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Eine tolle Moral bringt den nächsten Heimsieg

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Von: Volker Hofbur

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Nur gemeinsam geht es bei den Eddersheimerinnen: Lea Müller (links) und Linda Brocke können nur zusammen die Kölnerin Marcella Demmerath stoppen. Gemeinsam mit Tabea Schweikart hatten die beiden großen Anteil am knappen Heimsieg ihres Teams. FOTO: marcel lorenz
Nur gemeinsam geht es bei den Eddersheimerinnen: Lea Müller (links) und Linda Brocke können nur zusammen die Kölnerin Marcella Demmerath stoppen. Gemeinsam mit Tabea Schweikart hatten die beiden großen Anteil am knappen Heimsieg ihres Teams. © Marcel Lorenz

Die Eddersheimer Damen krönen ihre Aufholjagd gegen den 1. FC Köln mit dem 25:24

Eddersheim -Das war nichts für schwache Nerven: Die Handballerinnen der TSG Eddersheim setzten sich in der Staffel D der 3. Liga gegen den 1. FC Köln nach einem Fünf-Tore-Rückstand am Ende noch hauchdünn mit 25:24 (13:11) durch und festigten damit ihren zweiten Platz.

"Ich bin völlig am Ende. Vielleicht bin ich für so etwas zu alt", meinte der 44-jährige Tobias Fischer als Eddersheimer Trainer nach dem nervenaufreibenden Ende dieses Heimspiels. Immer noch sind die Eddersheimer Handballerinnen in der eigenen Halle am Karl-Eckel-Weg in dieser Saison ungeschlagen.

Die Voraussetzungen vor der Partie waren allerdings nicht rosig. Neben den fest stehenden Ausfällen von Lilly König und Anna Gempp gingen Alexandra Flebbe und Franziska Feick angeschlagen in die Partie. "Im Rückraum mussten wir ein wenig zaubern", berichtete Trainer Tobias Fischer, "es war schwierig". Auf der rechten Seite agierte er mit Lea Müller und Lena Petry, auf der linken wechselten sich die beiden angeschlagenen Akteurinnen ab.

Dennoch begannen die Eddersheimerinnen mit einer starken 5:1-Abwehr diese ausgeglichene Partie. "Die Abwehr war gut, wir waren sehr griffig und gut im Spiel. Im Angriff hatten wir gut herausgespielte Aktionen, aber wir haben drei Siebenmeter und zwei weitere hundertprozentige Chancen nicht genutzt. Da haben wir uns nicht belohnt und hätten mit einer klareren Führung als 13:11 in die Pause gehen können", erläuterte der Trainer.

Seine Mannschaft kam aber nicht gut aus der Kabine. Köln traf drei Mal in Folge zur eigenen Führung. Noch einmal drehten die Gastgeberinnen die Partie zum 15:14. "Dann ging bei uns vorne nichts mehr", musste Fischer feststellen. Acht Minuten blieben die Eddersheimerinnen ohne Tor und lagen mit 15:21 zurück (45.). Nun handelten Tobias Fischer und sein Co-Trainer Andreas Pohle. Sie stellten die Abwehr defensiver auf eine 6:0-Formation mit den beiden einzigen verbleibenden Spielerinnen im Innenblock, Franziska Feick und Lena Thoß. Dazu agierten sie im Angriff mit zwei Kreisläuferinnen und profitierten auch von einer doppelten Überzahl nach zwei Zeitstrafen gegen die Gäste. Beim Stand von 17:21 kam Eddersheim in einfache Überzahl, ehe Köln wieder komplett war, stand es 22:22 (54.). Vor allem Tabea Schweikart und Linda Brocke brachten in dieser Phase ihr Team ins Spiel zurück. Danach hatte Fischer die Idee, eine siebte Feldspielerin zu bringen. Auch das zahlte sich aus. In der 59. Minute sorgte Linda Brocke - Fischer: "Schon gegen Mainz war sie stark. Ihr liegen wohl die Karnevalsvereine" - 66 Sekunden vor Ende für das 25:24. Im Gegenzug setzte die Kölner Kreisläuferin einen Aufsetzer über das Tor. Fischer nahm anschließend die Auszeit, sein Team brachte den Vorsprung über die Zeit. "Das war ein Sieg für die Emotionen und die Moral", resümierte der Trainer, "und es war ein Sieg, weil unsere Ideen auf der Bank funktioniert haben".

Es klingt nachdenklich, wenn Fischer sagt: "Wir haben 21:5 Punkte. Uns kann nichts mehr passieren." Was angesichts von fünf Punkten Vorsprung auf den Drittplatzierten Fortuna Düsseldorf wie übertriebenes Understatement klingt, hat aber für den Eddersheimer Trainer einen plausiblen Hintergrund: "Ich habe jetzt zwei Verletzte und zwei angeschlagene Spielerinnen. Was mache ich, wenn die mir auch noch ausfallen. Dann fehlen mir vier Rückraumspielerinnen. Und dann wird das in der 3. Liga eine Frage der Qualität." Am Samstag geht es zur TuS Königsdorf, die zuletzt in Düsseldorf gut mithielt.

Eddersheim: Mona Priester (1. bis 15., ab 40.), Melissa Kirchner (15. bis 40.), Diana Rhein; Lea Müller 6/4, Linda Brocke, Tabea Schweikart je 5, Lena Thoß 4, Hanna Özer 3/2, Alexandra Flebbe, Franziska Feick je 1, Julia Krämer, Clara Wimmer, Ariane Hilbig, Helena Rhein, Lena Petry. vho

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