Oliver Koletzko (18) aus Schmitten sprang erstmals in der Männerkonkurrenz bei deutschen Meisterschaften mit.
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Oliver Koletzko (18) aus Schmitten sprang erstmals in der Männerkonkurrenz bei deutschen Meisterschaften mit.

Leichtathletik, Hochtaunus

DM-Medaillen für Oliver Koletzko und Maryse Luzolo

  • VonJens Priedemuth
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Vier Athleten aus dem Hochtaunus waren bei den deutschen Meisterschaften am Start. Einer galt sogar als Favorit.

Braunschweig -Plötzlich Topfavorit. Vor wenigen Wochen hätte Oliver Koletzko noch im Traum nicht daran gedacht, als erster Anwärter auf den deutschen Meistertitel zu gelten. Dann gelang dem jungen Weitspringer aus Schmitten beim Saisoneinstieg, einem Meeting seines Vereins Wiesbadener LV, ein Sprung auf 7,90 Meter. Hessenrekord! Vor den "Finals 21" in Braunschweig kamen von der nationalen Konkurrenz nur Maximilian Entholzner (LAC Passau) und Fabian Heinle (VfB Stuttgart) mit jeweils 7,82 Metern einigermaßen an die Weite des erst 18-Jährigen heran.

Koletzko: "Mit dem dritten Platz bin ich megazufrieden"

"Ich gehe immer mit der Einstellung in den Wettkampf, dass ich der Jüngste bin, daher einfach mein Ding durchziehe und mich von anderen nicht ablenken lasse", sagte Koletzko. Doch mit der Favoritenrolle ist das so eine Sache. Der bisherige Jahresbeste aus dem Taunus startete mit zwei ungültigen Versuchen. Relativ schwer habe er in den Wettkampf hineingefunden, so der Teenager. Seine erste Weite von 7,61 Meter sollte ihm Ende schon eine Medaille einbringen. Der letzte Sprung war ähnlich weit: 7,60 Meter. Es gewann Heinle mit 7,81 Metern vor Entholzner (7,68 Meter).

"Mit dem dritten Platz bin ich megazufrieden. Mit der Weite hadere ich noch ein bisschen. Da wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen. Aber über einen dritten Platz beschwert man sich nicht", sagte Koletzko. Dagegen musste sich Gianluca Puglisi vom Königsteiner LV mit dem unliebsamen vierten Platz zufriedengeben. Der 25-jährige Medizinstudent ist in dieser Saison schon 7,69 Meter gesprungen, in Braunschweig waren es dann "nur" 7,57 Meter.

Gerade einmal vier Zentimeter mehr machten Shooting-Star Koletzko happy. Und die Stimmung im Stadion. Endlich seien die Sportler wieder von Zuschauer angefeuert worden, freute sich der Gymnasiast. "Dann konnte man richtig gut arbeiten." Sein Fokus gilt nun den U20-Europameisterschaften in Tallinn (15. bis 18. Juli). "Dort möchte ich in den Endkampf kommen und alles, was darüber hinausgeht, lasse ich auf mich zukommen."

Luzolo führte nach zwei Durchgängen das Feld an

Spannender als erwartet verlief der Weitsprung der Frauen. Maryse Luzolo vom Königsteiner LV war gleich mit ihrem ersten Versuch 6,49 Meter "geflogen". Die Führung hielt immerhin bis zum dritten Durchgang, ehe die große Favoritin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) mit 6,59 Metern konterte. Luzolo legte im dritten Versuch nach - 6,55 Meter.

Danach konnte sich die 26-jährige Frankfurterin nicht mehr steigern, während Weltmeisterin Mihambo sich in der fünften Runde mit 6,62 Metern nochmals verbesserte. Eine Weite, die Luzolo dieses Jahr auch schon übertroffen hat. Diesmal aber nicht. "Natürlich habe ich mit einem DM-Sieg geliebäugelt", sagte Luzolo, "leider hat es diesmal noch nicht ganz gereicht."

Einen guten Lauf über die 3000 Meter Hindernis zeigte Amelie Svensson (LG Region Karlsruhe). Die Studentin aus Bad Homburg machte in dem von der Frankfurterin Gesa Felicitas Krause (9:31,61 Minuten) dominierten Rennen "ihr Ding". Auf der Zielgeraden konnte die Kurstädterin noch Kerstin Schulze-Kalthoff (LG Brillux Münster) überspurten und mit 10:18,19 Minuten einen guten sechsten Platz belegen. Damit kam Svensson bis auf rund 2,5 Sekunden an ihre Jahresbestleistung ran. Alles richtig gemacht.

Das Quintett aus dem Taunus komplettierte Sven Wagner. Der junge Mittelstreckler vom Königsteiner LV war einer von gleich sechs hessischen Startern über 1500 Meter - in einem DM-Finale, das nicht taktisch, sonders ziemlich schnell gelaufen wurde. Wagner, der sich noch im ersten Jahr der Junioren-Klasse U23 befindet, fand sich nach 3:45,03 Minuten (rund fünf Sekunden über seiner Bestleistung) auf Position sieben wieder.

Der Sieg ging mit neuem Meisterschaftsrekord von 3:34,64 Minuten an Robert Farken (SC DHfK Leipzig). Er unterbot nach 44 Jahren die alte Marke (3:37,00 Minuten) von Thomas Wessinghage, einer der Großen in der deutschen Leichtathletik.

Okai Charles und Nele Weßel vom Königsteiner LV waren ebenfalls für die DM qualifiziert. Der Verzicht der beiden talentierten Mittelstreckler stand aber schon länger fest. Weßel konzentriert sich auf die U23-DM in Koblenz (26./27. Juni), Charles hat einen Platz in der 4x400-Meter-Staffel für die U20-EM im Visier.

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