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Samurai-Judoka David Tsokouris (in schwarz) hatte den Esslinger Felix Kurz in beiden Duellen sicher im Griff. Insgesamt gewannen die Offenbacher aber nur drei der 14 Kämpfe.

Judo

Doppelt bitter im Abstiegskampf

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Die eigene Niederlage gegen Esslingen war einkalkuliert – aber nicht der Erfolg Erlangens über Leipzig. Nun hat Offenbach nur noch eine theoretische Chance, den Abstieg zu vermeiden.

Es war eine Aufgabe, die Markus Horn vielleicht schwerer fiel als so mancher Kampf. In einer Lokalität am Wilhelmsplatz, wo es gewiss nicht zu wenig Fritten gibt, teilte der Teammanager des Judo-Bundesligisten Samurai Offenbach dem versammelten Team mit, dass der direkte Rivale im Abstiegskampf TV Erlangen daheim den favorisierten JC Leipzig bezwungen habe. „Die dachten, er würde sie veräppeln“, sagte Cheftrainer und Clubpräsident Francesco Liotta.

Doch es war bitterer Ernst, die Franken hatten den Sachsen tatsächlich die beiden Punkte abgeknöpft. Dem eigenem Team war zuvor eine Überraschung misslungen, der deutsche „Vize“ KSV Esslingen hatte souverän die angepeilten Punkte in der Bürgeler Sportfabrik einkassiert (11:3).

„Die Nachricht aus Erlangen war schon niederschmetternd. Die Jungs waren geknickt, das Resultat hatte keiner erwartet“, führte Liotta aus. Ob daraufhin Getränke mit höherer Prozentzahl bestellt wurden, ist nicht überliefert.

Fakt ist jedenfalls: Offenbach (1 Punkt) muss seine letzten beiden Kämpfe in dieser Saison gewinnen, um doch noch das JT Heidelberg/Mannheim (1) und Erlangen (4) zu überholen und die Abstiegszone zu verlassen. Nach einer zweieinhalbmonatigen Pause tritt Samurai ausgerechnet in Leipzig an (15. September); der Tabellenfünfte will gewiss nicht seinen letzten Heimkampf gegen das Schlusslicht verlieren. Eine Woche später empfängt das Samurai-Team dann Erlangen zum Abstiegsduell.

Möglicherweise wird der Aufsteiger Ende August noch ein Trainingslager absolvieren. Wenn es finanziell umsetzbar ist, dann soll die Reise nach Griechenland führen; dorthin, wo Leistungsträger David Tsokouris und seine hellenischen Weggefährten trainieren. „Vielleicht geht’s mit zwei Neuner-Bussen runter“, so Liotta.

Nach einer einwöchigen Pause werde jedenfalls wieder der Übungsbetrieb in Offenbach aufgenommen. Und am 14./15. Juli steht in Saarbrücken der „Senior European Judo Cup“ auf dem Programm. Markus Seifert und Daniel Gleim wollen sich im Saarländischen bewähren. Fabian Kühn, der gegen den Esslinger Boris Trupka (mehrfacher Deutscher Meister) überzeugte, wird wahrscheinlich dort nicht mitwirken und eine Pause einlegen. Die restlichen Punkte in dem einseitigen Bundesliga-Kampf holte, das überrascht nicht wirklich, David Tsokouris.

Die Kämpfe, erster Durchgang, bis 73 kg: Ehmig – Schneider 0:10 (1:40). – bis 90 kg: Sven Seifert – Schubert 0:10 (1:08). – über 100 kg: Herbst – Heinle 0:10 (2:06). – bis 66 kg: Kühn – Trupka 7:0 (4:00). – bis 60 kg: Bimmermann – Häßner 0:10 (1:43). – bis 100 kg: Wójcik – Darwish 0:10 (1:32). – bis 81 kg: Tsokouris – Kurz 10:0 (2:12). – Zweiter Durchgang , bis 73 kg: Sudermann – Schneider 0:10 (1:28). – bis 90 kg: Gerber – Schubert 0:10 (3:31). – über 100 kg: Wójcik – Darwish 0:10 (2:00). – bis 66 kg: Kühn – Marlok 0:10 (2:11). – bis 60 kg: Bimmermann – Harutyunyan 0:10 (2:48). – bis 100 kg: Fuchs – Korthals 0:10 (2:24). – bis 81 kg: Tsokouris – Kurz 10:0 (0:27).

(fri)

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