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Jerome Zey (rechts) vom SV Rot-Weiß Hadamar war in der Vorbereitung der beste Torschütze seines Teams. Nicht nur deshalb wird er sich heute Abend auf eine besondere Bewachung einstellen dürfen. Ob das gleich drei Dietkircher – wie in dieser Szene aus dem Pokalspiel im Mai Patrick Schmitt (vorne), Jonathan Mink (links) und Mario Dietrich (hinten) – sein werden, bleibt abzuwarten.

Fußball-Hessenliga-Start

Das Duell des Jahres: SV RW Hadamar - TuS Dietkirchen

Welch ein Startschuss in die Fußball-Hessenliga-Saison 2019/2020: Am Freitagabend empfängt der SV Rot-Weiß Hadamar um 19.30 Uhr an der Faulbacher Straße Aufsteiger TuS Dietkirchen zum Kreisderby. Die Fürstenstädter dürfen sich wohl auf eine immense Zuschauerkulisse freuen.

VON PATRICK JAHN

Vier, fünf Wochen quälender Vorbereitungszeit finden spätestens am Freitagabend für alle Beteiligten ihr Ende. Am 1. Spieltag der neuen Hessenliga-Saison kommt es zum absoluten Knallstart, wenn der etablierte SV Rot-Weiß Hadamar den Neuling vom Reckenforst, den TuS Dietkirchen, begrüßt. Waren es in der Vergangenheit immer die prestigeträchtigen Kreispokalspiele zwischen diesen beiden, so geht es ab 19.30 Uhr erstmals auch um Punkte im Meisterschaftsrennen.

Hadamars Neu-Coach Stefan Kühne ist – genau wie seine Spieler – erleichtert: „Wir sind froh, dass es endlich losgeht. Für die Spieler ist eine Vorbereitung immer langwierig und mit Höhen und Tiefen verbunden. Ab heute Abend zählt aber all das nicht mehr, denn es gibt kein Abtasten. Wir starten mit dem Spiel gegen Dietkirchen in ein Derby, was heißt, dass wir direkt 100-prozentig da sein müssen.“ Auf die Frage, ob er selbst vor seinem ersten Hessenliga-Spiel als Trainer einer Senioren-Mannschaft nervös ist, meint Kühne: „Noch nicht, schließlich haben wir auch noch einige Baustellen. Wenn wir dem Anpfiff aber näher kommen, könnte die Nervosität oder die positive Anspannung, da sein.“

Auf der anderen Seite geht es für Dietkirchens Trainer Thorsten Wörsdörfer mit seiner „Rasselbande“ direkt ans Eingemachte. „Heute Abend startet für uns der Überlebenskampf“, sagt Wörsdörfer. Was zunächst ein Stück weit martialisch klingt, ist nichts anderes als die Realität. Der TuS ist sicherlich vom Papier her krasser Außenseiter und wird Woche für Woche um jeden einzelnen Punkt kämpfen müssen. Für das anstehende erste Spiel könnten diese Fakten aber außer Kraft gesetzt sein, denn ein Derby hat bekanntlich eigene Gesetze. Thorsten Wörsdörfer: „In erster Linie ist es mir egal, wie viele Punkte wir gegen Hadamar holen, solange wir am Ende über dem Strich stehen. Dennoch können wir mit der Außenseiterrolle in vermutlich jedem Spiel sehr gut leben.“ Trotz einiger Urlauber war auch der TuS-Coach mit der Vorbereitung zufrieden, weiß aber, worauf es in erster Linie ankommen wird: „Wichtig ist, dass wir fokussiert, aber auch mit der nötigen Lockerheit in dieses Spiel gehen.“

Rot-Weiß mit Respekt

Auf Hadamarer Seite hat man nicht erst seit dem Pokal-Aus im Mai Respekt vor dem Widersacher. Stefan Kühne selbst hatte bereits in der letzten Saison zweimal die Möglichkeit, sich ein Bild von den Schwarz-Roten zu machen. „Wir haben mit der U19 des SV Wehen Wiesbaden zweimal gegen sie gespielt. Dietkirchen ist eine Mannschaft, die über großen Willen verfügt und einen starken Teamgeist mitbringt. Wir wissen, dass wir auf ein Team treffen, in dem jeder für jeden kämpft“, sagt Kühne.

Sein TuS-Kollege Thorsten Wörsdörfer ist sich durchaus darüber bewusst, dass der Zeitpunkt des Aufeinandertreffens für seine Elf nicht unbedingt der schlechteste ist: „Bei Hadamar hat sich einiges verändert. Ein neuer Trainer, einige neue Spieler – sie wissen vermutlich noch nicht so genau, wo sie stehen. Für sie wird es von enormer Bedeutung sein, uns heute Abend zu schlagen.“ Und weiter: „Natürlich wird Hadamar uns alles abverlangen. Sie haben trotz der Abgänge einen Top-Kader und eine erfahrene Hessenliga-Mannschaft.“

Beim Blick auf die 90 Minuten auf dem Feld hat Hadamars Übungsleiter eine klare Forderung an seine Truppe: „Die Jungs dürfen nicht denken, dass Dietkirchen ,nur’ ein Aufsteiger ist. Wir müssen unser Spiel durchziehen. Dafür haben wir einen Plan, und wenn wir den auf den Platz transportieren, werden wir das Spiel auch gewinnen.“ Das Erfolgsrezept der Elf vom Reckenforst sieht so aus: „Wir brauchen Ruhe, müssen geduldig sein und gut ins Spiel kommen. Die Mannschaft soll versuchen, das Spiel zu genießen und bestenfalls sogar zu gewinnen.“

Ohne Robin Böcher

Aus personeller Sicht gibt es hüben wie drüben nur wenig zu bemängeln. Während bei den Hadamarern Neuzugang Waaris Bhatti mit einer Meniskus-Verletzung außer Gefecht ist, fällt beim TuS ausgerechnet Robin Böcher wegen einer Familienfeier aus – bitter für den vom SV Hadamar gekommenen Co.-Trainer der Dietkircher. Zudem haben einige TuS-Akteure noch Trainingsrückstand, ansonsten ist nahezu die volle „Kapelle“ mit von der Partie. Thorsten Wörsdörfer meint, dass es sogar sein könne, dass er einen Spieler aus dem Kader streichen muss. Der vor einigen Wochen erst von Hadamar nach Dietkirchen gewechselte Patrick Kuczok dürfte hingegen erwartungsgemäß in der Startformation des TuS stehen – sicherlich auch ein besonderes Spiel für den Defensivspieler.

Es ist also alles angerichtet für ein kleines Fußballfest mit reichlich Zuschauern. „Ich freue mich auf positive Unterstützung und könnte mir vorstellen, dass uns der eine oder andere die Daumen drückt“, meint „Wörsi“ mit einem Augenzwinkern. Die Fürstenstädter werden freilich etwas dagegen haben und wollen die Punkte selbstredend zu Hause behalten. Das Schöne: Bereits in drei Wochen treffen sich die beiden Kontrahenten zum Rückspiel.

Freitag:

Vikt. Griesheim – VfB Ginsheim

19.00

SV RW Hadamar – TuS Dietkirchen

19.30

RW Walldorf – FC Eddersheim

19.30

SG Barockst. Fulda – SV Steinbach

19.30

FV Bad Vilbel – SC Hessen Dreieich

19.30

Samstag:

Eint. Stadtallendorf – Hessen Kassel

14.00

SC Waldgirmes – 1. Hanauer FC

15.00

Sonntag:

Türk Gücü Friedberg – KSV Baunatal

15.00

SV Neuhof – FSV Fernwald

15.00

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