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Kampf um den Ball: Alit Usic (Friedberg, links) und Jerome Zey (SV Rot-Weiß Hadamar).

Fußball-Hessenliga

Einer wie Noah Michel fehlt den Hadamarern

In der Fußball-Hessenliga hat der SV Rot-Weiß Hadamar seinen vorerst letzten Heimauftritt an der Faulbacher Straße gegen Türk Gücü Friedberg nach einem eigentlich typischen 0:0-Spiel mit 0:1 verloren.

VON PATRICK JAHN

SV Rot-Weiß Hadamar – Türk Gücü Friedberg 0:1 (0:0). „Drei Ecken – ein Elfer“ – das hätte den Rot-Weißen geholfen. Hadamar erspielte sich zwar in den ersten zehn Minuten satte fünf Eckbälle, wirkte aber insgesamt harmlos. Nachdem Luca Teller den ersten Warnschuss abgegeben hatte (18.), bot sich Matthias Neugebauer 60 Sekunden danach die ganz dicke – aber auch einzige – klare Torchance für Rot-Weiß, als er nach Flanke von Steffen Rücker freistehend vorbeischoss. Vermutlich hätte die Partie mit einem frühen Tor eine andere Wendung genommen. Stattdessen „quälten“ die Protagonisten die Zuschauer ausschließlich mit Kampf und wenig spielerischer Note. Highlights waren ganz rar gesät, denn auch die hochgelobte Offensive von Türk Gücü war kaum in Erscheinung getreten. „Goalgetter“ Noah Michel fiel nur mit einer armseligen Schwalbe im Hadamarer Strafraum auf (43.), auf die Schiedsrichter Daniel Velten nicht hereingefallen war, die Gelbe Karte aber stecken gelassen hatte. Markus Neugebauer testete TG-Torwart Felix Koob kurz vor der Pause noch mit einem Distanzschuss (44.), ansonsten passierte quasi nichts.

Im zweiten Abschnitt änderte sich wenig. Kampf, Ungenauigkeiten im Passspiel und fehlende Durchschlagskraft waren Trumpf. Türk Gücüs Torgelegenheiten wurden allesamt vom Abseitspfiff Daniel Veltens zunichte gemacht, und Hadamar hatte offensiv schlichtweg wenig zu bieten. Erst in den letzten 20 Minuten wurde das Treiben ein Stück weit aktiver, was aber hauptsächlich an der Elf von Trainer Carsten Weber gelegen hatte. Eray Eren scheiterte aus 25 Metern an Keeper Leon Hasselbach, und Shelby Printemps zielte von der Strafraumgrenze etwas zu hoch (73.). Die Defensive der Fürstenstädter, die sich in einem biederen Spiel zunächst noch als Lichtblick erwiesen hatte, wurde dann aber nachlässiger. Erst köpfte Noah Michel nach Eren-Flanke freistehend vorbei, dann folgte der sportliche Dolchstoß: Nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte verfiel die Abwehrkette in einen Tiefschlaf, Noah Michael war auf und davon und vollendete souverän ins lange Eck zum Tor des Tages (75.) – ein Stürmer dieser Klasse fehlt den Rot-Weißen.

Das Spiel nahm noch einmal Fahrt auf, konnte aber für die 75 Minuten zuvor keineswegs entschädigen. Mirco Paul nach einem abgewehrten Freistoß aus 16 Metern und Jonas Herdering mit einem strammen Schuss, den Torwart Felix Koob in Volleyball-Manier entschärfte, besaßen die letzten Halb-Chancen für erschreckend harmlose Fürstenstädter (79., 88.).

SVH-Coach Stefan Kühne sagte nach Spielende: „Wir haben in der zweiten Halbzeit zu offen gestanden und hatten keine Zuordnung. Beim Gegentor waren wir naiv, also müssen wir uns an die eigene Nase fassen, nicht mindestens einen Punkt geholt zu haben. Von meiner Offensive erwarte ich natürlich deutlich mehr.“

TGF-Trainer Carsten Weber: „Keine Mannschaft hatte ernsthafte Kontrolle über das Spiel, weil es unzählige Zweikämpfe gab. Ab der 60. Minute haben wir aber zumindest Abschlüsse gehabt. Am Ende ist es eben die Qualität eines Noah Michel, dass wir mit drei Punkten nach Hause fahren. In den letzten Wochen hätten wir ein solches Spiel verloren.“

Hadamar: Hasselbach, Paul, Wölfinger, Mar. Neugebauer, Teller, Pistor (68. Basmaci), Velemir, Rücker (76. Zey), Dillmann (25. Kittel), Herdering, Mat. Neugebauer – Friedberg: Koob, Scheffler, Eren, Usic, Printemps, Kilic, Fukuhara (83. Hagley), Dudda, Weigand, Michel, Schorr – SR: Velten (Schöffengrund) – Tor: 0:1 Noah Michel (75.) – Zuschauer: 150.

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