Kann zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft sein: der Eddersheimer Trainer Tobias Fischer. FOTO: marcel lorenz
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Kann zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft sein: der Eddersheimer Trainer Tobias Fischer.

Handball, Damen

Ein gelungener Auftritt

  • Volker Hofbur
    VonVolker Hofbur
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Die TSG Eddersheim wird in Haunstetten Dritte

Eddersheim -"Es war ein schönes Wochenende in Augsburg", blickte Trainer Tobias Fischer gerne auf das Turnier seiner Mannschaft beim TSV Haunstetten zurück. Dort belegten die Drittliga-Handballerinnen der TSG Eddersheim den dritten Platz.

"Das war wirklich gut. Ich habe mich mit den Trainerkollegen dort unterhalten. Das waren alles Drittligisten aus dem Süden, die körperlich und spielerisch in der Breite besser sind als die Mannschaften beispielsweise aus Hessen", berichtet Fischer, "sie sagen, dass sie zwei oder drei schwache Mannschaften in ihrer Gruppe haben, sonst können viele Mannschaften auf einem Level antreten". Er sieht darin aber auch ein Risiko: Kommen Verletzungen, kann eine an sich gute Mannschaft schnell in die Abstiegsrunde rutschen. Insgesamt hatte sich Fischer auf dieses Turnier mit seinen Herausforderungen und neuen Gegnern sehr gefreut. Daher ist er nicht unzufrieden, in einer anderen Gruppe die Punktrunde bestreiten zu müssen.

Für viele Spielerinnen endete die Nacht zum Samstag früh - sogar sehr früh. Um 6.30 Uhr fuhr die Mannschaft weg, dabei mussten einige der Damen aber erst mal nach Eddersheim kommen. Da der Verkehr auf der Fahrt in den Süden doch recht stark war, kamen die Eddersheimerinnen erst gut 45 Minuten vor dem ersten Spiel an.

Fehlstart im Auftaktspiel

Dementsprechend war auch das erste Spiel. Gegen den HC Erlangen, der vor der vorletzten Saison in die 3. Liga aufgestiegen war, sah Fischer eine unterirdische erste Halbzeit seines Teams - trotz des Remis zur Pause. "Wir waren noch im Bus. Ich konnte ein bisschen mit meinen Spielerinnen mitfühlen und habe die Klappe gehalten", hielt sich Fischer zurück, meinte nur in der Kabine, dass seine Spielerinnen "doch etwas konsequenter in ihren Aktionen sein und versuchen sollten, Handball zu spielen" (Fischer). Das setzte seine Mannschaft dann auch um, steigerte sich in Abwehr und Angriff. "Mit der zweiten Halbzeit war ich zufrieden. Das war in Ordnung", freute sich der Trainer nach dem 20:15-Erfolg seiner Mannschaft.

Mit nur 15 Minuten Pause ging es für die Eddersheimerinnen in das zweite Spiel gegen den HDC Gröbenzell. "Das ist für die Dritte Liga eine Top-Mannschaft, der vor drei Jahren noch in der 2. Bundesliga gespielt hat", berichtete Fischer, "es ist ein kleiner Verein, der nur Damen-Handball betreibt". Der Gegner, der eine Platzierung unter den besten vier Teams in der Liga anstrebt, hatte drei Beachhandball-Nationalspielerinnen in seinem Kader und war vor allem im Rückraum und am Kreis stark besetzt. "Die Spielerinnen waren größer als ich", musste Fischer feststellen. Der stark agierende Gegner war zumeist mit ein bis zwei Toren vorne und hatte die bessere und reifere Spielanlage. "Wir haben es aber richtig gut gemacht", freute sich der Trainer, "die werden sich gewundert haben, dass sie nur so knapp vorne lagen". Mit einer starken Abwehr vor zwei guten Torhüterinnen und einem Spiel, das die gegnerische Abwehr immer bewegte und Lücken für die Außenpositionen schaffte, blieben die Eddersheimerinnen dran. "Zehn Sekunden vor Schluss hatten wir die Chance, einen Punkt zu retten. Doch kurz vor dem Abpfiff haben wir noch einen Siebenmeter kassiert und das Spiel mit 18:19 verloren", überwog für Fischer dennoch das Positive, "das war nach nur einer kurzen Pause ein starkes Spiel mit einer starken Abwehr und einem starken Angriff. Es war ein richtig schöner Fight".

Dann folgte für die Mannschaft eine längere Pause, die sie dazu nutzte, um zum Hotel herüber zu gehen und dort einzuchecken. Schließlich folgte im letzten Spiel das Aufeinandertreffen gegen den Gastgeber TSV Haunstetten. Da waren die Eddersheimerinnen in der ersten Hälfte gar nicht auf dem Feld. "Das war schlecht. Wir lagen mit 8:12 im Rückstand. Unsere Abwehr kam gegen zwei Spielerinnen des Gegners gar nicht zurecht, und vorne scheiterten wir immer an den gegnerischen Torhüterinnen", war Fischer nicht begeistert, "da haben wir uns unter Wert geschlagen". Seine Mannschaft raffte sich auf und traf in den ersten 56 Sekunden der zweiten Hälfte gleich drei Mal. "Das habe ich noch nie auf diesem Niveau gesehen, zumal der Gegner Anwurf hatte", staunte Fischer nicht schlecht. Der Gastgeber hatte seine besten Spielerinnen erst mal auf der Bank gelassen, während Eddersheim in Führung ging und Chancen vergab, diese auszubauen. Am Ende gab es ein 18:18, wobei die Schiedsrichter in den letzten Sekunden einen Siebenmeter gegen die Gastgeber nach einem Foul nicht pfeifen wollten. "Das war vollkommen in Ordnung. Wir haben es akzeptiert. Ich wollte die Reaktion meiner Mannschaft sehen. Die hat sie gezeigt", war Fischer zufrieden. Er dachte, dass das zum zweiten Platz reichte, doch blieb der Gastgeber wegen dreier mehr erzielter Treffer vor den Eddersheimerinnen, was Fischer allerdings herzlich egal war. Mit der Leistung seiner Mannschaft konnte er insgesamt gesehen gut leben.

Die ersten Drei

sind das Saisonziel

Nach einem schönen Abendessen im Hotel hielt die Mannschaft anschließend ihre Spielersitzung ab. Tobias Fischer bestimmte Franziska Feick und Julia Krämer zu den Kapitäninnen der Mannschaft. Anschließend wurden Ämter vergeben, ehe die Mannschaft über die neue Saison sprach. Fischer stellte die einzelnen Mannschaften vor. "Dann haben wir über Ziele gesprochen. Wenn wir gesund bleiben, wollen wir unter die ersten Drei kommen", nannte der Trainer das Resultat der Sitzung. Für ihn sind die TSG Bretzenheim, die selbst den Aufstieg als Saisonziel genannt hat, und Fortuna Düsseldorf die Favoriten. Düsseldorf hatte sich vor dem Saisonstart mit zwei Zweitliga-Spielerinnen verstärkt. "Wir haben gesehen, dass Bretzenheim nicht meilenweit weg von uns war. Auf jeden Fall wollen wir nicht unten reinrutschen", verdeutlicht der Trainer. Volker Hofbur

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