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Eishockey-Oberliga Nord

EG Diez-Limburg: Nach dem Schock im Wartestand

  • vonYannick Wenig
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Wie geht es weiter mit der EG Diez-Limburg in der Eishockey-Oberliga Nord? Das ist die große Frage. Auch der Deutsche Eishockey-Bund hat sich in die "Verhandlungen" mit dem rheinland-pfälzischen Innenministerium eingeschaltet.

Der Schock sitzt auch wenige Tage nach der völlig überraschenden Meldung vonseiten des rheinland-pfälzischen Innenministeriums, dass das Eishockey-Team der EG Diez-Limburg in der Oberliga Nord mit sofortiger Wirkung den Trainings- und Spielbetrieb in der Eissporthalle am Diezer Heckenweg einstellen muss, tief. Für die Partie gegen die "Crocodiles" Hamburg, die ursprünglich am gestrigen Freitagabend ausgetragen werden sollte, bedeutete dies bereits die Absage.

Informationen über das weitere Vorgehen liegen den Verantwortlichen bei den "Rockets" bislang nicht vor. "Momentan heißt es abwarten. Wir sitzen natürlich auch auf heißen Kohlen und warten auf Neuigkeiten", sagte der EGDL-Vorsitzende Steffen Krüger. Lediglich eine Benachrichtigung vonseiten des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) habe man bisher erhalten, dass die Sportministerkonferenz (SMK) eine Arbeitsgruppe unter Mitwirkung des Bundesministerium des Innern (BMI) und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) eingesetzt hat, die nun bundeseinheitliche Zuordnungen verschiedener Ligen zu Profi- oder Amateursport erarbeiten soll. Mit einem Ergebnis sei demzufolge am Montag zu rechnen.

Der DEB beharrt unterdessen auf dem Standpunkt, dass die Oberligen als Profisport zu werten sind. Der Deutsche Eishockey-Bund soll sich darüber hinaus bereits mit einem Schreiben an das rheinland-pfälzische Innenministerium gewandt haben, in dem er darauf hinweist, dass die EGDL an einer bundesweit als Profiliga geltenden Spielklasse teilnimmt und somit als Profiteam einzustufen sei und dass auch das Land Rheinland-Pfalz die Einstufung der Eishockey-Oberliga als antragsberechtigte Spielklasse für die "Coronahilfen Profisport" mitgetragen hat.

Auslöser für die Anordnung des Landes Rheinland-Pfalz, den Spiel- und Trainingsbetrieb bei der EG Diez-Limburg einzustellen, sollen dem Vernehmen nach mehrere beim rheinland-pfälzischen Innenministerium eingegangene Beschwerden von Drittligisten aus anderen Sportarten gewesen sein, die zurzeit nicht spielen oder trainieren dürfen und somit auf eine vermeintlich unterschiedliche Rechtsauslegung hingewiesen haben sollen. Erst infolgedessen soll sich das Ministerium mit dem Rhein-Lahn-Kreis in Verbindung gesetzt haben.

Die Situation am Diezer Heckenweg bleibt somit vorerst angespannt. "Wir wissen alle, wie groß die Konsequenzen sein werden, wenn wir nicht mehr spielen und trainieren dürfen. Gerade auch für die Nachwuchsabteilung, die ja auch von den Erfolgen der 1. Mannschaft lebt", so Steffen Krüger, der zu Bedenken gibt, dass bei einer weiteren Eskalation der aktuellen Thematik womöglich auch eine dauerhafte Schließung der Eissporthalle drohe und weitere Vereine, wie etwa der ERC Diez, um ihre Existenz bangen müssen. Klar ist: "Die Situation könnte weitreichende Folgen haben. Auch für die Spieler, die aktuell bei der EGDL unter Vertrag stehen, ist die Situation schwierig. Wenn wir keine Halle haben, in der wir derzeit trainieren und Spiele austragen können, sehen sich irgendwann auch die Spieler nach anderen Vereinen um", so Krüger. "Gerade wenn die Ligakonkurrenten aus den anderen Bundesländern diese Probleme nicht haben."

Die Unruhe im Umfeld der EG Diez-Limburg ist im Hinblick auf das anstehende Auswärtsspiel am Sonntag um 18 Uhr bei den "Icefighters" Leipzig alles andere als ideal. Die Meldungen der vergangenen Tage werden schließlich auch an Chefcoach Arno Lörsch und seinen Spielern nicht spurlos vorbei gegangen sein. "Als wäre die Aufgabe als Aufsteiger in der Oberliga Nord nicht groß genug, jetzt haben wir auch noch solche Themen zu klären", erklärt Krüger. Für die Mannschaft und ihren Trainer wird es eine Mammutaufgabe, die Geschehnisse der vergangenen Tage auszublenden und sich voll und ganz auf die kommende Aufgabe in Leipzig zu fokussieren.

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