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Dritter Pokalsieg für die Sportfreunde Friedrichsdorf

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Von: Thorsten Remsperger

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Kreispokalsieger 2022: die Sportfreunde Friedrichsdorf.
Kreispokalsieger 2022: die Sportfreunde Friedrichsdorf. © Heiko Rhode

Außenseiter SpVgg Bad Homburg hält am Mittwochabend beim 0:5 gegen den Favoriten das Finale recht lange offen. Okan Koyun avanciert zum Matchwinner.

Kirdorf -Bevor Okan Koyun das Bad im Jubel seiner Mitspieler genoss und natürlich auch das schwarze Kreispokalsieger-2022-Shirt überstreifte, zollte er erst dem Gegner Respekt. Er klatschte mit mehreren Akteuren der unterlegenen Spielvereinigung 05/99 Bomber Bad Homburg ab und spendete dem ganzen Team Applaus, das sich zur Abschlussbesprechung vor das eigene Tor zurückgezogen hatte.

"Der Gegner hat es uns heute nicht einfach gemacht", sagte Koyun kurz darauf im Gespräch mit dieser Zeitung, immer noch demütig. Nach dem erst in der Schlussphase deutlichen 5:0-Sieg seiner Sportfreunde Friedrichsdorf hätte der 28-jährige Kapitän auch ganz anders auftreten können. Koyun war mit zwei Toren und zwei Torvorlagen im Kirdorfer Sportzentrum Nord-West der Matchwinner. Mit seinen sehenswerten Aktionen hatte er den größten Anteil am dritten Cup-Triumph der Sportfreunde im Fußballkreis Hochtaunus Hochtaunus in vier Jahren.

Dagegen müssen die Nullfünfer, als Vierter der Kreisoberliga gegen den finanzkräftigen Gruppenliga-Zweiten als klarer Außenseiter ins Finale gegangen, weiterhin auf den ersten Kreispokalsieg seit 1998 warten. "Dann holen wir ihn uns halt nächstes Jahr", rief Trainer Ralf Haub seinen Akteuren bei der Besprechung kämpferisch zu.

Gestern hatte das Spiel für den Underdog recht ungünstig begonnen. Nach Flanke von Christopher Skoczny hatte der flinke und trickreiche Koyun schon per Kopf den rechten Innenpfosten getroffen, da hatten einige der rund 250 Zuschauer auf der Tribüne ihre Plätze noch gar nicht eingenommen. Wenig später prüfte der frühere Verbandsligaspieler Torwart Marco Häfner, ehe er ihn in der 17. Minute mit einem gefühlvollen Schuss aus halbrechter Position in den linken Torwinkel erstmals überwand. Koyun reckte den linken Zeigefinger in die Höhe, mit Lukas Schirmer vergrub der erste Nullfünfer sein Gesicht im Trikot.

"Danach haben wir dann das Tempo aus dem Spiel genommen, zu abwartend gespielt", monierte Alexandros Theodosiadis, Trainer der Sportfreunde. Nur einmal musste Häfner (gegen Skoczny, 36.) noch retten. Die Homburger kamen zwar besser ins von Schiedsrichter Patrick Paul (SV Bommersheim) souverän geleitete Spiel. Doch mehr als die Chance für Shahewer Ali nach einem Diagonalball von Ronny Lienau - Mohamad Mouma grätschte noch in den Torschuss (40.) - sprang für den Kreisoberligisten nicht heraus.

"Ordentlich gespielt, vorne hat's gefehlt"

„Wir haben 60, 70 Minuten ganz ordentlich Fußball gespielt, für unsere Verhältnisse ein gutes Spiel gemacht, nur vorne hat‘s halt gefehlt“, meinte Haub, früher selbst Torjäger. Dagegen setzten die Friedrichsdorfer nach einer guten Stunde Theodosiadis‘ Pausenvorgabe, „dynamischer und auf weitere Tore zu spielen“ um. Dem Underdog, der nicht weniger als drei Favoriten auf dem heimischen Kunstrasen aus dem Wettbewerb geworfen hatte (SG Ober-Erlenbach, Usinger TSG, DJK Bad Homburg) ging auf dem größeren Rasenplatz zunehmend die Puste aus.

Wunderbar herausgespielt war das 2:0 der Sportfreunde über Thomas Wenk, Skoczny und den in den Ball rutschenden Koyun (67.). Dem 3:0 durch Fabian Pfeifer ging ein Traumpass des zweimaligen Torschützen voraus (76.). Das vierte Tor durch Mouma bereiteten Pfeifer (Freistoß) und Koyun (Kopfball) vor. Und im nächsten Angriff sorgte der eingewechselte Marcus Weinhardt nach dem nächsten sehenswerten Pass von Pfeifer für den 5:0-Schlusspunkt. Da applaudierten dann nicht nur Theodosiadis und die Vereinsverantwortlichen auf der Tribüne, sondern auch einige neutrale Zuschauer.

Bad Homburgs Trainer Ralf Haub verlor seine gute Laune aber nicht. "Ich bin nach dieser tollen Saison für unseren Verein, trotzdem zufrieden", sagte er und strahlte.

Friedrichsdorfs Kapitän Okan Koyun hebt nach seinem Tor zum 1:0 den Finger: "Seht her: Ich war's!"
Friedrichsdorfs Kapitän Okan Koyun hebt nach seinem Tor zum 1:0 den Finger: "Seht her: Ich war's!" © Heiko Rhode

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