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Fehlt der TSG Oberursel länger wegen einer Knieverletzung: Spielmacherin Nadine Okrusch.

Handball, Oberliga Hessen

Eine Katastrophe für die TSG Oberursel  - "aber keine riesige"

Der Spitzenreiter ist im Topspiel der Damenhandball-Oberliga nur Außenseiter - das hängt mit den personellen Sorgen der TSGO zusammen.

Vor dem Jahreswechsel zeigte sich Paul Günther, Trainer der TSGO-Frauen, noch ganz angetan von der kurzen Winterpause. Nach einer kräftezehrenden Hinrunde in der Handball-Oberliga, die dem Team den ersten Platz und die erneute Qualifikation für den DHB-Pokal einbrachte, sollten sich die Spielerinnen entsprechend schonen und regenerieren, um fit in die Rückrunde zu starten. Trainingspläne gab der Coach seinen Schützlingen daher nicht mit in die „Ferien“. Das Ganze ging allerdings nicht so aus, wie erhofft.

„Du gehst mit einem vollzähligen Kader in die Winterpause und kommst mit einem lädierten Kader zurück“, berichtet Günther. Dass Rückraumspielerin Rabea Wehrum, erst im Sommer nach Oberursel gekommen, sich eine Auszeit vom Handball nehmen würde, war frühzeitig kommuniziert worden. Dass darüber hinaus nun aber auch die Führungsspielerin Nadine Okrusch und Jennifer Krasnansky, auf Linksaußen die Zuverlässigkeit in Person, lange Zeit fehlen werden, war so nicht abzusehen.

Krasnansky zog sich zwischen den Jahren einen Innen- und Außenbandriss am Knie zu und wird aller Wahrscheinlichkeit in dieser Runde nicht mehr zum Einsatz kommen. Für Okrusch bestätigte sich bei der MRT-Untersuchung die schlimmste Befürchtung nicht. Es ist kein Band gerissen, das Knie aber immer noch geschwollen. „Sie wird uns erst einmal fehlen“, sagt Günther, dem zuletzt auch Rückraumspielerin Lisa Greb (Verletzung an der Hüfte) und Katharina Löbrich (Viruserkrankung) ausfielen.

Da bleiben nicht mehr viele übrig. Für die erste Partie des Jahres heute beim Tabellendritten HSG Lumdatal in Lollar (17.30 Uhr) stehen wohl nur sieben Feldspielerinnen zur Verfügung.

Beunruhigt zeigt sich Günther deshalb aber nicht. „Wir müssen ein bisschen mehr als sonst mit unseren Kräften haushalten, aber von unserem Spielstil werden wir nicht abrücken“, versichert er. Die intensive Spielweise wird ermöglicht durch die gute Grundfitness der Spielerinnen und durch die hohe Flexibilität im Kader. „Es ist unser Faustpfand, dass beispielsweise eine Berit Mies, eine Sasha Müller und auch eine Katharina Löbrich, sofern sie rechtzeitig wieder gesund wird, auf allen Positionen spielen können“, erläutert Günther.

Darüber hinaus könne manche Spielerinnen nun zeigen, was in ihr steckt. „Manche sagen, der Ausfall von Nadine Okrusch ist eine riesige Katastrophe für uns, ich sage er ist ,nur‘ eine Katastrophe“, verrät der Trainer, „natürlich ist sie bei uns ein Fixpunkt, aber ich habe diese Mannschaft auch schon ohne sie erfolgreich gesehen, weil sich die Verantwortung dann auf andere Schultern verteilt.“

ROBIN KUNZE

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