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"Sausewind" Leah McDerment (Falcons Bad Homburg, li.) beschäftigt Anna Furman (Schwabach).

Basketball, 2. Bundesliga Süd

An einem stürmischen Tag fegen die Falcons Bad Homburg die Baskets Schwabach weg

Im Verfolgerduell der 2. Bundesliga Süd setzen sich Bad Homburgs Basketballerinnen unerwartet deutlich durch. Der Wehrmutstropfen: Eine der US-Amerikanerinnen im HTG-Trikot spielt bis auf Weiteres nicht mehr.

Liz Rhein, Betreuerin der Falcons Bad Homburg und bei Heimspielen im Feri-Sportpark auch Hallensprecherin, machte am gestrigen Sonntag zwei nicht allzu gewagte Ansagen. "Falcons gegen die Kia Baskets Schwabach - der Dritte gegen den Vierten. Uns erwarten ein enges Spiel und ein stürmischer Nachmittag", verkündete sie über die Tonanlage. Mit Letzterem hatte sie auch Recht, was aber nicht an Orkantief "Sabine" lag, das zum Zeitpunkt des Tipp-Offs der Zweitligapartie den Taunus erreichte. Nein, verantwortlich für den Wirbelsturm, der durch die Basketballhalle sauste, waren Laken James, Leah McDerment, Isabel Gregor und Co.

Die Gastgeberinnen hatten zuletzt mit dem Trainerstab um Chef-Coach Jay Brown an der Taktik gefeilt. Resultat: Die ohnehin flotten Falken zündeten gegen Schwabach den Nachbrenner und siegten überraschend ungefährdet und eindrucksvoll mit 83:58.

In der Verteidigung hatte sich nicht viel getan. Wenn der Gegner am Ball ist, wird nach wie vor früh gestört und aggressiv in den Passwegen gewildert. Die beiden "Kettenhunde" James und Gregor kamen so auf sechs respektive drei Steals. Während der zweiten Halbzeit probierte man kurzzeitig eine Zonen-Verteidigung, kehrte aber schnell wieder zur Manndeckung zurück. In der Offensive zeigte sich die neue Spielidee dagegen deutlich. "Push it, push it" lautete Browns häufigste Anweisung - und seine Spielerinnen drückten gehörig aufs Gaspedal.

Vom eigenen Inbound, Rebound oder Ballgewinn bis zum gegnerischen Halbkreis vergingen selten mehr als drei, vier Sekunden. Häufig kam man so zu leichten Punkten aus der Transition heraus - dem Übergang von Verteidigung auf Angriff und umgekehrt. Schafften es die Gäste doch mal, sich rechtzeitig zu formieren, griffen die Falcons auf eine Dribble-Drive-Motion-Offensive zurück. Dabei befanden sich die vier Spielerinnen, die nicht am Ball waren, ständig in Bewegung. Und wenn die ballführende Spielerin - meist James - mit zwei schnellen Schritten am Gegner vorbei in die Zone penetrierte, boten sich stets gute Anspielstationen in der Nah- und Mitteldistanz. Wenn das klassische Halbfeldspiel, bei dem geduldig eine bestimmte Wurfoption freigespielt wird, ein gut organisiertes Sinfonieorchester ist, dann ist die Motion-Offensive heißer, wilder und doch harmonischer Free Jazz.

Mit einem Mix aus Übersicht, Raumaufteilung und Improvisationstalent fegten die Falcons über den Gegner hinweg und führten schon zur Halbzeit mit 50:27. "Wir wollen attackieren", betonte Brown später, "gerade für Laken und Leah ist diese Art Basketball perfekt." James wurde dann auch Top-Scorer: Zu starken 24 Punkten gesellten sich bei ihr noch 14 Rebounds. Zudem traf sie zwei ihrer vier Dreipunktwürfe. Die langen Schüsse sind eines der Mankos, die man dem Falcons-Spiel noch nachsagen konnte. Als Team trafen die Falcons nur 28 Prozent der Dreier (4/14).

Von einer sehr verlässlichen Schützin musste man sich zuletzt schweren Herzens verabschieden: US-Shooting Guard Quynne Huggins muss wegen Arthrose in beiden Knien ihre Karriere zumindest stoppen. 

ROBIN KUNZE

 

2. Bundesliga Süd, Frauen

Rhein-Main Baskets - ASC Mainz 99:71

Saarlouis/Dillingen Diamonds - TS Jahn München 55:62

DJK Don Bosco Bamberg - Towers Speyer-Schifferstadt 68:41

QOOL Sharks Würzburg - SG Weiterstadt 68:63

Falcons Bad Homburg - Metropol Baskets Schwabach 83:58

1. DJK Don Bosco Bamberg 15 13 2 1127:895 26

2. QOOL Sharks Würzburg 16 13 3 1215:1024 26

3. Falcons Bad Homburg 15 11 4 1169:873 22

4. Metropol Bask. Schwabach 15 9 6 1046:1042 18

5. TS Jahn München 15 8 7 973:983 16

6. Rhein-Main Baskets 16 7 9 1178:1203 14

7. SG Weiterstadt 16 7 9 1055:1062 13

8. BSG Basket Ludwigsburg 15 6 9 1001:1081 12

9. ASC Mainz 15 5 10 1013:1159 10

10. Towers Speyer-Schifferst. 16 3 13 1013:1194 6

11. Saarlouis/Dill. Diamonds 16 3 13 935:1209 6

Die nächsten Spiele:Speyer-Schifferstadt - Bad Homburg (Sa., 17.30), Saarlouis/Dillingen - Würzburg (Sa., 18.00), München - Bamberg (Sa., 20.00), Weiterstadt - Ludwigsburg (So., 16.00), Schwabach - Mainz (So., 18.00)

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