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Der Dietkircher Torschütze Marco Müller zieht ab, Die Friedberger Zie Moussa Ouattara und Julian Dudda beobachten.

Fußball-Hessenliga

Dietkirchens Talfahrt geht ungebremst weiter

In der Fußball-Hessenliga hat der TuS Dietkirchen sein so wichtiges Heimspiel gegen Türk Gücü Friedberg mit 1:2 verloren und blickt durch die fünfte Niederlage hintereinander gebangt Richtung Abstiegszone.

VON PATRICK JAHN

TuS Dietkirchen – Türk Gücü Friedberg 1:2 (1:2).
Die erste Überraschung schon vor dem Anpfiff: Die Dietkircher hatten sich dazu entschlossen, die Partie auf dem holprigen Rasenplatz durchzuziehen. Die schwierigen Platzverhältnisse ließen fußballerische Feinheiten faktisch nicht zu. Lediglich bei Standards oder langen Bällen keimte Gefahr auf. Mit dem ersten ernstzunehmenden Abschluss war die Elf von Trainer Thorsten Wörsdörfer sogar in Führung gegangen. Ein Freistoß Marco Müllers vom linken Strafraumeck flog an Freund und Feind vorbei ins lange Eck zum 1:0 – clever, wie Dennis Leukel TG-Keeper Tolga Sahin verwirrt hatte (19.). Die Freude währte nicht lange, denn Türk Gücü kam nur 180 Sekunden später zum Ausgleich, als Shelby Printemps auf der rechten Seite zu viel Platz bekommen hatte, die Kugel in die Mitte brachte, wo Keanu Hagley unbedrängt und wuchtig ins rechte obere Eck abschloss – 1:1 (22.). Der TuS hatte zehn Minuten vor der Pause die große Gelegenheit zur erneuten Führung, doch Maximilian Zuckrigl, der nach Flanke von Moses Nickmann frei vor dem Tor auftauchte, schloss per Direktabnahme zu harmlos ab. Dass die Friedberger auch auf schwierigem Untergrund spielen können, belegte Minute 39: Erdinc Solak bediente mit feinem Pass durch die Schnittstelle Shelby Printemps, der Sekundenbruchteile vor Raphael Laux an den Ball kam, dann aber vom Torwart zu Fall gebracht wurde – Schiedsrichter Carsten Dücker entschied auf Strafstoß, der zumindest diskutiert werden durfte. Erdinc Solak verwandelte sicher zum 1:2-Pausenstand (41.). Zu diesem Zeitpunkt hatten die Reckenforstler schon zweimal verletzungsbedingt tauschen müssen: Dennis Leukel und Jason Schäfer mussten raus und wurden durch Miguel Granja und Jonathan Mink ersetzt. Es kam also knüppeldick.

Im zweiten Durchgang änderte sich wenig. Das Spiel blieb zwar hart umkämpft, für Fußball-Ästheten war das Treiben aber nichts. Dietkirchen war gewillt, den Spieß noch zu drehen, war aber in allen Bereichen zu ungenau. Friedberg zog sich mehr und mehr zurück und lauerte auf Konter. Eine von unzähligen Flanken, die in den Türk-Gücü-Strafraum flogen, hätte Maximilian Zuckrigl beinahe eingenickt, doch sein Kopfball aus acht Metern landete genau in den Armen von Schlussmann Tolga Sahin (63.). 120 Sekunden danach war es erneut „Zucker“, der eine Hereingabe von Miguel Granja über den rechten Winkel „schädelte“. Ansonsten: Fehlanzeige. Türk Gücü verteidigte mit Mann und Maus und hatte lediglich in der Schlussminute Glück, als der eingewechselte Patrick Schmitt nach einem Missverständnis zwischen Tolga Sahin und Ceyhun Dinler den Ball nicht mehr richtig erwischte. Am Ende entführte Türk Gücü drei Zähler vom Reckenforst, die – wie nahezu alles an diesem Nachmittag – dem Zufall geschuldet waren.

Dietkirchen: Laux, Nickmann, Rademacher, Hautzel, Kratz, Leukel (42. Mink), Müller (78. P. Schmitt), Zuckrigl, Schäfer (24. Granja), Stahl, Bergs – Friedberg: Sahin, Tesfaldet, Solak, Usic, Hagley (77. Mitrovic), Printemps, Dinler, Dudda, Eren, Ouattara, Toskovic (65. Miric) – SR: Dücker (Nüsttal) –Tore: 1:0 Marco Müller (19.), 1:1 Keanu Hagley (22.), 1:2 Erdinc Solak (41./FE) – Zuschauer: 230.

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