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Mateusz Wojtysiak (links) von der FSG Dauborn/Neesbach und Arnel Kapic von der SG Taunus bestimmten mit ihren Teams den Beginn der A-Liga-Saison 2018/19.

Fußball-Kreisliga A

Dreikampf um den Aufstieg

Winterpause im NNP-Fußball-Land. Das ist die Gelegenheit, die Spielklassen von der Hessenliga abwärts bis zu den Kreisligen C Limburg-Weilburg etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute blicken wir hinter die Kulissen der Kreisliga A Limburg-Weilburg.

VON PATRICK JAHN

Die wichtigste Erkenntnis, vor allem für die ambitionierten Teams, stand bereits vor Rundenbeginn fest: In der Vergangenheit durften sich immer zwei Vereine über den Aufstieg in die Kreisoberliga freuen, ab dieser Saison steigt lediglich der Meister auf. Dem Zweiten bleibt immerhin die Chance, über die Relegation den holprigen Weg nach oben zu bewältigen.

Vor Saisonbeginn war das Feld der Titelfavoriten groß. Etwa der halben Liga trauten die Vereinsverantwortlichen den Aufstieg zu. Vor allem in der Startphase waren aber zwei Mannschaften an der Tabellenspitze, die in der vorigen Spielzeit noch mit ganz anderen Sorgen zu kämpfen hatten. Die FSG Dauborn/Neesbach sicherte sich aufgrund einer starken Rückrunde letztlich die Ligazugehörigkeit, während die SG Taunus sogar in die Abstiegs-Relegation musste. Auch dort – sportlich eigentlich abgestiegen – war die Spielgemeinschaft mit Fortuna im Bunde, denn durch den Aufstieg der SG Kirberg/Ohren/Nauheim erhielt die SGT als letztes Team noch die Berechtigung, in der A-Liga zu spielen.

Und plötzlich sah die Fußball-Welt ganz anders aus. Nach fünf Spielen rangierten die SG Taunus und FSG Dauborn/Neesbach an der Tabellenspitze. Bis zum Ende des Jahres waren die beiden Mannschaften aber nicht in der Lage, ihre Leistungen zu konservieren. Dennoch steuern sowohl das Taunus-Team als auch Dauborn/Neesbach als Siebter beziehungsweise Sechster einem angenehmen Finish entgegen. Weder Auf- noch Abstieg sind hüben wie drüben ein Thema. Das dürfte für die Verantwortlichen zufriedenstellend sein.

Nach etwa einem Drittel der Saison waren zwei andere Clubs an der Reihe, die fortan fast schon im Alleingang die Kontrolle übernehmen sollten: Aufsteiger FC Steinbach und der TuS Waldernbach legten fantastische Serien hin, die dafür sorgten, dass zum Hinrundenende zehn beziehungsweise elf Punkte Vorsprung auf den Dritten standen. Alles schien sich dahingehend zu entwickeln, dass diese beiden Vereine Meister und Relegationsteilnehmer ausmachen.

Doch in den letzten Wochen vor der Winterpause schwächelte das Spitzenduo, so dass der SV Thalheim durch einen ebenfalls ganz starken Lauf plötzlich wieder mit in der Verlosung um die „Fleischtöpfe“ ist. Was also vorher nach einem Zweikampf ausgesehen hatte, könnte sich im Hinblick auf die Restsaison zu einem Dreikampf entwickeln. Die Thalheimer weisen lediglich vier Zähler weniger als Steinbach und Waldernbach auf. Sollte es Trainer Frank Guckelsberger mit seiner Elf schaffen, konstante Leistungen abzurufen, könnte der SVT ein ernsthafter Anwärter für den Aufstieg werden.

Es fehlt an Konstanz

Nach Konstanz sucht gewiss die SG Heringen/Mensfelden. Die Hünfeldener, ebenfalls zu den Mitfavoriten gezählt, kamen nur schleppend in die Gänge und hecheln nun den führenden Teams hinterher. In den letzten Spielen vor der Winterpause sammelte das Team von Trainer Adrian Schenk dann 13 von 15 Punkten. Damit kann die Spielgemeinschaft vermutlich gut leben, auch wenn ihr bewusst sein muss, dass es für ganz oben am Ende wohl nicht reichen wird. Zwar sind neun Punkte noch aufholbar – das Spitzenduo wirkt aber zu stabil, um sich einen solchen Vorsprung noch nehmen zu lassen.

Auch der Tabellenfünfte SG Villmar/Aumenau startete schwach in die Saison. Nach zehn Partien standen mickrige acht Pünktchen auf der Habenseite, ehe der Motor von Patrick Zanner & Co. ins Laufen geriet. Bis zum Jahresende gab es neun Siege – und nur noch zwei Niederlagen. Für mehr als Tabellenplatz fünf dürfte es am Ende aber dennoch nicht reichen.

Im scheinbar gesicherten Mittelfeld der Kreisliga A stehen zum einen Vereine, von denen es erwartet werden durfte, zum anderen aber auch Clubs, die enttäuschten. Teams wie die SG Nord (9.) oder der SV Erbach (12.) sind vom Potenzial her ganz klare Kandidaten für das obere Tabellendrittel. Die Erbacher waren auch mit sechs Punkten aus zwei Spielen optimal gestartet, ehe es rapide bergab ging. Am 10. Spieltag war der SVE nach nur zwei Zählern und sechs weiteren Pleiten Drittletzter. Auch die SG Nord stand mit zehn Punkten nur unwesentlich besser da. Zum Jahresende sammelten beide Mannschaften aber noch einmal eifrig Punkte: Während Nord 13 von möglichen 15 Zählern einfuhr, kassierten die Erbacher nur eine Niederlage aus den letzten neun Partien. Nach oben, respektive nach unten wird aber nichts mehr gehen – es läuft also auf eine ruhige, nicht aber ganz zufriedenstellende Saison hinaus.

Zu den positiven Überraschungen zählt hingegen zweifelsfrei die FSG Gräveneck/Seelbach/Falkenbach. Der Aufsteiger, der über die Relegation in die A-Klasse gekommen war, startete mit neun Punkten nach acht Spielen nicht so prickelnd, schoss fortan aber aus allen Rohren. Sieben Siege hintereinander brachten die FSG zwischenzeitlich sogar bis auf Rang drei, ehe am Ende des Jahres fünf Runden ohne Sieg zu Buche standen. Dennoch: Mit Platz acht darf der Neuling mehr als glücklich sein. Gleiches gilt für den RSV Weyer 2 (10. Rang/ 30 Punkte) und die FSG Wirbelau/Schupbach/Heckholzhausen (11./28), die mit dem Abstiegskampf nicht in Berührung kommen sollten.

Die gefährdete Zone beginnt ab Platz 13, den der FC Dorndorf 2 einnimmt. Da die Zahl der Absteiger aufgrund der unklaren Situation der heimischen Teams in der Gruppenliga sehr vage ist, muss auch die Verbandsliga-Reserve zusehen, möglichst schnell die „magischen“ 40 Punkte zu erreichen. Das müsste – sofern kein kompletter Einbruch folgt – im Bereich des Möglichen liegen. Der Puffer auf die dahinter platzierte WGB Weilburg beträgt zudem immerhin schon sechs Zähler.

Und dann wird es richtig „kuschelig“: Bei WGB Weilburg und der SG Niedertiefenbach/Dehrn (je 19 Punkte) besteht durchaus noch große Hoffnung auf den Ligaverbleib, während es für den TuS Linter, FC Rubin Limburg-Weilburg (je 15) und SV Bad Camberg (12) schon sehr eng werden wird. Für die „Rubine“, die sich als Aufsteiger häufig ordentlich präsentierte, ist die Kreisliga A ohnehin eine neue Erfahrung. Der TuS Linter kennt sich mit „Abstiegskampf“ aus und könnte sich im Vorteil wähnen, während beim SV Bad Camberg dringend etwas passieren müsste. Gelingt das nicht, könnten die erfolgreichen Jahre seit dem Durchmarsch in die A-Liga in der Kurstadt schon wieder gezählt sein.

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