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Rene Krieg hält den Kreispokal in den Händen (links), seine Friedrichsdorfer Mitspieler jubeln.

Fußball, Hochtaunus

Das ist eine Premiere: Die Sportfreunde Friedrichsdorf holen den Kreispokal

Im Finale des Fußball-Kreispokals schlägt Kreisoberliga-Meister Sportfreunde Friedrichsdorf den 1. FC-TSG Königstein mit 3:0. Warum das Spiel dem DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig ähnelte.

Die Gemeinsamkeiten des Kreispokalfinales und des DFB-Pokal-Endspiels waren auffällig: Wie RB Leipzig betrieb der 1. FC-TSG Königstein viel Aufwand, doch die Sportfreunde Friedrichsdorf waren ähnlich abgezockt wie der FC Bayern München. „Sie waren dreimal vor unserm Kasten, und dreimal klingelt es. Friedrichsdorf war gnadenlos effektiv und hat somit verdient gewonnen“, musste Königsteins Trainer Bayram Mechmet nach dem 0:3 auf den Usinger „Muckenäckern“ anerkennen.

Dabei übte sein Team vom Anpfiff an Druck auf den KOL-Meister aus und schob dementsprechend hoch raus. Das wurde dem Vorjahresfinalisten und Cup-Gewinner von 2017 allerdings schon in der 3. Spielminute zum Verhängnis. Nach einem mustergültigen Pass in die Tiefe von Eugen Schiffmann war Sportfreund Deniz Pekgüzelyigit allein auf weiter Flur. Der schnelle Flügelspieler zog von halblinks in den gegnerischen Strafraum und versenkte den Ball mit der Pieke flach im langen Eck zum 1:0.

„Im Spiel gegen Merzhausen in der Gruppenliga war mir aufgefallen, dass Königstein auf der rechten Seite etwas schwächer besetzt war“, sagte später SF-Coach Bodo Dick, „Deniz ist in der Szene da sehr gut reingestoßen.“

Mitte der zweiten Halbzeit musste der Flügelflitzer allerdings vom Feld. Pekgüzelyigit verletzte sich bereits in der ersten Halbzeit, als er Wayne Schäfer im Strafraum zu Fall brachte (22.). Auch Schäfer musste ausgewechselt werden, und zudem vergab sein Teamkollege Josip Stanic den anschließenden Strafstoß. „Wenn er ihn hoch schießt, steht es 1:1“, ärgerte sich Königsteins Sportchef Till Sommerfeld. Stanic schoss flach ins rechte Eck, SF-Keeper Enver Osmanovic konnte parieren. Auch in der 31. Minute entschärfte der Schlussmann im Eins-gegen-eins einen Ball von Stanic.

Sehenswerte Treffer

Zu Beginn des zweiten Durchgangs war Königstein leicht feldüberlegen, doch spätestens mit dem 2:0 von Jan Mäuser in der 68. Minute hatten die Sportfreunde den Widerstand des FC gebrochen. Mäuser war übrigens für Pekgüzelyigit gekommen und erzielte seinen Treffer ebenfalls vom linken Flügel kommend aus spitzem Winkel. Getoppt wurde dieses sehenswerte Tor noch von Christian Füssel, der in der 71. Minute aus rund 25 Metern abzog. Der Schuss war verdeckt, doch selbst bei freiem Blickfeld wäre Königsteins Torwart Fabio Milicia nicht mehr dran gekommen. Der Ball schlug mit viel Drall im rechten Eck ein. Danach passierte nicht mehr viel, außer einer kleinen Kuriosität aufseiten der Sportfreunde. René Krieg und Ali Razai diskutierten zehn Minuten vor dem Ende, wer denn nun ausgewechselt werden darf.

„Es war eine lange, erfolgreiche Saison, die mit dem Pokalsieg nun gekrönt wurde“, freute sich SF-Manager Martin Schmidt. Gemeinsam mit dem gesamten Kader fliegt er am Samstagmorgen zum Ausklang der strapaziösen Runde nach Mallorca. Mit im Gepäck ist dann neben dem Kreisoberliga-Titel auch der Kreispokal, den die Friedrichsdorfer bei ihrer zweiten Finalteilnahme (nach dem 1:5 gegen die Usinger TSG/2013) nun holten.

Trainer Bodo Dick dagegen wird nicht mit im Flieger sitzen. Das konnte sein Spieler Ali Razai so nicht akzeptieren und verpasste dem Erfolgstrainer nach auf dem Usinger Rasen eine Bierdusche.

FSV Friedrichsdorf: Osmanovic – Wenk, Strenkert, Theodosiadis, Razai – Füssel, Krieg, Pulino – Schiffmann, Kister, Pekgüzelyigit. Wechselspieler: Mäuser, Banchetto, Basdar. 1. FC-TSG Königstein: Milicia – Gschwender, Kovacevic, J. Schäfer, Löffler – Hajradinovic, Basanisi – Schandry, Stanic, da Silva – W. Schäfer. Wechselspieler: Yüksel, Dahl, Özbek. Tore: 1:0 Pekgüzelyigit (3.), 2:0 Mäuser (68.), 3:0 Füssel (71.). – SR: Tobias Vogel (Unterliederbach). – Zu.: 200. – Bes. Vorkommnisse: Stanic verschießt Elfmeter für Königstein (23.).

ROBIN KUNZE

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