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Berufs- und wohnortbedingt wird Stefan Ostertag vom SC Dombach (rechts) heute sein letztes Spiel für seinen Verein machen. Was wäre also schöner, als sich mit dem Aufstieg zu verabschieden? André Müller (TuS Drommershausen, links) befindet sich nach zwei Niederlagen bereits in der Sommerpause.

Fußball im NNP-Land

TuS Dietkirchen: Als Hessenligist ins Pokal-Finale?

Es ist definitiv das letzte Fußball-Wochenende vor der Sommerpause. Am heutigen Samstag und am Sonntag fallen die letzten Entscheidungen. Unglaublich kurios könnte es in der Aufstiegsrunde zur Hessenliga verlaufen.

VON PATRICK JAHN

Am allerletzten Wochenende der Saison wird es die interessantesten und spannendsten Spiele geben. Hitchcock hätte das nicht besser dirigieren können.

Kreispokal-Finale: Nach zwei Jahren wird es im Kreispokal-Wettbewerb definitiv einen anderen Sieger als den SV Rot-Weiß Hadamar geben. Am Pfingstsonntag, 15 Uhr, treffen auf dem Kunstrasenplatz in Offheim der TuS Dietkirchen und der FC Dorndorf aufeinander. Vor allem für die Mannschaft von Trainer Thorsten Wörsdörfer kann die Saison heute und morgen einen phänomenalen Ausgang nehmen. Neben der Hoffnung auf den erstmaligen Hessenliga-Aufstieg wäre der Pokaltriumph zweifelsfrei das i-Tüpfelchen. Die Dorndorfer werden sich selbstredend mit allem dagegenstemmen. Dennoch dürften die Dietkircher der Favorit sein. Aber wie gesagt: Der Pokalwettbewerb hat sowohl bei den Profis als auch im Amateurbereich oftmals seinen ganz eigenen Charakter. Während der TuS über die Stationen TuS Obertiefenbach (12:0), WGB Weilburg (4:1), FCA Niederbrechen (6:1) und SV RW Hadamar (1:0) ins Endspiel eingezogen ist, räumte der FC Dorndorf den FC Steinbach (2:1 n. V.), den FSV Würges (3:0, kampflos), den VfL Eschhofen (4:2), den TuS Frickhofen (1:0) und die SG Selters (3:0) aus dem Weg. In Dorndorf würden sich die Verantwortlichen nach dem freiwilligen Rückzug in die Gruppenliga über eine Pokal-Überraschung sicher nicht beschweren.

Hessenliga-Aufstiegsrunde: Zwischen dem SV Neuhof (Verbandsliga Nord) und dem 1. Hanauer FC (Verbandsliga Süd) kommt es am Samstag, 15 Uhr, zum finalen Krimi. Die Ausgangslage könnte kurioser nicht sein. Der FC Bayern Alzenau ist am vergangenen Mittwoch durch ein 1:1 gegen die Stuttgarter Kickers in die Regionalliga Südwest aufgestiegen. Demnach wird sich aus der Dreierrunde zur Hessenliga nicht nur der Sieger freuen, sondern auch der Zweite. Und hierfür stehen die Chancen des TuS Dietkirchen nicht schlecht. Aber es könnte auch dramatisch enden. Die Spielordnung besagt, dass der Sieger dieser Aufstiegsrunde bei Punktgleichheit durch das Torverhältnis ermittelt wird. Dieses Szenario gilt aber nicht für den Zweiten, denn da gilt der direkte Vergleich. Beispiel: Neuhof unterliegt Hanau mit 0:2. Dietkirchen wäre mit drei Punkten und 3:3 Toren plötzlich sogar Sieger der Aufstiegsrunde vor dem 1. Hanauer FC mit ebenfalls drei Punkten und 3:3 Toren. Der SV Neuhof würde mit drei Punkten und 2:2 Toren in die Röhre schauen. Dass dieses Ergebnis aber definitiv nicht eintreten wird, scheint klar. Aber warum? Ganz einfach: Bei einer höheren Niederlage als 0:2 wäre der SV Neuhof kurioserweise Zweiter vor dem dann endlos traurigen TuS Dietkirchen. Der 1. Hanauer FC wäre bei einem höheren Sieg aufgrund des besten Torverhältnisses Erster. Neuhof hätte zwar dann das schlechtere Torverhältnis als Dietkirchen, doch das spielt keine Rolle, denn der direkte Vergleich ging bekanntlich an die Osthessen. Aber keine Angst, TuS Dietkirchen! Das Spiel steht unter Verbandsaufsicht, und mit Christof Günsch ist ein Schiedsrichter angesetzt, der aus der 2. Bundesliga kommt. Kurzum: Der TuS Dietkirchen steigt in die Hessenliga auf, wenn der SV Neuhof nicht höher als 0:2 (oder 1:3, 2:4 und so weiter) verliert. Jedes andere Resultat würde den Limburger Vorstädtern das Ziel aller Träume ermöglichen.

Verbandsliga-Aufstiegsspiele: Unter dieser Voraussetzung wäre der RSV Weyer im Übrigen unabhängig vom Ausgang des Relegations-Rückspiels in der kommenden Runde Verbandsligist – auch das gab es auf dem Weilersberg noch nicht. Wenn der TuS Dietkirchen aber eben nicht aufsteigt, geht es im zeitgleich stattfindenden RSV-Spiel (Samstag, 17 Uhr) um die „Wurst“. Da sich also niemand darauf verlassen kann, hat auch die Partie gegen den FC TuBa Pohlheim eine gewisse Brisanz. Bei der 1:3-Hinspielniederlage präsentierte sich das Team von Trainer Frank Wissenbach „zu grün hinter den Ohren“. Das muss sich ändern, denn die Pohlheimer haben vor allem in der Offensive eine enorme Qualität. Trotz allem haben die Grün-Weißen schon oft genug bewiesen, dass die Heimspielstätte eine Festung sein kann. Und wenn die Weyerer tatsächlich in Führung gehen, könnte beim Dritten der Gruppenliga Gießen/Marburg auch der Kopf eine Rolle spielen. Gespielt wird übrigens auf dem Kunstrasen, da der Naturrasen für das Gastspiel des Bundesligisten Fortuna Düsseldorf am 4. Juli vorbereitet wird. Wichtiger Hinweis zur Anreise: Aufgrund beschränkter Parkmöglichkeiten werden die Besucher gebeten, gemeinsam mit Bekannten im PKW die Reise nach Weyer anzutreten, den Hinweisen der Parkeinweiser bezüglich Anfahrt und Parken Folge zu leisten oder sich zu Fuß auf den Weg zum Weilersberg zu machen. Der Vorstand des RSV Weyer bedankt sich im Vorfeld für die Kooperation!

Gruppenliga-Aufstiegsrunde: Wer gedacht hätte, dass auch das „Finale“ um die Gruppenliga Wiesbaden „für die Füße“ ist, hat sich getäuscht. Selbst bei einem Aufstieg des RSV Weyer in die Verbandsliga wird nur der Sieger des Spiels SV Alemannia Nied gegen SV Hallgarten (Samstag, 15 Uhr) aufsteigen. Die Richtzahl in der Gruppenliga ist 17, und selbst bei einem Weyerer Aufstieg wären aktuell 16 Mannschaften in der Gruppenliga beheimatet. Ergo: Für beide Mannschaften geht es um absolut Alles. Favorisiert dürfte hierbei der Main-Taunus-Vertreter aus Nied sein, auch wenn der SV Hallgarten mit seinem Torjäger Robin Kliemt über eine unberechenbare Waffe verfügt. Der 40-Tore-Stürmer hatte in der letzten Runde gegen die SG Selters alle drei Tore erzielt und dürfte weiterhin torhungrig sein.

A-Liga-Relegationsrunde: Die letzte Entscheidung in Sachen Auf- oder Abstieg fällt am Samstag, 17.30 Uhr. Auch hier ist die Ausgangslage zwischen dem FC Dorndorf 2 und dem SC Dombach klar. Den Dombachern reicht aufgrund der mehr erzielten Tore (2:1) im Vergleich zu den Dorndorfer Reservisten (1:0) bereits ein Remis, um in die A-Liga zurückzukehren. Zwar ist die Partie einigermaßen offen, der Heimvorteil könnte allerdings dem FC Dorndorf 2 ein Stück weit in die Karten spielen. Bekanntermaßen fühlen sich die Dombacher auf Kunstrasen nicht ganz so wohl.

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