Sie schaut wie viele ihrer Mitstreiter positiv auf die neue Saison: Astrid Schauer, Abteilungsleiterin des Damen-Hessenligisten SG Kelkheim. FOTO: marcel lorenz
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Sie schaut wie viele ihrer Mitstreiter positiv auf die neue Saison: Astrid Schauer, Abteilungsleiterin des Damen-Hessenligisten SG Kelkheim.

Tischtennis im Main-Taunus-Kreis

Die Vereine sind optimistisch

  • Volker Hofbur
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Nur Kriftel hat im Nachwuchsbereich verloren - Viele Spieler bleiben dabei

Main-Taunus -Die rückläufigen Zahlen von Infizierten durch die Corona-Pandemie ermöglicht es auch den heimischen Tischtennis-Vereinen, wieder mit einem fast normalen Training unter Wahrung der Hygienekonzepte zurückzukehren. Nun läuft der Trainingsbetrieb wieder an.

Vereine und Verband

steuern dagegen

Dennis Erbe, der Vizepräsident beim Hessischen Tischtennis-Verband (HTTV) für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit ist, sieht besonders im Jugendbereich erhebliche Einbrüche. "Wir haben hessenweit zwischen 15 und 20 Prozent weniger Jugendliche und Schüler. Das kann ich auch daraus ersehen, was bisher an Mannschaften gemeldet wurden. Wir werden weniger Spielklassen haben, die kleiner geworden sind", berichtet Erbe. Er macht deutlich, dass der Verband und die Vereine dagegensteuern wollen. Zur Rückrunde können im Nachwuchsbereich Mannschaften nachgemeldet werden. Der Vizepräsident macht deutlich, dass er nach der praktisch eineinhalbjährigen Zwangspause mit noch schlechteren Zahlen gerechnet hatte. Bei den Herren liegt der Rückgang bei drei bis vier Prozent, bei den Damen bei acht bis zehn Prozent. "Viele Vereine sind bestrebt, den Spielbetrieb zu ermöglichen, andere haben eineinhalb Jahre nichts gemacht", fasst Erbe die Zahlen zusammen. Beim Junior-Cup des HTTV hat er das Signal bekommen, dass das Wettspielangebot angenommen wurde. "Es gibt einen harten Kern, der wieder anfangen will", freut sich der Vizepräsident.

Von dieser Tendenz ist auch der Oberligist TuS Kriftel betroffen. "Wir hatten noch sechs bis sieben Jugendmannschaften in den vergangenen Jahren", verrät Ingo Voss, bis zur abgelaufenen Spielzeit Mannschaftsführer des Oberliga-Teams, "jetzt haben wir noch zwei". Die Gründe dafür liegen nicht nur an den Corona-bedingten Abgängen, sondern auch daran, dass einige der älteren Jugendlichen in den Aktivenbereich gewechselt sind. "Wir haben noch sechs Schüler. Unser Jugendleiter Kai Boesch hat sein Amt niedergelegt, was ich gut verstehen kann. Das wird Jahre dauern, bis eine neue Generation heranwächst", Für Voss hat der Vereinssport ohnehin eine schwere Zeit, wie er aus Gesprächen mit Spielern anderer Sportarten sieht. Corona hat diese Entwicklung verstärkt. "Früher hat man sich das Wochenende freigehalten, jetzt haben wir gesehen, dass es auch ohne Sport geht", erklärt Voss, den die niedrige Trainingsbeteiligung überrascht, die nach der Punktrunde zu diesem Zeitpunkt üblich ist: "Es gibt keine Aufbruchstimmung. Der Weingartenpokal ist abgesagt. Ich würde mich freuen, wenn wir wieder einen normalen Alltag als Spieler haben - und dass das die Mitspieler auch wollen. Viele sind noch nicht in der Halle gewesen."

Vereinseigene Halle

hilft der SG Kelkheim

Nicht so kritisch fällt das Urteil von Astrid Schauer als Abteilungsleiterin der SG Kelkheim aus. Der Damen-Hessenligist hat mit der Richter-Halle eine vereinseigene Halle. "Dort konnten wir stundenweise Einzeltraining nach vorheriger Reservierung anbieten. Dennoch haben wir zwei Drittel der Erwachsenen nicht gesehen, auch wenn bis zur vergangenen Woche zehn Leute gleichzeitig trainieren durften. Ab dieser Woche gibt es keine Personenbeschränkung mehr", berichtet Schauer, die von der Abmeldung einer Mannschaft mit überwiegend älteren Spielern spricht. "Wir haben die Mannschaften mit mehr Personal gestellt", erläutert die Spielerin der Verbandsliga-Mannschaft. Katharina Schrenner kann auf der Spitzenposition des Hessenliga-Teams nach der Geburt ihres Kindes wieder spielen, dazu kommt Iris Aradimavicius vom TV Bierstadt als Verstärkung für die vierte Position. Die Teilnahme am Sommer-Cup, bei dem bundesweit mehr als 1100 Mannschaften gemeldet hatten, war ein Vorstandsbeschluss. "Ich fand es verfrüht und nicht notwendig, jetzt mit dem Spielen zu beginnen", begründet Schauer diese Entscheidung, "da hätten wir Hallenzeiten zur Verfügung stellen müssen, in denen unsere Spieler nicht hätten trainieren können". Dazu muss der Verein auf die Nutzung der Halle Sindlinger Wiesen verzichten. "Sie fehlt uns wegen Baumaßnahmen. Das ist mir unverständlich. Da waren die Hallen so lange geschlossen. Jetzt können wir wieder herein - und die Hallen sind wieder zu. Das ist ärgerlich", erklärt Schauer.

Vera Stockert als Mannschaftsführerin vom Ligakonkurrenten DJK Hattersheim kam mit ihrem Verein ebenfalls gut durch die Pandemie: "Wir haben angefangen, sobald es irgendwie ging. Bis dahin haben wir auf verschiedenen Wegen den Kontakt gehalten. Die Leute freuen sich drauf, dass es losgeht. Jetzt müssen wir den Sport wieder in unseren Alltag integrieren." Der Verein kann weiterhin jeweils drei Herren- und Nachwuchs- sowie zwei Damenteams melden. "Wir bleiben bei unseren Hessenliga-Damen unverändert", erläutert Stockert.

Online-Training

hält den Nachwuchs

Abteilungsleiter Rolf Lüßen vom Herren-Hessenligisten TuS Hornau freut sich ebenfalls, im Verein keine Abgänge zu haben: "Wir haben online etwas geboten für den Nachwuchs und sind froh, dass die Jugendlichen am Ball geblieben sind. Für die Aktiven werden wir vor dem Rundenstart wieder Trainingswochenende machen. Wir sind wieder ganz gut dabei und guten Mutes."

Sein Kollege vom Ligakonkurrenten TV Wallau, Christian Beul, hat von seinen Mitspielern nur Zusagen bekommen. Auch im Nachwuchsbereich gab es dank des Engagements der Jugendtrainer, die Online-Training angeboten hatten, keine Abgänge. "Das wurde von den Spielern gut angenommen. Wir hatten in den Jahren vor Corona Lücken und sind im Neuaufbau", erklärt Beul, "aber wir können genauso viele Mannschaften melden wie in der vergangenen Spielzeit. Wir gehen positiv in die Saison". Auch die Hornauer verzichteten auf die Teilnahme am Sommer-Cup. "Das ist bei kaum jemanden im Verein ein Thema", erklärt Beul. vho

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