in Führung gegangen und entschieden alle vier Abschnitte der Partie mit 20:8, 27:14, 20:14 und 22:18 zu ihren Gunsten.

Bemerkenswert: Bis auf die 19-jährige Tosca Steinhoff konnten sich alle übrigen elf Bad Homburgerinnen in die Schützenliste eintragen, wobei "Eigengewächs" Emma Rhein den letzten Abschnitt mit einem spektakulären Dreier zum 89:50 eröffnete.

Zu diesem Zeitpunkt saß Lisa-Marie Kämpf bereits im Trainingsanzug auf der Bank der Ersatzspielerinnen, nachdem sie in der achten Minute bei einem Defensiv-Rebound mit dem Hinterkopf auf dem Boden aufgeschlagen war und ausgewechselt werden musste. Die verletzte Stelle am Kopf kühlte die Flügelspielerin mit einem Eisbeutel.

Der zweite Wermutstropfen bei diesem Sieg mit 35 Punkten Differenz war eine Bänderdehnung von Isabel Gregor drei Minuten vor dem Ende der Begegnung, als die 1,65 Meter kleine Spielmacherin mit dem rechten Fuß umknickte. Zwar hatte sie den Basketball mit einem spektakulären Sprung für ihre Mannschaft im Spiel gehalten, aber angesichts des deutlichen Vorsprungs war der Preis für diesen Ballgewinn deutlich zu hoch.

Was auch Jay Brown und seinen Co-Trainer Bernd Betz erfreuen dürfte, ist die deutlich größer gewordene Breite im Kader, durch die selbst viele Rotationen innerhalb des Teams im Spiel der Falcons zu keinem erkennbaren Qualitätsverlust führten.

Vor allem unter dem eigenen Korb war die HTG gestern eine Macht, was nicht allein auf die schlechtere Wurfquote der Heidelbergerinnen von 18 Treffern bei 56 Versuchen zurückzuführen ist. Die Spanierin Nerea Garmendia Odroziola (7) sowie die beiden US-Amerikanerinnen Julie Spencer (9) und Laken James (6) eroberten nämlich mehr Defensiv-Rebounds als die komplette Gästemannschaft (20).

14-jährige Talente auf der Bank

Darüber freuten sich auch die beiden 14-jährigen Basketball-Talente Ida Brokemeyer und Finja Heubel aus dem Nachwuchs der HTG Bad Homburg, die zwar diesmal nicht auf dem Spielberichtsbogen gestanden haben, aber von der Bank aus schon einmal Zweitliga-Luft schnuppern durften.

Nach dem Kantersieg gegen die SNP BasCats II des USC Heidelberg steht am Samstag um 17 Uhr eine deutlich schwerere Aufgabe für die Falcons an. In Mainz wartet das Team vom ASC Theresianum auf die Bad Homburger. Die "Meenzer Mädcher" haben am Samstag bei den Saarlouis/Dillingen Diamonds mit 78:43 und damit ebenfalls mit 35 Punkten Differenz gewonnen.

Falcons Bad Homburg: Garmendia Odroziola (20), Spencer (14/1), James (14/1), Georgieva (10), Johanns (9/3), Gregor (8/2), Koopmann (5/1), Kammer (4), Rhein (3/1), Zanovsky (2), Kämpf (2), Steinhoff.

Änderung am 26. Oktober, 14 Uhr:

Die Basketball-Abteilung der HTG legt Wert darauf, dass es keine gesonderte Rücksprache mit dem Landratsamt zur Durchführung des Spiels gegeben hat. Zuschauer seien am Sonntag aufgrund des professionellen Hygienekonzeptes zugelassen gewesen. Die Falcons zählten nicht zu den Profi-Teams, die per Beschluss des Landkreises vor leeren Rängen spielen müssten. Keine der Spielerinnen könne mit Basketball ihren Lebensunterhalt bestreiten.

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