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Ein Rohdiamant in Flörsheim

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Von: Harald Joisten

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Der Darts-Pfeil fliegt: Fabian Schmutzler bei der WM Mitte Dezember 2021 im Alexandra Palace in London. FOTO: imago images
Der Darts-Pfeil fliegt: Fabian Schmutzler bei der WM Mitte Dezember 2021 im Alexandra Palace in London. © imago images/Action Plus

Der jüngste deutsche WM-Teilnehmer Fabian Schmutzler als Hoffnungsträger der "Bären"

Flörsheim -Als "The Fabulous Fab" irgendwann im Sommer 2021 seinen Verein Eintracht Frankfurt verließ und zu den "Bären" des ESV Blaugold Flörsheim wechselte, war dem traditionsreichen Verein aus dem Main-Taunus-Kreis die Tragweite dieser Personalie womöglich noch nicht ganz bewusst. Fabian Schmutzler galt zwar schon als großes Darts-Talent. Kaum einer konnte jedoch ahnen, was schon ein paar Monate später passieren sollte. Kurz nach seinem 16. Geburtstag im Oktober 2021 sicherte sich der Frankfurter auf der internationalen Development Tour zwei Turniersiege und qualifizierte sich völlig überraschend für seine erste Weltmeisterschaft - als jüngster deutscher Spieler aller Zeiten und zweitjüngster Spieler in der WM-Geschichte. Schmutzler schied zwar Mitte Dezember in der berühmten Darts-Arena Alexandra Palace in London in der ersten Runde aus. Doch der Rummel um seine Person strahlte auch auf seinen neuen Verein in Flörsheim aus. Manche Medien bezeichneten ihn gar bereits als das neue "Darts-Wunderkind".

"Von der Konstanz ist er schon unser Bester"

"Florian ist schon sehr gut. Ein Rohdiamant. Von der Konstanz her ist er bereits der Beste bei uns", sagt Martin van Bijlevelt, der 1. Vorsitzende der Flörsheimer. Sportwart Lutz Landua hatte den 16-Jährigen zu Blaugold gelockt. Beide kannten sich zuvor vom Hessischen Darts-Verband, dem Landua einst ebenfalls als Sportwart angehört hatte. "Fabian wollte Bundesliga spielen", erklärt seine Mutter Giuseppina Schmutzler den Vereins-Wechsel. Seit 2015 gehören die Flörsheimer der Bundesliga an.

Zu einem gemeinsamen Spiel mit "The Fabulous Fab", wie er sich auf der Darts-Tour nennt, kam es bisher noch nicht. Die Saison 2020 war wegen Corona fast ein Jahr lang unterbrochen gewesen. Als sie im September 2021 mit einem Spieltag fortgesetzt wurde, war Fabian Schmutzler bei einem anderen Turnier im Einsatz. Ebenso fehlte er im Januar. Vielleicht klappt es beim nächsten Spieltag am 5. Februar in Walldorf. Die erfahrenen Flörsheimer können den 16-Jährigen jedenfalls gut gebrauchen. Derzeit liegen die "Bären" auf dem vorletzten Platz. "Bei uns sind einige Spieler in der Mannschaft über 50 Jahre alt. Auch wir Alten können natürlich geradeaus werfen und bringen viel Erfahrung mit", betont Van Bijlevelt, selbst Spieler des Bundesliga-Teams, mit einem Schmunzeln. Auch der ehemalige Profi und WM-Teilnehmer Michael Rosenauer (55) gehört dazu. "80 Prozent unserer Spieler sind an einem guten Tag in der Lage, einen Average über 90 zu spielen", so Van Bijlevelt. Heißt: Im Durchschnitt mit drei Pfeilen einen Punktwert von über 90 pro Leg (von 501 auf 0) zu erzielen. Der Unterschied zu Schmutzler sei die Konstanz. Dadurch kommt der Youngster am Ende eines Matches auf einen höheren Punkteschnitt (Average).

Bei einem Bundesliga-Spieltag kommen immer drei Teams mit je acht Akteuren zusammen. Gespielt werden acht Einzel und vier Doppel - alles an einem Tag und jede Partie über vier Gewinnsätze ("Best of seven").

Einen regelmäßigen Trainingstag gibt es nicht bei den "Bären". Jeder trainiert für sich zu Hause auf die eigene Dart-Scheibe. Vorgestern kam das Team mit Fabian Schmutzler mal wieder im Gasthof "Zur Krone" in Massenheim zusammen, wo es seine Heimspiele austrägt. Grund war eine Anfrage eines kleinen Fans, der gerne mit Schmutzler ein paar Pfeile werfen wollte. Gesagt, getan. Zumal der 16-Jährige gerade im "Lande" ist. Er wohnt weiter in Frankfurt, besucht dort die Anna-Schmidt-Schule (Q-Phase, G8 Schule).

Das große Talent hat für dieses Jahr viel vor. Er will bei den Development-Touren in England und Hildesheim antreten, als nächstes vom 18. bis 20. Februar in Wigem. Danach plant er einen Start vom 4. bis 6. März an den UK Open in Minehaed. "Seine Teilnahmen sind alle noch unsicher, da wir nicht wissen, ob Fabian von der Schule befreit wird", erklärt seine Mutter Giuseppina Schmutzler.

Und dann gibt es ja noch die Bundesliga. Seine neuen "Bären"-Kollegen aus Flörsheim freuen sich darauf, von dem "Küken" im Abstiegskampf unterstützt zu werden. Harald Joisten

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