Machte sich so seine Gedanken: Hadamars Chef-Coach Stefan Kühne.
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Machte sich so seine Gedanken: Hadamars Chef-Coach Stefan Kühne.

Fußball-Hessenliga, Gruppe B

Ein seltsamer Nachmittag in Hadamar

In der Fußball-Hessenliga, Gruppe B, hat der SV Rot-Weiß Hadamar nach der Derbyniederlage Wiedergutmachung betrieben. Gegen den FV Bad Vilbel siegte die Elf von Trainer Stefan Kühne mit 5:2, hätte die Partie aber beinahe aus der Hand gegeben.

SV Rot-Weiß Hadamar – FV Bad Vilbel 5:2 (2:0). Wer es mit den Hadamarern hält, der musste am Samstag Nerven aus Stahl haben. Die Fürstenstädter hatten alles im Griff und waren nach dem Treffer von Jann Bangert zum zwischenzeitlichen 4:0 (55.) auf bestem Wege, ein Schützenfest aller erster Güte zu feiern. Was dann aber passierte, dürfte auch Trainer Stefan Kühne ein paar Sorgenfalten bereitet haben. Bad Vilbel hatte bereits dreimal ausgewechselt, ehe sich Namrud Embaye nach einem heftigen Foul von Sammy Kittel verletzte und der FV zu zehnt weiterspielen musste. Eigentlich ein Grund mehr, das Ergebnis in die Höhe zu schrauben.

Doch es kam anders: Hadamar hatte den Widersacher auf die leichte Schulter genommen, „verweigerte“ Zweikämpfe und ließ die dezimierten Wetterauer zurück ins Spiel kommen. 4:1 (56.), 4:2 (73.) und plötzlich waren sogar die Chancen für mehr da. Es war ein seltsames Spiel, das durchaus 4:4, auch aber 8:2 hätte ausgehen können. Unverständlich, was die Rot-Weißen auf der einen Seite liegen ließen und auf der anderen Seite in der Rückwärtsbewegung ablieferten. Erst, als Marco Koch in der Nachspielzeit nach tollem Pass von Bangert das 5:2 besorgte, war Ruhe im Karton.

Der erste Durchgang hatte zäh begonnen, Hadamar war das bessere Team. Tristan Burggraf bekam nach Flanke von Jerome Zey nicht richtig Druck hinter seinen Kopfball (14.). Dann half der Kühne-Elf aber ein Doppelschlag innerhalb von 120 Sekunden: Nach langem Abschlag Christopher Strauchs rannten sich zwei Bad Vilbeler gegenseitig um, Jann Bangert vernaschte noch einen Gegenspieler und vollendete mit dem Außenrist und mit Hilfe des Innenpfostens zum 1:0 (25.). Kurz danach köpfte Tristan Burggraf einen Zey-Freistoß aus halblinker Position wuchtig in die Maschen (27.). Von Bad Vilbel war offensiv nichts zu sehen, das Team aus der Wetterau wirkte zuweilen zu verspielt.

Nach Wiederbeginn dauerte es nur fünf Zeigerumdrehungen, ehe Jerome Zey einen von Visar Gashi an ihm selbst verwirkten Foulelfmeter zum 3:0 verwandelte (50.). Bad Vilbel präsentierte sich vor allem in dieser Phase extrem naiv und kassierte bald das vierte Gegentor: Ein Befreiungsschlag landete bei Jann Bangert, der Tempo aufnahm, den herauseilenden Torwart Niklas Schulze umkurvte und zum 4:0 vollstreckte (55.). Dann begannen die wilden Minuten, in denen Anej Polak (55.) und Ayoub Lahchaychi (73.) auf 4:2 verkürzten. Zudem versemmelten die eingewechselten Oliver Kovacic und Denis Hadzimusic beste Gelegenheiten zu weiteren Treffern (81., 89.). Davor und dazwischen lagen aber auch ungenutzte „Monster-Chancen“ der Rot-Weißen in Person von Bangert (59., 84.), Zey (70.) und Koch (85.) – es war einfach ein kurioser Nachmittag.

Trainer Stefan Kühne meinte: „Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein, mit der zweiten Halbzeit bin ich aber nicht einverstanden. Wir haben den Gegner wieder stark gemacht, obwohl wir normalerweise was für das Torverhältnis hätten machen können. Es ist aber trotzdem lobenswert, was die Jungs in letzter Zeit abreißen, vor allem bei der immensen Belastung.“

Gäste-Coach Amir Mustafic sagte nach Spielende: „Erst nach den Auswechslungen waren wir besser im Spiel, zuvor war ich mit der Leistung nicht einverstanden. Die Tore, die wir bekommen haben, waren aber einfach ärgerlich. Wie die Mannschaft aber in Unterzahl zurückgekommen ist, macht mich schon ein bisschen stolz. Dennoch sieht man, dass die Jungs zwar kicken können, aber viel zu jung und naiv sind. Uns fehlt ein erfahrener Spieler, deswegen haben wir erst drei Punkte.“ PATRICK JAHN

Hadamar: Strauch, Wölfinger, Dimter, Kittel (68. Koch), Teller, Zey, Kern (84. Moldsen), Velemir (57. Monteiro-Carvalho), Burggraf, Bangert, Neugebauer – Bad Vilbel: Schulze, Ushiyama (58. Kovacic), Alik, Gashi (50. Okuno), Polak, Embaye, Emmel (60. Hadzimusic), Shuteriqi, Filipovic, Shimoda, Lahchaychi – SR: Heß (Heppenheim) – Tore: 1:0 Jann Bangert (25.), 2:0 Tristan Burggraf (27.), 3:0 Jerome Zey (50./FE), 4:0 Jann Bangert (55.), 4:1 Anej Polak (56.), 4:2 Ayoub Lahchaychi (73.), 5:2 Marco Koch (90.+2) – Zuschauer: 200.

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