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Emma Graf (rechts) bei einem Cross-Lauf für die Murray State University in Kentucky

Leichtathletik Hochtaunus

Drei Talente des Königsteiner LV legen in den USA ihren nächsten Karriereschritt zurück

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Wer einmal Teil des sportspezifischen Bildungssystems der Vereinigten Staaten war, spricht davon mit Begeisterung. Drei talentierte Leichtathleten aus Königstein können auch bald mitreden.

Der Königsteiner LV muss in Zukunft ohne drei seiner Vorzeigeathleten auskommen. So könnte man es aus Sicht des Vereins formulieren, jedoch freut sich der KLV-Vorstand natürlich, dass Siebenkämpferin Lara Kohlenbach sowie die Langstreckler Emma Graf und Niklas Krämer, der erst im Winter in den Taunus gewechselt war, nach ihrem Abitur ein Stipendium erhalten haben, um in den Vereinigten Staaten zu studieren. Die drei KLV-Asse hatten für ihren Verein noch die Freiluftsaison beendet, haben sich mittlerweile aber schon in den USA eingelebt und teilweise erste Wettkämpfe für ihre Universitäten bestritten.

Lara Kohlenbach besucht die renommierte Duke University in North Carolina im Nordosten der USA. Ihr Hauptfach ist „Pre-Medicine“, eine Kombination aus Naturwissenschaften, mit reichlich Biologie und Chemie. Die Zwischenprüfung ähnelt dem Physikum des deutschen Medizinstudiums. Auf der Tartanbahn wird Lara Kohlenbach für das Team der „Blue Devils“ zum Einsatz kommen, wobei der erste Start für die Vierte der deutschen U20-Meisterschaften erst zur Hallensaison ansteht.

Lara Kohlenbach

„Im vergangenen Herbst konnte ich mir die Trainingsmöglichkeiten schon einmal vor Ort ansehen. Das war super beeindruckend, da der Universitätssport in den USA sehr gefördert wird und beste Trainings- und auch Regenerationsmöglichkeiten zur Verfügung stehen“, erzählte uns die 18-Jährige vor dem Abflug.

„Ich bin schon seit über einem Jahr mit meinem Trainer in Kontakt und auch mit vielen Athleten, gerade den Mehrkämpferinnen. Das Team ist super nett und hilfsbereit. Ich freue mich total auf den Team-Spirit, der an den Universitäten herrscht. Natürlich erwarte ich auch, dass ich mich in diesem Top-Umfeld sportlich weiterentwickeln kann“, sagte die Königsteinerin, deren Vater Markus Kohlenbach seit März an der Spitze des KLV-Vorstandes wirkt. Bei den U18-Europameisterschaften konnte sie im Vorjahr bereits internationale Erfahrung sammeln und hatte im ungarischen Györ den 18. Rang belegt.

Emma Graf (rechts)

Mittel- und Langstreckenläuferin Emma Graf hat es an die Murray State University nach Kentucky verschlagen. Neben den täglichen Trainingseinheiten wird die 19-Jährige bei den Vorlesungen des Fachbereichs „Primary Education“ (Grundschullehramt) in Hörsälen der Universität anzutreffen sein, die im Südosten der USA liegt.

„Ich erhoffe mir bessere Trainingsmöglichkeiten als in Deutschland und dadurch auch eine positive sportliche Entwicklung. Daheim hatte ich nur eine kleine Gruppe und musste viel alleine trainieren. In den USA wird das Team der Mädels 15 Athletinnen haben“, erzählte Emma Graf, deren größter Erfolg bis dato der vierte Platz über 3000 Meter bei den deutschen U20-Hallenmeisterschaften ist.

„Auch eine Trainerin, die man jeden Tag sieht, hatte ich bis jetzt noch nicht. Mit ihr stehe ich seit Herbst in Kontakt. Sie hat mein Training und die Wettkämpfe in Deutschland verfolgt. Im Juli und August habe ich begonnen, nach ihren Plänen zu trainieren. Ich habe auch schon die Wettkämpfe meines Uni-Teams online verfolgt. Bei den Conference-Meisterschaften konnten die ,Racers‘ zum ersten Mal seit über 20 Jahren gewinnen.“ Kaum in den USA angekommen, setzt die Königsteinerin schon in der Cross-Saison Akzente, die für die Universitäten einen sehr hohen Stellenwert hat. Im Rennen an der Belmont University in Nashville/Tennessee belegte sie als beste Läuferin ihres Teams Rang 15, um in Edwardsville/Illinois als Sechstplatzierte noch einen draufzusetzen.

Niklas Krämer

Im Bundesstaat Missouri hat Niklas Krämer, Jahrgang 2000, an der Saint Louis University seine Zelte aufgeschlagen. Neben dem Leistungssport wird der Maschinenbau im Fokus seines Tagesablaufs stehen. „Ich freue mich auf die Herausforderung. Man lernt etwas komplett Neues kennen, was man so bisher noch nicht kannte“, erzählte der Idsteiner vor seiner Abreise in den Mittleren Westen der Vereinigten Staaten.

„Ich möchte reichlich Erfahrungen sammeln und auch einmal die Perspektive der Amerikaner auf den Sport kennenlernen“, sagte uns der Idsteiner noch. „Und ich möchte helfen, das Uni-Team der ,Billikens‘ weiter nach vorne zu bringen.“ Hat der KLV-Athlet mittlerweile schon getan. Beim „Season Opener“ auf dem Golf Course in Columbia belegte er über 6000 Meter Platz 17.

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