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Die Vereine sind unzufrieden

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Von: Volker Hofbur

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Es geht weiter: Dennis Quandt, Torhüter der HSG Breckenheim Wallau/Massenheim, feuert sein Team an. FOTO: marcel lorenz
Es geht weiter: Dennis Quandt, Torhüter der HSG Breckenheim Wallau/Massenheim, feuert sein Team an. © Marcel Lorenz

Einige HHV-Regelungen treffen auf Unverständnis

Main-Taunus -"Es war eine besondere Runde", fasste Andreas Hannappel, Geschäftsführer des Hessischen Handball-Verbandes (HHV), die Hauptrunde in den verschiedenen Ligen zusammen. "Niemand von uns hatte zuvor eine Pandemie erlebt und solche Erfahrungen gemacht." So ist nach Beschluss des HHV-Vorstands mit vergangenem Wochenende die Hauptrunde abgeschlossen.

In den Klassen, in denen nicht alle Partien gespielt wurden, greift die Quotientenregelung. Die Spiele von Mannschaften, die gemeinsam in eine Auf- oder Abstiegsrunde gehen, werden dort nicht mehr nachgeholt. Auch dort erfolgt die Wertung anschließend mit der Quotientenregel.

Die Regelung, die Spiele nicht mehr nachzuholen, verteidigte Hannappel: "Durch diese Nachholspiele könnten sich Konstellationen ergeben, die Auswirkungen auf die Zusammensetzungen der beiden Runden haben könnten. Daher haben wir uns entschlossen, die Quotientenregelung fortzusetzen." Diese Regelung trifft auf Verbandsebene die Oberliga und die Landesliga Mitte der Männer. Und sie findet bei den Vereinen wenig Gegenliebe.

In der Oberliga sind zwei heimische Mannschaften betroffen. Die HSG Breckenheim Wallau/Massenheim konnte ihr Spiel bei der MSG Umstadt/Habitzheim nicht austragen, weil die Mannschaft mit aktuellen Fällen und Nachwirkungen von Corona getroffen wurde. Sie steht nun mit einem Quotienten von 140 (7 Punkte aus 5 Spielen) auf dem dritten Platz der Abstiegsrunde. Das ist der letzte Nichtabstiegsplatz, wenn aus der Dritten Liga eine hessische Mannschaft absteigt. Kurios: Sollten es zwei sein, muss der HHV doch mit 16 Oberliga-Teams in die neue Saison gehen, da nicht mehr als fünf Oberliga-Absteiger erlaubt sind. Die Liga soll eigentlich wieder auf 14 Teams reduziert werden.

Mathias Beer als Sportlicher Leiter der HSG Breckenheim Wallau/Massenheim kann die Denkweise des HHV nicht nachvollziehen: "Ich verstehe nicht, dass die Punktabzüge wegen fehlender Schiedsrichter nicht in die Abstiegsrunde mitgenommen werden. Das ist keine Strafe mehr. Und warum muss ich in so einem Jahr die Liga reduzieren? Dann hätten wir noch eine Saison mit 16 Mannschaften gespielt. So haben wir fünf Absteiger." Er macht unter den Vereinen eine schlechte Stimmung mit Reibereien aus. "Ich hoffe, dass wir kein Endspiel gegen den Abstieg haben werden. Es ist frustrierend, denn wir haben schon eine tolle Mannschaft für die nächste Oberliga-Saison zusammen. Wenn wir absteigen würden, weiß ich nicht, ob sie alle kommen."

Ähnlich ist die Stimmung bei der TSG Münster, die bei 5:5 Punkten mit einem Quotienten von 100 auf dem fünften Platz steht und nach derzeitigem Stand absteigen würde, auch weil sie gegen den punktlosen Tabellenletzten RW Babenhausen nur ein Mal gespielt hat. "Das ist für uns ein hartes Brot, dass das zweite Spiel gegen Babenhausen nicht stattfindet. Sie haben uns drei Mal abgesagt", ärgerte sich Münsters Trainer Daniel Wernig über den Tabellenletzten, "es wären in der Oberliga insgesamt nur drei Nachholspiele gewesen. Warum man die nicht nachholt, verstehe ich nicht. Der Verband hätte flexibler reagieren müssen. Uns trifft dieses fehlende Spiel gegen Babenhausen hart, denn wir werden die einzige Mannschaft sein, die gegen sie nicht zwei Mal gespielt hat. Das hat mit einem sportlichen Ausgang nichts zu tun." Für Wernig bedeutet es, dass seine Mannschaft wohl sechs der acht Spiele gewinnen muss: "Das bedeutet Abstiegskampf bis zum letzten Spiel."

Übrigens: Endgültig ist die Konstellation noch nicht, da ein Einspruch der SG Bruchköbel gegen die Wertung des Spiels gegen den TSV Vellmar noch läuft.

In der Oberliga der Damen steht die TuS Kriftel punktgleich mit der HSG Bensheim/Auerbach II und der TSG Leihgestern auf Rang drei, hat noch alle Chancen. In der Landesliga Mitte steht die HSG Epp/La mit einem Quotienten von 33 als Fünfter in der Aufstiegsrunde, während die HSG Goldstein/Schwanheim mit 8:4 Punkten als Dritter in die Abstiegsrunde geht. In der Landesliga Mitte der Damen geht die TSG Eddersheim II mit 6:2 Punkten als Erster in die Aufstiegsrunde, die HSG Goldstein/Schwanheim ist mit 0:8 Punkten Sechster. Die HSG Sindlingen/Zeilsheim steht mit 0:8 Punkten auf dem sechsten Platz der Abstiegsrunde. vho

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