Eine ganz, ganz große Chance vertan

Wenn in der Fußball-Bundesliga Bayern München, Borussia Dortmund und Hertha BSC – also die ersten drei – zeitgleich verlieren würden: So lief es am Samstag in der Volleyball-Oberliga der Damen.

„Das dürfte ich jetzt meinen Spielerinnen eigentlich gar nicht verraten“, schüttelte Roger Tschenett, Trainer von HTG Bad Homburgs Oberliga-Volleyballdamen, am Samstagabend den Kopf.

Gerade hatte sein Team mit der 1:3 (12:25, 21:25, 26:24, 22:25)-Niederlage beim 1. VC Wiesbaden III einen weiteren Rückschlag im Kampf um die Vizemeisterschaft einstecken müssen. Da teilte ihm der TZ-Reporter mit, dass man eine Riesenchance verpasst habe, im Rennen um die ersten beiden Tabellenplätze reichlich Terrain gutzumachen, denn: Spitzenreiter Klarenthal kassierte mit einem 0:3 beim TSV Hanau seine erste Niederlage und der Tabellenzweite Bergshausen patzte mit einem 1:3 bei Bad Homburgs nächstem Gegner TG Bad Soden II gleich mit.

Weshalb die HTG in der Wiesbadener Sporthalle am 2. Ring nicht die „1. Geige“ gespielt hatte, brachte Trainer Tschenett auf den Punkt: „Wir haben kollektiv einfach schlecht gespielt. Und wenn Wiesbaden im dritten Satz nicht experimentiert, sondern mit seiner starken ersten Sechs weitergespielt hätte, dann hätten wir wohl sogar mit 0:3 verloren. Drei Leistungsträgerinnen auf einmal lassen sich von uns einfach nicht ersetzen.“ So musste die HTG neben Marta Dabrowska (Schwangerschaft) und Zsuzsanna Bender (dürfte nach auskurierter Verletzung wohl erst wieder am 13. Februar im Spiel bei TS Bischofsheim zur Verfügung stehen) kurzfristig auch noch auf die grippekranke Julie Teso verzichten.

Der erste Satz der insgesamt 105-minütigen Auseinandersetzung war aus HTG-Sicht zugleich der traurigste. „Da lief bei uns rein gar nichts zusammen“, kommentierte Tschenett das schnelle 12:25. Im zweiten Durchgang lief es für die Hombirgerinnen dann zwar ein wenig besser, doch spürte man in vielen Aktionen, dass die gegen den Abstieg strampelnden Landeshauptstädterinnen drei bis vier Mal in der Woche trainieren und sich laut Tschenett gegenüber dem mit 3:1 von der HTG gewonnenen Hinspiel „deutlich gesteigert haben“.

Der Gewinn des dritten Satzes konnte dem Homburger Trainer keinen Sand in die Augen streuen: „Wir waren trotzdem nach wie vor in der Abwehr und der Annahme sehr anfällig. Wiesbaden hat schon richtig gut aufgeschlagen – wir leider nicht.“ Seine Eindrücke musste er dann auch nach dem vierten Satz nicht revidieren.

HTG: Auz, Bernius, Beyrich, Cepe, Guschel, Edmaier, Moosbrugger, Limmer, Vanhöfen. gg

Nächstes Spiel: HTG Bad Homburg – TG Bad Soden II (Sa., 20.00, Feri-Sportpark).

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