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Findet harte Worte: Dietkirchens Trainer Thorsten Wörsdörfer.

Fußball-Hessenliga

TuS Dietkirchen: Systemausfall in Griesheim

  • Marion Morello
    vonMarion Morello
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Es war eine Metzgerfahrt für den TuS Dietkirchen ins Darmstädter Umland. Von ihrer Reise zum SC Viktoria Griesheim in der Fußball-Hessenliga kamen die Reckenforstler mit leeren Händen und einem enttäuschten Trainer Thorsten Wörsdörfer zurück.

SC Viktoria Griesheim – TuS Dietkirchen 3:0 (2:0). „Ich bin sehr betrübt darüber, was sich heute hier abgespielt hat“, machte TuS-Coach Thorsten Wörsdörfer nach den denkwürdigen 90 Minuten seinem Unmut Luft. „Das war eine B-Seite, von der ich nicht gedacht hätte, dass wir sie in der Hessenliga noch einmal auflegen würden.“ Das hörte sich tatsächlich nicht besonders gut an. Was hatte den eigentlich stets gut gelaunten Coach so auf die Palme gebracht?

Der versemmelte Start seines Teams war einer der Gründe. Nach zwei Minuten hatte es bereits lichterloh im TuS-Strafraum gebrannt. Diese Warnung wurde wohl ignoriert, denn in der 8. Minute hieß es bereits 1:0, als Oskar Stahl nach einem langen Ball aus der Abwehr den entscheidenden Zweikampf verlor und Alexander Paraschiv mit links einnetzte. „Ich weiß nicht, ob meinen Spielern nicht bewusst ist, dass ein Hessenliga-Spiel gleich mit dem Anpfiff beginnt“, sinnierte Thorsten Wörsdörfer ob dieser dummen Aktion. Und er holte noch weiter aus: „Heute haben wir alle Tugenden vermissen lassen, die uns seinerzeit in diese Liga gebracht haben: Aggressivität, Wille, Grundeinstellung, Laufbereitschaft.“

Aber es sollte noch schlimmer kommen. Nach einem Zuckrigl-Fehlpass war Nick Volk auf und davon, wurde aber von der an diesem Nachmittag einzigen verlässlichen Konstanten, Torwart Raphael Laux, gebremst, der auch die anschießende Ecke überragend entschärfte. In der 37. Minute aber war auch der TuS-Zerberus geschlagen, als erneut Paraschiv gemütlich durch die gesamte schwarz-rote Abwehr wie seinerzeit Schwedens-Ski-Star Ingmar Stenmark durch die Slalomstangen marschieren durfte und zum 2:0 einschob. Von diesem Nackenschlag sollten sich die Reckenforstler nicht mehr erholen. Im Gegenteil: Sie liefen Gefahr, die Hütte voll zu bekommen.

Das Fünkchen Hoffnung wurde zu Beginn der zweiten Halbzeit gleich durch Noah Lorenz erstickt, der Dietkirchen mit links ins linke obere Eck den Todesstoß versetzte. Weitere Torgefahr des SC blieb aufgrund vieler Wechsel auf der Strecke, dennoch muss man dem TuS Dietkirchen für diesen Auftritt einen kompletten Systemausfall attestieren.

Griesheim: Jivan, Windeck (69. Seither), Kern, Bender, Volk, El Fahfouhy, Paraschiv, Schumacher, Arslan, Lorenz (64. Makengo), Donkov (64. Royo) – Dietkirchen: Laux, Nickmann (69. Weis), Rademacher, Hautzel, Kratz, Dankof, Zuckrigl (86. Granja), Stahl, Böcher, Cakir (46. Mink), Schmitz – SR: Höpp (Dauernheim) – Tore: 1:0 (8.), 2:0 (37.) beide Alexandru Paraschiv, 3:0 Noah Lorenz (51.) – Zuschauer: 100.

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