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Er war der Derbyheld des 1. Spieltags: Jason Schäfer (TuS Dietkirchen, rechts), hier im Zweikampf mit Hadamars bisher bestem Torschützen, Jonas Herdering.

Fußball-Hessenliga

Diesmal "brennt" der Reckenforst

In der Fußball-Hessenliga kommt es am Samstag schon zum Derby-Rückspiel: Der TuS Dietkirchen empfängt ab 15 Uhr den SV Rot-Weiß Hadamar. Läuft alles nach Plan, könnte Rückkehrer Leon Burggraf bereits in der Hadamarer Startelf stehen. Die Dietkircher möchten das 1:0 aus dem Hinspiel natürlich allzu gerne wiederholen.

VON PATRICK JAHN

Lange wurde spekuliert, jetzt ist es amtlich: Leon Burggraf hat seinen Vertrag bei Borussia Dortmund aufgelöst und könnte – sofern die Spielberechtigung bis morgen vorliegt – schon in den Hadamarer Kader rücken. Rot-Weiß-Chefcoach Stefan Kühne sagt: „Wir haben für die Offensive einen Spieler gesucht, und mit Leon Burggraf natürlich einen hervorragenden hinzubekommen. Ob alles bis Samstag glatt läuft, kann ich nicht sagen. Wenn doch, ist er aber auf jeden Fall ein Kandidat für die Startelf.“

Am vergangenen Wochenende waren sowohl Stefan Kühne, als auch sein Dietkircher Kollege Thorsten Wörsdörfer nach den Niederlagen ihrer Teams unzufrieden gewesen. Kühne meint im Bezug auf das 1:2 bei der Regenschlacht gegen Eddersheim: „Wir haben die Dinge, die schlecht waren, ganz klar angesprochen. Wir können in der Hessenliga keine Spiele gewinnen, wenn wir so auftreten wie in der ersten Halbzeit. Wir brauchen die Leidenschaft, die wir im zweiten Durchgang gezeigt haben, über die volle Distanz.“ In ein ähnliches Horn bläst auch Thorsten Wörsdörfer, der mit einem 1:4 bei Türk Gücü Friedberg zurückgekehrt war: „Wir haben die Punkte, die uns letzte Woche gefehlt haben, angesprochen und wissen, dass gemeinsam viel zu tun ist. Wir wollen dahin kommen, Woche für Woche die Anforderungen der Hessenliga zu meistern.“

Unter der Woche war die Reckenforst-Elf im Kreispokal-Wettbewerb bei A-Ligist SG Heringen/Mensfelden im Einsatz und hielt sich beim 4:0 schadlos. „Wir sind froh, dass wir eine Runde weiter sind und sich niemand verletzt hat. Dennoch hatten wir vor allem in der ersten Hälfte zu viel Leerlauf und haben nach Wiederbeginn, gemessen an den Chancen, zu wenige Tore gemacht.“

Im Hadamarer Lager ist sich Stefan Kühne darüber bewusst, was sich im Vergleich zum 0:1-Auftakt Ende Juli morgen Nachmittag ändern muss: „Die Chancenverwertung ist das A und O, daran sind wir im Hinspiel gescheitert. Ansonsten hatten wir das Spiel vor allem in den ersten 45 Minuten absolut im Griff gehabt. Wenn wir es schaffen, die Leidenschaft von der ersten Minute an aufs Feld zu bringen, bin ich mir sicher, dass wir gute Chancen haben, das Spiel zu gewinnen.“ Auf die Frage, ob der Coach der Rot-Weißen einen gewissen Siegesdruck verspürt, meint er: „Nein, absolut nicht.“

Druck liegt bei Hadamar

Druck, das Spiel unbedingt gewinnen zu müssen, hat auch der TuS Dietkirchen nicht. Thorsten Wörsdörfer: „Hadamar hat einen Top-Kader und verstärkt ihn weiter. Alleine die finanziellen Möglichkeiten sind dort andere als bei uns. Wir haben das Hinspiel gewonnen und damit unser Soll mehr wie erreicht. Wenn uns das wieder gelingen sollte, wäre das eine schöne Zugabe. Ich bin aber davon überzeugt, dass Hadamar alles geben wird, um uns zu schlagen. Ich denke, dass sich die Zuschauer auf ein spannendes Spiel freuen können.“

Für Stefan Kühne könnte auch die Kulisse dazu beitragen, dass es seiner Elf noch schwieriger gemacht wird als ohnehin schon: „Der TuS wird von seinen Anhängern gepusht werden. Es ist grundsätzlich immer schwierig, in Dietkirchen zu bestehen. Wir müssen ruhig bleiben, unser Spiel durchbringen und vielleicht einfach mal die erste Chance nutzen. Der Gegner wird kompakt stehen und uns das Leben immens schwer machen.“ „Wörsi“ hofft auf der anderen Seite natürlich darauf, den guten Start von vier Zählern aus drei Spielen weiter ausbauen zu können: „Wir können voller Elan nach vorne spielen. Eine Niederlage wäre ,normal’, doch was ist beim TuS Dietkirchen schon ,normal’? Wir brauchen Durchsetzungsvermögen, ein gutes Zweikampfverhalten, Konzentration und mehr Zutrauen in die eigene Stärke. Dann können wir Hadamar auch ein zweites Mal besiegen.“

Aus personeller Sicht dürfte sich bis auf die unklare Personalie Leon Burggraf am Hadamarer Kader nichts Wesentliches ändern. Von Änderungen in der Startelf ist aber nach letzter Woche auszugehen. Zur Erinnerung: Mirco Paul und Yuki Noguchi hatten nach ihrer Einwechslung mächtig Dampf gemacht und könnten durchaus Startelfkandidaten sein. Auf Dietkircher Seite hat Thorsten Wörsdörfer da schon das eine oder andere Problem mehr: „Jonathan Mink fällt nach einer Knieverletzung länger aus, zudem ist der Einsatz von Lukas Hautzel fraglich. Ich hoffe, dass Oskar Stahl nach langer Verletzung und jetzt Urlaub schnell fit wird und sein Potenzial zeigt. Veränderungen sind also durchaus möglich.“

Welche 22 Akteure auch immer um 15 Uhr auflaufen werden, eines steht fest: Es wird kribbeln, und die Brisanz ist schon im Vorfeld zu spüren. So ein Derby ist halt einfach immer etwas Besonderes – vor allem wenn es in Hessens höchster Amateurklasse um Punkte und zugleich ums Prestige geht . . .

Freitag:

VfB Ginsheim - Vikt. Griesheim

19.00

FC Eddersheim - Rot-Weiß Walldorf

19.30

Hessen Dreieich - FV Bad Vilbel

19.30

Samstag:

Hessen Kassel - Eintr. Stadtallendorf

14.00

FC Hanau 93 - SC Waldgirmes

15.00

TuS Dietkirchen - SV RW Hadamar

15.00

FSV Fernwald - SV Neuhof

15.00

Sonntag:

KSV Baunatal - Türk Gü. Friedberg

14.00

SV Steinbach - SGB Fulda-Lehnerz

17.30

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