Vorfreude bei Franziska Koob: An ihrem Geburtstag spielt sie heute Abend mit der TG Bad Soden im Derby beim VC Wiesbaden II. Foto: Marcel Lorenz
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Vorfreude bei Franziska Koob: An ihrem Geburtstag spielt sie heute Abend mit der TG Bad Soden im Derby beim VC Wiesbaden II.

Volleyball, 2. Bundesliga TG Bad Soden

Ein Derby zum Geburtstag

Franziska Koob hofft auf den Sieg in Wiesbaden

Bad Soden -Geburtstagskind Franziska Koob hat trotz ihrer erst 20 Jahre eine bewegte Karriere hinter sich. Die Bad Sodener Volleyballerin spielte gemeinsam mit ihrer Mutter in einem Team, später wurde ihr der Weg aufs Internat wegen zwei Zentimeter Körpergröße verwehrt. Sonst wäre sie nicht in Bad Soden gelandet - und ihr wäre die erste Begegnung mit Steffen Pfeiffer nicht in Erinnerung geblieben.

Auch die 20-Jährige hat den Volleyball in die Wiege gelegt bekommen. "Sowohl meine Mama als auch meine Tante haben Volleyball gespielt", bestätigt sie. So verbrachte sie früh viele Wochenenden in der Halle. Mit fünf Jahren plante sie, in ihrem Heimatort Dieburg in den Verein einzutreten. Das Vorhaben setzte sie erst ein Jahr später um. "Ich hatte Angst vor der Trainerin", begründet sie den verspäteten Einstieg und lacht. Früh zeichnete sich ihr Talent ab. Mit zwölf Jahren spielte sie auch schon bei der Damenmannschaft in Dieburg - mit ihrer Mutter. "Es war mega komisch, mit meiner Mutter zusammenzuspielen. Irgendwann war es nur noch ein reiner Konkurrenzkampf", sagt die Außenangreiferin. Nichtsdestotrotz stieg das Duo mit den Dieburger Damen aus der Bezirksliga in die Bezirksoberliga auf.

Ambitionen hatte Koob zunächst nicht. Erst 2015, als sie mit dem Hessenkader beim Bundespokal teilnahm, entwickelte sie einen großen Ehrgeiz. "Ich sah Simona Kosova spielen und dachte mir: Da möchte ich mal hin", beschreibt Koob ihren Schlüsselmoment. Auch ihr damaliger Kadertrainer Ennio Giordani habe ihr geraten, "eine höhere Mannschaft" zu finden. Er gab ihr den Kontakt zu Christoph Haase und Britta Brisken, die ehemalige Teammanagerin der deutschen Herren-Volleyball-Nationalmannschaft, die den SSC Bad Vilbel trainierten. Nach einem erfolgreichen Probetraining wechselte sie in den Damenbereich. Gleichzeitig stand sie in der Jugend für die TuS Kriftel auf dem Feld. 2017 durfte sie während einer Probewoche des Schweriner Volleyballinternats vorspielen. Trotz guter Leistung und der zweithöchsten Abschlaghöhe aller Spielerinnen - wie sie anmerkte - wurde sie abgelehnt. "Wenn du wenigstens 1,80 m groß wärst", lautete die Begründung, so Koob. "Letztlich bin ich froh, nicht auf das Internat gekommen zu sein", sagt sie.

Erste Begegnung

mit Steffen Pfeiffer

Während ihrer Zeit in der Krifteler Jugend und dem Damen-Team des SSC Bad Vilbel begegnete sie erstmals ihrem derzeitigen Trainer Steffen Pfeiffer. "Es war bei einer Hessenmeisterschaft. Ich hatte einen Pulli von Bad Vilbel an, auf dem mein Name stand", erzählt Koob. Pfeiffer sah ihren Namen und sagte: ,Ach, du bist die Franzi', erinnert sie sich. Koob reagierte verdutzt und fragte, wer er sei. ,Ich bin der Stups. Du spielst mit meinen Töchtern Jacqueline und Jeannette zusammen', antwortete er. "Ich kannte sie nur unter ihren Spitznamen 'Line' und 'JP'. Als ich genauer hingeschaut habe, habe ich die Ähnlichkeit erkannt", blickt sie zurück. 2018 kam der Coach auf sie zu, um sie nach dem Abstieg der Sodenerinnen aus der 2. Liga für den Neuaufbau in der 3. Liga zu gewinnen - mit Erfolg.

In ihrem dritten Jahr in Bad Soden sieht Pfeiffer eine enorme Entwicklung von Koob. Vor vier Monaten zog sie mit Teamkollegin Monika Dolezajova in eine WG. Viele seien in dieser Zeit zu ihr gekommen und stellten fest, dass sie "aufgeblüht" sei. "Ich bin freier und lockerer geworden. Doli wirkt sich positiv auf mich aus. Es hat sich eine Freundschaft entwickelt, die nicht mehr aus dem Leben wegzustreichen ist", erklärt die 20-Jährige. Ein großes Streitthema gibt es aber: Volleyball. "Wir können beide nicht mit dem Lob von der anderen umgehen", sagt sie. Lob werden sie sich gefallen lassen müssen, wenn sie mit ihrem Team beim Tabellenzweiten Wiesbaden am Samstag (19 Uhr) den vierten Derbysieg der Saison holen. "Die Kombination aus letztem Derby an meinem 20. Geburtstag, und dass Simona Kosova in der Halle ist. Das ist der krasseste Kick von allen", freut sie sich auf das anstehende Spiel. Ihr Coach schließt sich an. "Wiesbaden ist Favorit. Aber wir wollen alles daran setzen, auch das vierte Hessenderby zu gewinnen. Das wäre das I-Tüpfelchen auf der Saison", betont Pfeiffer. mü

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