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Robin Böcher steht vor seinem 200. Oberliga-Spiel.

Fußball-Hessenliga

Dietkirchen vor dickem Brocken - Hadamar will "eklig" sein

In der Fußball-Hessenliga geht es Schlag auf Schlag. Der TuS Dietkirchen trifft auf die mit Maximalausbeute ausgestattete SG Barockstadt Fulda-Lehnerz. Der SV Rot-Weiß Hadamar geht zeitgleich beim 1. Hanauer FC auf Reisen.

VON PATRICK JAHN

TuS Dietkirchen – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (Samstag, 15 Uhr): Es waren Zentnerlasten, die TuS-Trainer Thorsten Wörsdörfer nach dem 2:1 in der Nachspielzeit gegen Fernwald von den Schultern gefallen sind. „Die Mannschaft hat das gezeigt, was man zeigen muss, wenn man in der Klasse bleiben will. Auch wenn es schwierig ist, das jetzt jeden vierten Tag abzurufen, waren Moral und Wille top“, sagt er. Lange freuen können sich die Schwarz-Roten nicht, denn mit Fulda-Lehnerz kommt ein Anwärter auf den Aufstieg in die Regionalliga Südwest. Der Titel-Mitfavorit reist mit einer perfekten Bilanz zur „Auto-Bach-Arena“: drei Spiele, neun Punkte, 6:0 Tore. In der letzten Saison war die Elf von Trainer Sedat Gören ähnlich erfolgreich gestartet; damals war es der SV Hadamar, der den Osthessen am 6. Spieltag die ersten Gegentore beigebracht hatte. Morgen würde der TuS Dietkirchen gerne diese Aufgabe übernehmen. „Irgendwann ist immer das erste Mal“, meint Wörsdörfer. „Wir wollen versuchen, sie ein bisschen zu ärgern. Der Kader der SG ist überragend, aber das Spiel fängt bei null an.“ Auch weil dem TuS spielstarke Teams im Regelfall liegen, scheint eine Überraschung nicht ausgeschlossen. Wichtig wäre es, nicht wieder früh in Rückstand zu geraten. Redaktions-Tipp: 1:1.

1. Hanauer FC – SV Rot-Weiß Hadamar (Samstag, 15 Uhr). Mit neun Punkten aus drei Spielen sieht die Fußballwelt in Hadamar aktuell rosig aus. Der 3:2-Sieg unter der Woche beim SC Waldgirmes hat einmal mehr gezeigt, zu was die Rot-Weißen im Stande sein können. Trainer Stefan Kühne: „Das war ein super Spiel mit ungeheuer hohem Tempo. Wir haben trotz der guten Offensive des Gegners nicht allzu viele Chancen zugelassen.“ Wenn morgen in Hanau der Anpfiff ertönt, wollen die Fürstenstädter wieder „eklig“ sein. Denn klar ist: Der Kontrahent verfügt über etliche gute und erfahrene Einzelspieler, die es zu bändigen gilt. Mit vier Punkten aus zwei Spielen ist der Saisonstart der Truppe von Ex-Profi Michael Fink auf jeden Fall geglückt. „Wir wissen, dass Hanau technisch sehr gut ist und vieles spielerisch lösen möchte. Ich denke, dass das unserer Spielweise entgegenkommen könnte“, sagt Kühne. „Wir müssen jedes Spiel mit 100 Prozent angehen, es gibt für uns keine einfachen Aufgaben.“ Redaktions-Tipp: 1:3.

200. Oberliga-Spiel für Robin Böcher?

Er hat viele Trainer und Mitspieler kommen und gehen sehen, aber er selbst ist immer noch da: Robin Böcher steht unmittelbar vor seinem 200. Oberliga-Spiel, wenn er in der Fußball-Hessenliga zum nächsten Mal im Trikot des TuS Dietkirchen auflaufen wird.

200 Spiele auf diesem Niveau: Hut ab! Dabei ist der Ellarer noch gar nicht so alt wie es scheinen mag angesichts seiner durchaus stolzen Fußballer-Karriere. Mit seinen 28 Jahren gehört Robin Böcher erst dem dritten Verein in Hessens Belétage an. Da gibt es andere, die in dieser Ära schon zehn Vereine „hinter sich“ haben. Aber das ist nicht Robin Böchers Art. Angefangen hat der junge Pädagoge unter Thomas Brendel in der U23 des SV Wehen Wiesbaden. Nach einem Jahr wechselte er zum SV Rot-Weiß Hadamar; damals trainiert vom Thalheimer Walter Reitz. Nach Reitz kam Florian Dempewolf, danach Torsten Kierdorf.

Als dieses Kapitel 2018 etwas unrühmlich zu Ende gegangen war, verließen einige gestandene Spieler die Fürstenstädter – unter ihnen Robin Böcher. Er und sein damaliger Teamgefährte Patrick Kuczok wechselten letzten Sommer zum TuS Dietkirchen, der gerade „frisch“ in die Hessenliga aufgestiegen war. Dessen Coach, Thorsten Wörsdörfer, nahm Robin Böcher und Patrick „Kutsche“ Kuczok mit Kusshand und machte den engagierten Robin Böcher sogleich zu seinem Co.-Trainer. In den ersten Spielen für seinen neuen Verein plagten Robin Böcher noch immer Nachwehen seiner schweren Fußverletzung, die ihn monatelang auf Eis gelegt hatte. „Dank der Corona-Zwangspause bin ich jetzt endlich schmerzfrei“, freut sich Robin Böcher auf noch möglichst viele Spiele bei den Reckenforstlern, wo er sich pudelwohl fühlt. Vor allem Thorsten Wörsdörfer hat ihn als Trainer vollends überzeugt: „Wörsi ist ein klasse Trainer mit ganz viel Fingerspitzengefühl. Von ihm kann ich noch viel lernen“, sagt Robin Böcher, der derzeit an der DFB-Junioren-Elite-Lizenz arbeitet, um vielleicht irgendwann als Trainer eines Seniorenteams arbeiten zu können – möglichst natürlich in der Oberliga, wo er hingehört.  MARION MORELLO

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