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EGDL-Goalie Jan Guryca und Doppel-Torschütze Kevin Thau.

Eishockey-Regionalliga West, Pre-Play-offs

EGDL: Hinten Guryca, vorne eiskalt

Wichtiger Heimsieg in den Pre-Play-offs der Eishockey-Regionalliga West für die EG Diez-Limburg: Die „Rockets“ schlugen in eigener Halle die Hammer „Eisbären“ mit 5:2 (4:1, 0:1, 1:0). Damit verteidigte die EGDL die Tabellenführung in der Zwischenrunde. Am Sonntagabend setzte die gesamte Regionalliga aufgrund des angekündigten Orkantiefs „Sabine“ aus; die Partien werden neu angesetzt.

Es gibt Eishockey-Spiele, an deren Ende du auch mal ganz ehrlich sagen musst: Hätten die anderen heute was mitgenommen, es wäre nicht unverdient gewesen. Ein solches Spiel sahen die Zuschauer beim Aufeinandertreffen von „Raketen“ und „Eisbären“ am Diezer Heckenweg. Hamm war in den ersten zehn Minuten drückend überlegen, spielte im ersten Drittel viermal in Überzahl und kein einziges Mal in Unterzahl. Die „Eisbären“ hatten beste Torchancen, auch im Spiel Fünf gegen Fünf, lagen aber trotzdem nach dem ersten Drittel mit 1:4 hinten. Warum? Gute Frage! Zwei Aspekte dürften maßgeblich zum Spielstand beigetragen haben: Jan Guryca im Tor der EGDL und die extreme Qualität der „Rockets“ im Torabschluss. Guryca hielt zu Beginn einfach alles: die leichten, die schweren und die unhaltbaren Dinger. Und im Angriff ließen die Diez-Limburger mal drei Minuten lang die Muskeln spielen und lagen prompt durch Tore von Schwab (11.), Luft (13.) und Schwab (14.) mit 3:0 in Führung. Es war der Moment, in dem sich die „Eisbären“ verwundert am Hinterkopf kratzten und sich erstmal eine Auszeit gönnten.

„Ich kann unserer Mannschaft keinen großen Vorwurf machen“, sagte Jan Koch, der den erkrankten Trainer Ralf Hoja an der Bande vertrat. „Wir haben viel Druck ausgeübt, dann aber leider für ein paar Minuten komplett die Ordnung verloren. Wir haben in der ersten Pause in der Kabine gesessen und gesagt: ,Die wissen wahrscheinlich gar nicht, warum sie in Führung liegen’.“ In der Tat war der Spielverlauf auf den Kopf gestellt, woran auch das Tor zum 1:3 von Kevin Thau (15.) nichts änderte. Achtmal spielte Hamm insgesamt in Überzahl, die Ausbeute war lediglich dieses eine Tor. Auf der Gegenseite schraubte RJ Reed mit einem weiteren Geniestreich das Ergebnis zur Pause auf 4:1 in die Höhe (19.). 

Danach sollte auf beiden Seiten nicht mehr viel passieren – jede Mannschaft entschied noch ein Drittel jeweils mit 1:0 für sich. Das zweite ging durch den zweiten Treffer von Thau (27.) an Hamm, das dritte durch ein Tor von RJ Reed (46.) an die „Rockets“, die noch ohne ihren ins Training zurückgekehrten Kapitän Kevin Lavallée aufgelaufen waren. Er wird vermutlich am kommenden Wochenende in den Kader zurückkehren. „Uns hat heute ein überragender Jan Guryca im Weg gestanden“, konsternierte Jan Koch. „Wenn nur jede dritte 100-prozentige Chance drin gewesen wäre, dann hätten wir was mitgenommen.“

EGDL-Coach Frank Petrozza stimmte mit einem Augenzwinkern zu: „Jan hat uns im Spiel gehalten, stimmt, aber das ist auch sein Job.“ Mit dem Ausgang der Partie war Petrozza zufrieden: „Drei wichtige Punkte für uns. Es war ein intensives und schnelles Spiel. Man sieht, wie wichtig es ist, in jedem Spiel hart zu arbeiten. Jedes Spiel ist jetzt wie ein Endspiel.“ 

Diez-Limburg: Guryca (Stenger) – Seifert, Wex, Günther, Pompino, Ewald, Krämer, Mörschler, Naumann – Piwowarczyk, Maier, Gimenez, Bruch, Firsanov, Lademann, Reed, Grund, Luft, Schwab. SR: Stromberg. Zuschauer: 350. Tore: 1:0 Tobias Schwab (11.), 2:0 Dominik Luft (13.), 3:0 Tobias Schwab (14.), 3:1 Kevin Thau (15., Überzahl), 4:1 RJ Reed (19.), 4:2 Kevin Thau (27.), 5:2 RJ Reed (46.). Strafminuten: Diez-Limburg 18 – Hamm 12.

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