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Nicola Meloni (rechts) vom FC Dorndorf hofft noch auf den Klassenerhalt, während Robin Dankof (rechts) und der TuS Dietkirchen ganz anderen „Sorgen“ haben.

Fußball-Verbandsliga Mitte

Drei zwischen Gipfel und Abgrund

Winterpause im NNP-Fußball-Land. Das ist die Gelegenheit, die Spielklassen von der Hessenliga abswärts bis zu den Kreisligen C Limburg-Weilburg etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute blicken wir hinter die Kulissen der Verbandsliga Mitte mit dem FC Waldbrunn, FC Dorndorf und dem TuS Dietkirchen.

Unterschiedlicher könnte die Gemütslage bei den drei Kreisvertretern in der Fußball-Verbandsliga Mitte nicht sein. Während beim

TuS Dietkirchen

mit Tabellenplatz drei bei einem Spiel weniger eitel Sonnenschein herrscht, dürften die Verantwortlichen beim

FC Waldbrunn

mit Rang zehn durchaus zufrieden sein. Ähnlich wie in der vergangenen Saison geht aber beim

FC Dorndorf

als Drittletzer die (Abstiegs-)Angst um. Zudem sorgt die Tatsache, dass nach der Trennung von Marc Schilling noch kein neuer Übungsleiter installiert wurde, für Ungewissheit im „Oiwernpark“.

TuS Dietkirchen

Thorsten Wörsdörfer, Trainer des

TuS Dietkirchen

, hätte vor der Saison vermutlich mit vielem gerechnet, nicht aber damit, dass sein Team in der Winterpause gerade einmal zwei Spiele verloren haben würde. Die Elf vom Reckenforst spielt bis dato eine famose Saison und blickt auf die sportlich betrachtet beste Hinserie ihres Verbandsliga-Daseins zurück. Dabei hatte die Saison gar nicht so überragend begonnen. Aus den ersten vier Partien sammelte der TuS lediglich fünf Punkte. Dann aber lief der Motor von Maximilian Zuckrigl & Co. Die Reckenforstler hatten bis in den November hinein in zwölf Ligaspielen nicht verloren, dabei unglaubliche neun Siege gefeiert. Auch wenn es kein „Dreier“ wurde, so durfte das 2:2 beim unangefochtenen Spitzenreiter FSV Fernwald zweifelsfrei als eines der Highlights bewertet werden. Und „Wörsi“ wird nicht müde, immer wieder zu betonen: „Ich bin superstolz auf meine Jungs.“

Rein tabellarisch betrachtet, dürfte sich der FSV im Übrigen in der nächsten Saison in der Hessenliga wiederfinden. Fernwald hat den stärksten Kader, und dürfte – sollte nichts Gravierendes mehr geschehen – Ende Mai die Meisterschaft feiern. Direkt dahinter platziert ist die SG Kinzenbach, die einen Zähler mehr als die Truppe von Thorsten Wörsdörfer aufweist, aber auch ein Spiel mehr absolviert hat. Auch wenn die Saison noch lang ist und noch viel passieren kann: Die Dietkircher haben es also faktisch in der eigenen Hand, sich für die Aufstiegsspiele zur Hessenliga zu qualifizieren.

Die Verantwortlichen auf dem Reckenforst sind aber klug genug, die Situation richtig einzuschätzen. Angesichts der bärenstarken Konkurrenz wäre Tabellenplatz zwei am Ende der Saison eine Sensation, die aber dennoch nicht unmöglich erscheint. Besonders beachtlich: In den 19 Partien musste Torhüter Raphael Laux, der als einziger Akteur seiner Mannschaft alle Spiele über die volle Distanz bestritten hat, erst 15-mal hinter sich greifen – für den Amateurfußball ein sensationeller Wert. Bester Torschütze des TuS ist Kapitän Maximilian Zuckrigl mit zehn Treffern. Die Restrunde darf aus Dietkircher Sicht natürlich gerne so weitergehen, wie sie 2018 geendet hat.

FC Waldbrunn

Ende gut, alles gut. So oder so ähnlich könnte das Fazit des

FC Waldbrunn

nach 20 von 32 absolvierten Verbandsliga-Spielen lauten. Vor allem aufgrund eines starken Schlussspurts mit neun von möglichen zwölf Punkten im Jahr 2018 hat sich das Team von Christian Mehr und Steffen Moritz in eine mehr als aussichtsreiche Position gebracht. Die „magischen“ 40 Punkte sind im Westerwald das Ziel, der Klassenerhalt die logische Konsequenz. Mit aktuell 27 Zählern scheint dieses Vorhaben absolut realistisch.

Die Saison hatte mit dem 2:1-Auswärtssieg bei der TSG Wörsdorf verheißungsvoll begonnen, ehe drei zum Teil deutliche Niederlagen dafür sorgten, dass der FCW erst einmal tief im Tabellenkeller stecken sollte. Mit dem 4:2-Auswärtserfolg bei Germania Schwanheim platzte dann aber der Knoten. Nach einem 2:2 im vorgezogenen Rückspiel gegen die TSG Wörsdorf setzte es eine unnötige 0:3-Pleite bei der Zweitvertretung des FC Gießen, doch dann ging es bergauf. Zehn Punkte aus den nächsten vier Spielen waren der Auslöser dafür, dass die Waldbrunner über den Strich kletterten.

Die Achterbahnfahrt setzte sich aber fort, denn erneut folgten vier Niederlagen nacheinander. Wie schwierig der FCW zu bespielen ist, musste aber das Top-Team des SV Zeilsheim beim 1:1 erfahren. Als „Brustlöser“ fungierte dann ein 3:0-Derbysieg gegen den

FC Dorndorf

, ehe das Mehr-/Moritz-Team für großes Staunen in der gesamten Liga sorgte: Spitzenreiter FSV Fernwald kassierte auf dem Fussinger Rasen seine erste Saisonniederlage (1:2). Die „Festung“ Fussingen hatte sich also wie so oft als großer Vorteil erwiesen. Nach einer neuerlichen 0:3-Niederlage beim VfB Marburg beendeten die Waldbrunner das Spieljahr mit einem 3:2 gegen Germania Schwanheim.

Wenig überraschend verlängerten die Verantwortlichen die Verträge des Spielertrainer-Duos. Der Erfolg – und als solcher darf Rang zehn allemal betrachtet werden – gibt der Spielgemeinschaft ohne Wenn und Aber Recht. Bester Torschütze für den FCW ist im Übrigen Steffen Moritz mit neun Saisontreffern.

FC Dorndorf

„Täglich grüßt das Murmeltier“ – der

FC Dorndorf

steckt schon wieder tief im Abstiegsschlammassel. Nach nur drei Siegen, vier Remis und 13 Niederlagen belegen die Dorndorfer aktuell den drittletzten Platz. Sollte es wirklich so kommen, dass fünf Teams den Gang in die Gruppenliga antreten müssen, scheint das Ziel „Klassenerhalt“ sehr weit weg. Elf Punkte Rückstand zum rettenden Ufer sind schon extrem viel, und weil der FCD noch immer ohne neuen Trainer ist, gibt es derzeit wenig Hoffnung auf die Rettung. Klar ist aber auch: Hektik in Sachen neuer Trainer ist eben auch nicht angebracht.

Zwischenzeitlich hatten die Verantwortlichen Kontakt mit Norbert Reitz, dem früheren Erfolgstrainer der Eisbachtaler Sportfreunde, aufgenommen. Aber der Wilsenröther wollte nicht: „Ich habe inzwischen festgestellt, dass es ein schönes Gefühl ist, einfach zu sagen: ,Heute gehe ich nicht auf den Sportplatz, sondern trinke daheim einen Kaffee’.“ Die Suche geht also weiter.

Es scheinen beim FCD häufig nur Kleinigkeiten zu sein, die zum Erfolgserlebnis fehlten. Bis auf ein 2:7 gegen den FSV Fernwald und ein 0:3 beim

FC Waldbrunn

war die Mannschaft von Ex-Trainer Marc Schilling oftmals ebenbürtig. Auch wenn es schwierig wird: Die Dorndorfer werden sich genau wie in der letzten Saison nicht kampflos ergeben – mit welchem Trainer auch immer. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. . .

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