Bald soll es wieder hoch hergehen in den Amateur-Ligen - wie hier in einer Szene aus der Kreisoberliga zwischen Randy Nelson-Jorden Best (Zeilsheim/li.) und Daniel Welzenheimer (FC Schwalbach). FOTO: Lorenz
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Bald soll es wieder hoch hergehen in den Amateur-Ligen - wie hier in einer Szene aus der Kreisoberliga zwischen Randy Nelson-Jorden Best (Zeilsheim/li.) und Daniel Welzenheimer (FC Schwalbach).

Fußballkreis Main-Taunus

Die Zeitstrafe kehrt zurück

  • Harald Joisten
    VonHarald Joisten
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Verband beschließt neue Regel - Bis zu vier Absteiger in MTK-Ligen

Main-Taunus -16 Monate lang hieß es: kaum Fußball, viel Organisation, wenig Ertrag. Corona hat den Amateur-Bereich arg gebeutelt. Nun herrscht vorsichtige Aufbruchsstimmung, die Mannschaften trainieren wieder, und auch im Main-Taunus-Kreis geht es bald wieder um Punkte: Mitte August beginnt der Spielbetrieb von der Kreisoberliga bis zur Kreisliga D. Bereits eine Woche zuvor startet der Kreispokal mit einer Vorrunde: 47 Teams haben gemeldet, die Anzahl muss auf 32 Mannschaften für die erste Hauptrunde reduziert werden.

"Es ist immer noch Corona-Zeit, man muss vorsichtig sein. Viele Spieler sind noch nicht geimpft", betont Kreisfußballwart Karl-Heinz Reichert. "Was ich aber bisher gehört habe, trainieren die Vereine alle sehr diszipliniert." Auf die Clubs dürfte auch kommende Saison wieder viel organisatorische Arbeit zukommen - alleine wegen der Kontakt-Erfassungen der Zuschauer.

Die Spieler müssen sich derweil auf eine neue Regel einstellen. Nach über zwei Jahrzehnten Abstinenz kehrt die Zeitstrafe zurück: Auf eine Gelbe Karte folgt beim nächsten Foul nicht zwangsweise Rot. Der Schiedsrichter kann nun eine Zehn-Minuten-Strafe verhängen. Nach Absitzen dieser Zeitstrafe führt ein erneut Gelb-würdiges Vergehen zwingend zur Roten Karte. Die Regel wurde vom Hessischen Fußballverband (HFV) verpflichtend eingeführt und gilt seit gestern bei Pflichtspielen von der Kreisliga D bis hinauf zur Kreisoberliga und auch im Pokal auf Kreisebene - nicht aber bei Freundschaftsspielen. Und auch nicht auf Verbandsebene (Hessen-, Verbands- und Gruppenliga), im Hessenpokal sowie bei den Frauen und der Jugend. Dort bleibt es beim alten Bestrafungs-System mit Gelb-Roten Karten. Die Zeitstrafen-Regel ist zunächst als Pilotprojekt bis zum 30. Juni 2023 geplant. "Wir haben jahrelang dafür gekämpft, dass die Zeitstrafe wieder eingeführt wird. Es gab eine überwältigende Mehrheit in den Kreisen", sagt Reichert. "Jetzt hat der Schiedsrichter noch einen Puffer. Der Spieler kann sich außen beruhigen. Die Mannschaft hat zwar einen Verlust, wird aber nicht fürs ganze Spiel bestraft." Neu ist in der Gruppenliga Wiesbaden zudem, dass eine Gelb-Rote-Karte automatisch eine Sperre von einem Spiel nach sich zieht.

Kreisfußballwart Reichert arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, die Spielpläne zu erstellen. Bis zur Vorrundenbesprechung, die vermutlich vom 21. Juli auf den 20. Juli vorverlegt wird, muss alles fertig sein. "Es kann zeitlich eng werden", betont Reichert.

Frauen: Flörsheim und Hofheim fusionieren

Weiterhin gibt es Unwägbarkeiten. So ist die Kreisliga D wieder auf 23 Teams geschrumpft, weil Schwalbach III sein Team zurückzog. Dennoch wird die D-Liga in zwei Gruppen aufgeteilt, jede Mannschaft hat maximal 22 Spiele. Aus diesen beiden Gruppen sollen je zwei Teams aufsteigen. In der darauf folgenden Saison 2022/23 soll die D-Liga wieder eingleisig sein. "Das ist der Plan", so Reichert. Wie immer muss der Verbandsspielausschuss die Pläne noch absegnen. Zudem: Aus der Kreisoberliga steigt nur der Meister auf, aus den drei Kreisligen A, B und C jeweils die ersten beiden Teams. Pro Liga kann es bis zu vier Absteiger geben.

Eine weitere Neuigkeit, wohl auch Folge von Corona: Bei den Frauen haben der SV Flörsheim und SV Hofheim eine Spielgemeinschaft gegründet. Das fusionierte Team tritt künftig gemeinsam in der Kreis-Oberliga Wiesbaden an. Harald Joisten

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