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Siegerjubel: Marcel Söhngen hat mit einem Freistoßtreffer fast von der Mittellinie aus das 3:2 für den TuS Drommershausen erzielt und damit den Weg an die Tabellenspitze geebnet, 

Fußball: Meister im NNP-Land

TuS Drommershausen: Der Quotienten-Meister

Weiter geht’s mit unserer Serie „Meister im NNP-Land“. Heute blicken wir auf die Fußball-Kreisliga B 1, in der die Anwendung der Quotientenregelung tatsächlich dafür gesorgt hat, dass ein Wechsel an der Tabellenspitze vollzogen wurde.

VON PATRICK JAHN

Der TuS Drommershausen darf sich daher über Meisterschaft und Aufstieg in die Kreisliga A freuen. Und das mit 0,01 Quotientenpunkten vor dem OSV Limburg. Die „Osmanen“ schauen also in die Röhre, während der TuS A-Liga-Luft schnuppern wird.

Das hätte sich selbst der beste Drehbuchautor nicht ausdenken können. An den letzten beiden Spieltagen vor dem Abbruch erreichte der OSV Limburg nur einen Zähler, der TuS Drommershausen jedoch deren drei. Und genau das war der ausschlaggebende Punkt, warum die Mannschaft von Trainer-Urgestein Peter Götz am Ende auf den Thron gesprungen war. Doch das konnte zu diesem Zeitpunkt natürlich noch niemand wissen. Seit Mitte Juni ist den Verantwortlichen in Drommershausen nun aber klar, was der knappe 2:1-Auswärtssieg bei der SG Niedertiefenbach/Dehrn wert war. TuS-Coach Peter Götz, der im Übrigen in seine 13. Saison im 500-Seelen-Dörfchen geht, weiß die Lage einzuschätzen: „Wenn der Verband für Abbruch und Anwendung der Quotientenregelung gestimmt hat und wir dann nach Punkten vorne liegen, dann ist das zwar sehr glücklich, aber meine Spieler haben sich das auch verdient, denn geschenkt bekommen haben wir nichts. Dass wir nach dem Scheitern in der Relegation letzten Sommer in dieser Saison wieder vorne dabei sind, war für mich nicht selbstverständlich“, sagt er. „Ich möchte meinen Jungs ein großes Kompliment machen, dass wir noch mal etwas konstanter in unseren Leistungen wurden und wir uns in einigen Bereichen sportlich verbessert haben.“ Doch der aus Kubach stammende Götz zeigt auch Mitgefühl für den Konkurrenten OSV Limburg: „Für sie tut es mir leid, da sie eine bärenstarke Vorrunde gespielt haben und die Meisterschaft auch verdient gehabt hätten. Das hätte mich auch sehr für deren Trainer Yavuz Karaagac gefreut, der gute Arbeit leistet und den ich persönlich auch als absolut fairen Sportsmann schätze.“

Sieg im direkten Meisterschaftsduell

Der Start in die Saison war für die Grün-Weißen im Übrigen bestens verlaufen. Von den ersten acht Partien wurden sieben Spiele gewonnen, bei WGB Weilburg die Punkte geteilt (2:2). Als die Tabellenführung zum Greifen nah war (der OSV hatte ein Spiel mehr absolviert), entführte der FSV Würges beim 5:3 alle Punkte aus der „Leopold-Hauptvogel-Arena“. Fortan sollte es ein Stück weit wechselhaft weitergehen. Einem Remis gegen die SG Niedertiefenbach/Dehrn (1:1) folgten zwei klare Siege, ehe beim SV Wilsenroth eine Pleite verdaut werden musste (2:3). Nach einem klaren 6:0-Erfolg in Runkel stand dann das Gipfeltreffen auf dem Programm. Und für den TuS war es ein Abend ganz nach seinem Geschmack. Der überzeugende 3:1-Auswärtserfolg beim OSV war zugleich die erste Saisonniederlage des Tabellenführers. Drommershausen war wieder ganz dick im Geschäft. Daran änderte auch eine herbe 0:4-Niederlage in Löhnberg nichts. Im neuen Jahr kam dann das, was dem OSV schließlich das Genick brach – ein Punkt aus zwei Spielen im März war zu wenig, um den TuS Drommershausen entscheidend zu distanzieren. Mit einem Quotienten von 2,15 zu 2,14 stand die Meisterschaft des Weilburger Stadtteils fest. Peter Götz weiß, was auf seine Truppe eine Etage höher zukommen wird: „Die neue Runde in der A-Liga wird sicher nicht einfach, aber wir haben keinen Druck und werden wieder versuchen, eine möglichst gute Runde zu spielen. Was dann dabei herauskommt, werden wir sehen.“ Der Ligaverbleib genießt natürlich oberste Priorität, doch der wohl dienstälteste Coach hat Punkte, die ihm noch wichtiger sind: „Natürlich streben wir den Klassenerhalt an, wissen aber auch, wie schwer das bei einer vermutlich hohen Absteigerzahl für uns wird. Prinzipiell sind wir ein klassischer Kreisligist, der, wenn es gut läuft, mal A-Liga spielt, ansonsten in der B-Klasse vorne mitmischt. Im Vordergrund steht für uns aber, dass wir unsere Eigenständigkeit wahren und zwei Mannschaften im Seniorenspielbetrieb stellen können. Da ist die Spielklasse nicht entscheidend.“

Beim Blick auf sein Personal wächst bei Götz die Hoffnung, eine gute Runde zu spielen. Er meint: „Wir haben quantitativ und qualitativ zugelegt“, was die Zugänge Lukas Städtler (SG Weinbachtal), Sascha Zimmermann (SG Niedershausen/Obershausen), Dominik Wolf (SG Winkels/Probbach/Dillhausen) und Adrian Heil (SG Oberlahn) belegen. Dem gegenüber steht mit Daniel Schmidt (Trainer SG Oberlahn II) nur ein Abgang. Ein wichtiger Faktor ist sicherlich auch, dass der Top-Torschütze, André Müller (21 Treffer), weiterhin zur Verfügung steht.

Wenn alles glatt läuft, und vor allem die heimische „Leopold-Hauptvogel-Arena“ zur Festung wird, darf man in Drommershausen träumen. Nicht nur davon, weiterhin zwei Mannschaften stellen zu können, sondern auch davon, die A-Liga schließlich auch zu halten.

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