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Wie man den Ball behauptet, will Riki Hirakawa für den Abstiegskandidaten Sandzak auch gegen die "Speuzer" zeigen. Gegen den Bornheimer Manuel Elford klappt dies schon ganz gut.

Fußball

Eine Frage der Spiellaune

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Die Rückrunde läuft, und bis zur Winterpause stehen noch drei Spieltage an. Am Sonntag gibt es das nächste Frankfurter Duell.

Im August unterlag Aufsteiger FFV Sportfreunde gegen den SV FC Sandzak mit 0:1. Seit diesem zweiten Spieltag der Fußball-Verbandsliga Süd hat sich allerdings vieles geändert. Die „Speuzer“ sind rasend schnell in der Liga angekommen und aktuell Tabellenfünfter, während Sandzak als Letzter nicht nur sportlich einer ungewissen Zukunft entgegensteuert. Am Sonntag (14.45 Uhr) treffen die beiden Stadtrivalen in Bonames noch einmal aufeinander. Zeitgleich empfängt Rot-Weiss Frankfurt mit Eintracht Altwiedermus den Tabellenvorletzten. Die Partie der SG Bornheim/Grün-Weiß gegen Eintracht Wald-Michelbach ist für 15 Uhr angesetzt.

Das vorige Frankfurter Derby verlor der FFV Sportfreunde erst am vergangenen Sonntag etwas überraschend gegen Bornheim. „Und das gegen die schlechteste Bornheimer Mannschaft, der wir in den fünf Spielen in diesem Jahr begegnet sind. Wir haben es trotz allem geschafft, den Gegner aufzubauen. Und das hat wieder gezeigt, dass es keine Bedeutung hat, wie die personellen Vorzeichen sind und was vorher gesagt wird. Die Einstellung muss stimmen und auf den Platz gebracht werden“, sagt Trainer Mehmet Somun. Er weiß genau, dass dies auch auf das Rückspiel gegen Sandzak zutrifft. „Das Hinspiel haben wir unnötig verloren, jetzt wollen wir uns die drei Punkte zurückholen.“ Der zuletzt gesperrte Kapitän Okan Ilkiz steht wieder zur Verfügung.

Der SV FC Sandzak überraschte mit dem 3:2 beim Hanauer SC, der mit dem ehemaligen Sandzak-Torjäger Aleksandar Mastilovic und seinem neuen Trainer Raduan Belaajel einen weiteren Dämpfer im Aufstiegsrennen hinnehmen musste. Bemerkenswert war dabei gar nicht so sehr, dass Sandzak die fußballerische Klasse mitbrachte, um eines der Topteams der Liga ärgern zu können, sondern dass sich das fehlende Training nicht rächte – Trainer Edin Softic hatte seine Leute in der vorigen Woche nur einmal zu Gesicht bekommen. Und das war keine Ausnahme, auch diese Woche war bis Donnerstagabend kein Training möglich. „Es sind ja nur noch zwölf Mann da, und wenn dann fünf oder sechs absagen, braucht man gar nicht erst auf den Platz zu gehen“, erklärt Softic, der vor den verbliebenen Spielern großen Respekt hat: „Einige sind des Geldes wegen nicht mehr gekommen. Und vor denen, die noch da sind, muss man den Hut ziehen dafür, wie sie sich reinhauen. Da ist fußballerisch immer noch viel Qualität, und die Jungs geben selten auf.“ Und so habe man auch bei den Sportfreunden unter Umständen eine Chance. Softic: „Wenn die Jungs wieder so eine Spiellaune wie in Hanau zeigen, ist vielleicht etwas drin.“

Rot-Weiss Frankfurt hat nach zwei Siegen in Folge zuletzt ein spielfreies Wochenende genossen und noch einmal Kraft getankt für die wenigen Aufgaben in diesem Jahr, das mit dem Abstieg aus der Hessenliga seinen negativen Höhepunkt hatte. Danach dauerte es einige Zeit, bis die Mannschaft und der Verein in der Verbandsliga ankamen. Am schnellsten war dies dem neuen Trainer Slobodan Komljenovic und seinem Assistenten Sven Kunisch gelungen, die auch nach verlorenen Spielen ruhig blieben, beharrlich arbeiteten und mit der Mannschaft eine zu ihr passende Spielidee entwickelten. „Das hat schon mehr Hand und Fuß inzwischen“, findet Kunisch. Und so darf man vor dem Heimspiel gegen Aufsteiger Eintracht Altwiedermus am Brentanobad vorsichtig optimistisch sein. Wobei sich die Verletzung von Ozan Keskin natürlich als herber Schlag erweisen könnte. Der elffache Torschütze und herausragende Spieler der vergangenen Wochen hat sich einen Meniskusriss zugezogen und muss deshalb operiert werden. Außerdem droht Canel Burcu (Knieprobleme) auszufallen. „Es müssen eben andere in die Bresche springen“, fordert Kunisch.

Gute Erinnerungen

Bei der SG Bornheim/Grün-Weiß herrscht nach dem 3:1 beim „Erzrivalen des Jahres“ eitel Sonnenschein. Der zweite Sieg im fünften Aufeinandertreffen binnen sieben Monaten mit dem Stadtrivalen FFV Sportfreunde (der erste gelang im Kreispokalfinale) brachte dem Neuling die Verbandsliga-Punkte 21 bis 23. „Damit haben wir in der Rückrunde schon drei Punkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt in der Hinrunde“, lautet die Rechnung von Trainer Maik Rudolf. Den ersten Verbandsliga-Punkt überhaupt holten die Bornheimer übrigens beim 2:2 in Wald-Michelbach, also gegen ihren Gegner vom Sonntag. „Wir haben gute Erinnerungen an Wald-Michelbach, und das Ziel ist, gegen die direkten Konkurrenten so viele Punkte wie möglich einzufahren“, sagt Rudolf. Der zuletzt arg dezimierte Kader füllt sich langsam wieder. Allerdings sieht der Trainer kaum Handlungsbedarf: „Die Jungs haben letzten Sonntag ihre Sache sehr, sehr gut gemacht, von daher gibt es nicht viele Veränderungen.“ Oktay Bulut rückt nach seiner Sperre wieder in den Kader.

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