+
Den Ball im Blick haben Christopher Skoczny von der DJK Bad Homburg (links) und Timo Gschwender (1. FC-TSG Königstein).

Fußball Hochtaunus, Gruppenliga

Diesmal ist Königstein im Hochtaunus-Derby auf Augenhöhe

  • schließen

Ein ungewohntes Gefühl: Von den sieben heimischen Gruppenligisten geht am Wochenende keiner als Verlierer vom Platz. Vier siegen, zwei trennen sich im direkten Duell 0:0. Der FSV Friedrichsdorf war spielfrei.

DJK Bad Homburg – 1. FC-TSG Königstein 0:0: Nach dem am Mittwoch ausgetragenen Kreispokal-Match beider Clubs (2:1 für die DJK) hatten gestern „hüben wie drüben Kraft und Spritzigkeit gefehlt“, meinte DJK-Sportchef Goran Skeledzic, „wir waren meist leicht im Vorteil, aber oft nicht schnell genug und rannten uns immer fest“. Somit sei das Remis auch verdient gewesen. Kurz vor Schluss war der Ball zwar dann doch im DJK-Kasten gelandet, als Stefano Basanisi nach einer Ecke eingeköpft hatte. Allerdings hatte Schiedsrichter Schneider (Sonnenberg) zuvor ein Foul an Keeper Marco Kapias ausgemacht und den Treffer aberkannt.

Usinger TSG – SKV Beienheim 5:3 (0:1): Das Spitzenspiel des Wochenendes schien gleich alles auf einmal versprechen zu wollen. Einer Großchance der UTSG durch Max Miot-Paschke (3.) folgte Beienheims knapp verzogener Konter von Leon Hirzmann auf dem Fuße (4.). Nach einer halben Stunde häuften sich die SKV-Chancen. Konnte UTSG-Keeper Niklas Schulze gegen Mike Michalak (33.) und Ante Paradzik (36.) noch das 0:1 abwenden, war er kurz vor der Pause machtlos: Fatih Uslu überlupfte den Tormann gekonnt (44.). Aber wohl dem, der einen Marco Weber hat: Dieser drehte die Partie per Doppelschlag nach Wiederbeginn zum 2:1 (50./52.) und entschied sie später mit dem 4:2 (83.). Marcel Kopp, der zwei Weber-Treffer vorbereitet hatte, schritt beim 3:1 (56.) nach einer Dörnte-Vorlage auch selbst zur Tat. Leon Hirzmann verkürzte nochmals auf 3:2 (63.), ehe Weber (4:2) und Philipp Brendel auf 5:2 (90.+2) stellten. Letztlich unerheblich: das 5:3 (90.+3) durch Darren Lee Hare.

FC Neu-Anspach – TSG Niederrad 4:2 (3:1): Schiedsrichter Sierla (Wachenbuchen) konnte die Partie vor 120 Zuschauern erst mit 35 Minuten Verspätung anpfeifen. Das lag daran, dass sich sein Kollege Henß (Hatzbach) in der Startzeit der vorgeschalteten KOL-Partie gegen die SG Eschbach/Wernborn geirrt hatte. Sei’s drum – Anspachs Gruppenliga-Team gab von Anfang an Gas. Marvin Akkus Rodriguez köpfte in der 14. Minute eine Ecke zum 1:0 ein und traf später noch einmal die Latte (56.). Bereits in der 16. Minute erhöhte Kyle Howie nach drei Direktpässen auf 2:0. Das 3:0 gegen defensiv konfuse Gäste verhinderte in der 21. Minute das Lattenkreuz bei einem 25-Meter-Kracher von Naoufal Akil. Ehe Howie zuschlug und es doch 3:0 (40.) hieß. Niederrads erster Torschuss führte durch Robert Kohns gleich zum 3:1 (44.), doch nach Howies drittem Streich zum 4:1 (61./Zuspiel Niklas Kraus) war die Partie „durch“. Für die TSG reichte es nur noch zum 4:2 (68.) durch einen noch abgefälschten Fernschuss von Ali Sina Kanawezi. „Leider haben wir uns nach der Pause vom mäßigen Niveau Niederrads anstecken lassen“, meinte FCNA-Manager Michael Caspari. Im zweiten Abschnitt habe der Referee laut Pressesprecher Sebastian München „mehrere enge Entscheidungen für uns getroffen“ – für einige Gästefans offenbar ein Grund dafür, den Unparteiischen zu beleidigen. Auch soll eine Flasche Richtung Schiri geflogen sein, so dass Referee Sierla nach dem Abpfiff um Geleitschutz zur Kabine bat.

Sportfreunde Friedrichsdorf – Türk. SV Bad Nauheim 6:2 (2:2): Nach 0:2 noch 6:2! Wieder einmal haben sich die Sportfreunde von Trainer Josip Coric als Meister des Spektakels präsentiert. „Wir hatten zwar die ersten 25 Minuten verpennt, aber dann begann unsere Körpersprache zu stimmen“, ließ der SF-Coach die turbulente Partie nach dem Abpfiff nochmals Revue passieren. In der Pause habe er „deutliche Worte gesprochen, denn bis dahin hat mir so einiges noch nicht gefallen – umso mehr aber nach Wiederbeginn“. Bis der seitherige Tabellenzweite aus der Badestadt regelrecht unterging, was auch an den „Ampelkarten“ gegen Torwart Yüksel Deliktas und Fabian Schusterschitz (80.) lag, die nach einem Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Reisert (Ober-Roden) allzu heftig reklamiert hatten. Anschließend versenkte Stefan Hickl seinen zweiten Elfer des Tages abgeklärt zum 4:2 (81.), dem Spiel war damit der Spannungsstecker gezogen. Bad Nauheims Spielertrainer Tufan Tosunoglu (12.) und Abdul Baki Özislis (24.) hatten die Nauheimer zunächst mit 2:0 in Front geschossen. Bis zur Pause aber hatten Florian Kister (31.) und Hickl mit seinem ersten Elfmeter (44./Foul an Kister) den Schaden wieder repariert. Im zweiten Abschnitt wurde der Gast dann durch eine Torlawine von Okan Koyun (72.), Hickl (81./FE), Eugen Schiffmann (84.) und Ali Razai (85.) regelrecht überrollt.

Vatanspor Bad Homburg – FC Karben 1:0 (1:0): Bereits am Freitagabend hatte der Verbandsliga-Absteiger die rote Laterne abgegeben. „Es war zwar kein schlechtes Spiel von uns, doch müssen wir künftig eine Partie in Überzahl souveräner nach Hause bringen“, spielte Vatan-Sprecher Pedro Ribeiro auf die „Ampelkarte“ für Karbens Tormann Adrian Wetzel ab, der in der 64. Minute nach Foulspiel an Anas El Allaoui „flog“. Nun waren es kurioserweise die unterzähligen Karbener, die in der Folge vor einem Torerfolg standen. Vor allem in der 76. Minute, als Vatan-Keeper Nico Molitor mit einer Glanztat das 1:1 durch Lars Menzel verhinderte. Das goldene Tor hatte Sefa Usta bereits in der 9. Minute erzielt. Denilsson da Silva eroberte den Ball, passte zu Fabris Brayan Afou Nga. Dessen butterweiche Flanke köpfte Usta ein. Bis dann Karbens große Ausgleichschance kam, hätten Usta (31.), Niclas Hempel (58.) und Afou Nga (62.) für Vatan längst auf 2:0 erhöhen können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare