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Werner Rothmayer beim Zieleinlauf in Bremen.

Triathlon

Einer, der es kaum glauben kann

Nach seiner Teilnahme bei den Triathlon-Europameisterschaften mit Platz 27 (in Weert/Niederlande) über die olympische Distanz in der ersten Saisonhälfte überraschte Günter Rothmayer (Triathlon-Equipe Elz) nach seiner siebenwöchigen Wettkampfpause nun bei den Deutschen Meisterschaften über die Sprintdistanz in Bremen mit dem 3. Platz.

Günter Rothmayer war mit gemischten Gefühlen über die eigene Wettkampfform bei den Deutschen Triathlon-Meisterschaften in Bremen an den Start gegangen. Auf der Strecke über die Sprintdistanz mit 750 m Schwimmen, 20 km Rad fahren und 5 km Laufen erhoffte er sich einen Platz unter den Top Ten der Altersklasse. 

Nach dem Startschuss fand er einen guten Rhythmus, legte gegen Ende des Viereck-Kurses sogar noch zu, um beim Schwimm-Ausstieg in eine gute Position zu gelangen. Beim Wechselzonen-Sprint war Rothmayer (Schwimmzeit: 14:31 Minuten) hinter einigen Konkurrenten, die normalerweise beim Schwimmen 30 bis 60 Sekunden schneller sind als er. Hoch motiviert von diesem Wettkampfbeginn legte er wieder einmal den schnellsten Wechsel auf das Rad in seiner Altersklasse (1:56 Minuten) hin. Durch den starken Wind und den technisch nicht einfachen Streckenverlauf war diese Teildisziplin jedoch kraftraubend. 

Günter Rothmayer kam hervorragend zurecht und vermochte seine Radstärke voll auszuspielen. Nach 31:10 Minuten (über 20 km) kam er zurück an das Hafenbecken, wo er routiniert in seine Laufschuhe wechselte (2:42 Minuten). Der abschließende 5-km-Lauf führte zum Großteil an der Weser entlang in Richtung Innenstadt. Rothmayer hielt sich auf den ersten 500 Metern noch etwas zurück, steigerte danach jedoch stetig das Tempo und kam nach dem Wendepunkt so richtig in Fahrt, so dass er auf dem letzten Kilometer noch viele Teilnehmer überholte: Kurz vor dem Ziel sah er plötzlich etwa 20 Meter vor sich noch einen direkten Konkurrenten seiner Altersklasse. Günter Rothmayer mobilisierte die allerletzten Kräfte für den Zielsprint, um noch einen weiteren Platz gutzumachen. 

Nach dramatischem Zieleinlauf und einer Laufzeit von 20:15 Minuten fehlte ihm eine Sekunde auf die bessere Platzierung. Was dieser Zieleinlauf tatsächlich für Auswirkungen haben sollte, konnte er erst später auf der Ergebnisliste sehen. Zu seiner großen Überraschung wurde er mit einer Gesamtzeit von 1:10:34 Stunden Dritter der Deutschen Meisterschaften in der Altersklasse M55, was einen Platz auf dem Siegerpodest bedeutete. 

Mehrfach kontrollierte er die Ergebnistabelle, ob er das tatsächlich richtig wahrgenommen hatte; er konnte das kaum glauben. Mit großer Freude stand er bei der Siegerehrung auf dem Treppchen. Die eine Sekunde Rückstand auf Silber konnte er ganz gut verkraften.

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