+
Vollen Einsatz von allen Akteuren – so wie hier von Markus Neugebauer (Hadamar, vorne) und Maximilian Zuckrigl (Dietkirchen) – wünschen sich die beiden Trainer im Derby.

Fußball-Hessenliga vor 600 Zuschauern?

Das Duell: SV Rot-Weiß Hadamar - TuS Dietkirchen

In der Fußball-Hessenliga hält der Spielplan am Mittwochabend das immer junge Derby zwischen dem SV Rot-Weiß Hadamar und dem TuS Dietkirchen parat. Wenn um 19 Uhr an der Faulbacher Straße der Anpfiff ertönt, ist es der fünfte Versuch der Fürstenstädter, die Reckenforstler zu schlagen. Das Kreis-Gesundheitsamt hat auf Antrag der Hadamarer für dieses Spiel 600 Zuschauer genehmigt.

VON PATRICK JAHN

Wäre das Kreisderby heute vor sieben Tagen angesetzt gewesen, wäre die Gefühlswelt in beiden Lagern vermutlich eine andere gewesen. Seither hat der TuS Dietkirchen gleich zweimal gewonnen, unter anderem beeindruckend mit 2:0 gegen Titelkandidat SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, während Hadamar seine erste Saisonniederlage (0:3 in Hanau) verdauen musste. Und dennoch ist sich SVH-Coach Stefan Kühne sicher, dass seine Mannschaft die richtigen Lehren daraus gezogen hat: „Wir müssen einfach lernen, unsere Chancen besser zu nutzen, vor allem was das Eins-gegen-Eins mit dem gegnerischen Torhüter angeht. Eine Halbzeitführung in Hanau war eigentlich angesichts der Gelegenheiten ein Muss. Unsere Offensivabteilung wird sich daran messen lassen müssen, wie effektiv sie mit ihren Torchancen umgeht.“

Die Pleite beim „ältesten Fußballclub Hessens“ war sicherlich kein Beinbruch, obwohl sie vielleicht zu einem nicht wirklich günstigen Zeitpunkt gekommen ist. „Es ist gut, dass wir kaum Zeit haben, darüber nachzudenken, weil unser nächstes Spiel direkt vor der Tür steht“, weiß Stefan Kühne. Und dass der kommende Gegner nicht unbedingt zu den Lieblingsgegnern der Fürstenstädter zählt, ist längst kein Geheimnis mehr. Die letzten vier Partien in Kreispokal und Liga gingen durchweg an den TuS Dietkirchen. Im letzten Aufeinandertreffen Ende August hatte Rot-Weiß eine komfortable 2:0-Führung auf naive Art und Weise hergeschenkt und den Kreispokal damit noch aus den Händen gegeben. Das soll sich aus Sicht von Kühne nun ändern, obwohl der Coach die Favoritenrolle dem TuS zuschustert. „Sie haben viermal nach Gang gegen uns gewonnen. Und wenn du in der Liga zweimal in Folge – darunter gegen Fulda-Lehnerz – siegreich bleibst, stellt sich für mich die Frage nach dem Favoriten nicht. Dietkirchen kommt mit mächtig Aufwind zu uns“, macht Kühne klar. Aber: „Diese Negativ-Serie muss jetzt einfach ein Ende haben. Wir versuchen, es besser zu machen als zuletzt, und die drei Punkte zu Hause zu behalten. Dafür haben wir einen Plan, und das muss ganz klar unser Ziel sein.“ Am Personal dürfte sich bis auf den Ausfall Mirco Pauls (Rote Karte) nichts ändern.

Dietkircher Gemütslage hat sich verändert

Im Lager der Dietkircher hatten die Verantwortlichen nach dem fürchterlichen Auftritt von Griesheim (0:3) schon Sorgenfalten auf der Stirn. Wie schnell sich im Fußball die Gemütslage aber ändern kann, hat die Mannschaft binnen vier Tagen mit zwei Siegen gezeigt. Genau wie in der letzten Saison stehen also nach vier Partien sieben Punkte zu Buche. Thorsten Wörsdörfer meint: „Damit sind wir natürlich absolut zufrieden. Sieben Punkte, und das zum Großteil gegen keine schlechten Gegner, sind eine gute Ausgangslage für die nächsten Wochen. Wir freuen uns über die momentane Phase, schauen aber weiterhin nur von Spiel zu Spiel.“

Das Gastspiel an der Faulbacher Straße gibt den Schwarz-Roten die Möglichkeit, das Punktekonto weiter nach oben zu schrauben, denn die Statistik spricht bekanntlich klar für den TuS. „Wenn das Spiel angepfiffen ist, zählt das alles nicht mehr“, weiß „Wörsi“, der von seiner Mannschaft erwartet, dass sie auswärts genauso auftritt wie daheim. Wörsdörfer: „Wenn meine Spieler nicht absolut alles abrufen, haben wir keine Chance. Hadamar ist alleine wegen seines Etats der große Favorit. Trotzdem haben die Jungs aus den letzten Spielen vieles mitgenommen, was ihnen hilft. Auch deswegen freuen wir uns auf das Derby.“

Angesichts der Tatsache, dass theoretisch 600 Zuschauer dem Flutlicht-Spiel beiwohnen dürfen, hofft der TuS-Coach aus dem Auswärts- eine Art Heimspiel zu machen. Am Personal wird sich bei der Reckenforst-Elf wohl nichts ändern. „Wir haben ein paar angeschlagene Spieler, hoffen aber, dass alle einsatzbereit sind“, sagt Wörsdörfer, der nur allzu gerne den nächsten Coup in der Fürstenstadt landen würde. Allerdings wird er auf eine Hadamarer Mannschaft treffen, die vielleicht ein bisschen „Schaum vor dem Mund“ haben wird, wenn sie gut drei Wochen zurückdenkt.

Redaktions-Tipp: 2:0.

Kein Einlass ohne Mund-Nasen-Schutz

Der SV Rot-Weiß Hadamar weist nochmals darauf hin, dass ohne das ordnungsgemäße Tragen einer Mund-Nasen-Maske aufgrund der Vorgaben des Gesundheitsamtes kein Zutritt zum Sportgelände gewährt wird. Darüber hinaus bittet der Verein darum, wenn möglich das Corona-Kontakt-Formular bereits ausgefüllt mitzubringen, um an den Kassen größere Ansammlungen zu vermeiden. Das Formular ist im Internet hier zu finden: sportverein-hadamar.de/Joomla25/ images/Formular-HygieneKonzept. pdf. Natürlich können auch andere Formate benutzt werden. Die Kassen sind ab 17.30 Uhr geöffnet.

Hessenliga am Mittwoch:

SV RW Hadamar - TuS Dietkirchen

19.00

Türk Gü. Friedberg - FC Erlensee

19.00

Rot-Weiß Walldorf - FC Hanau 93

19.00

SV Neuhof - KSV Baunatal

19.00

Buchonia Flieden - SV Steinbach

19.00

Viktoria Griesheim - FC Eddersheim

19.30

FSV Fernwald - VfB Ginsheim

19.30

FV Bad Vilbel - Hünfelder SV

19.30

SV Zeilsheim - SC Waldgirmes

20.00

SGB Fulda-Lehnerz - Hessen Dreieich

20.00

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare