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Eine gute Einstellung ist die halbe Miete: FC Oberursels Trainer Eray Balkan (li.) weist Tufan Duroglu ein, der morgen allerdings ausfällt.

Taunus-Sport

"Einige lassen sich zu leicht provozieren"

In der vergangenen Saison schaffte das Trainerduo Eray Balkan/Frank Rosenkranz mit dem 1. FC Oberursel auf Anhieb den Aufstieg in die Fußball-Kreisliga A.

In der vergangenen Saison schaffte das Trainerduo Eray Balkan/Frank Rosenkranz mit dem 1. FC Oberursel auf Anhieb den Aufstieg in die Fußball-Kreisliga A. Dort mischt das Team aktuell bereits wieder oben mit. Als aktueller Tabellenvierter empfängt der einstige Hessenpokalsieger (1952) morgen Nachmittag die drittplatzierte SG Eintracht Feldberg (Anstoß ist um 14.45 Uhr). Im August setzte es im Hinspiel eine 1:3-Niederlage für Oberursel. Eray Balkan erklärt im Interview mit TZ-Sportreporter Robin Kunze, was seiner Mannschaft derzeit noch fehlt, um auch in der A-Liga ganz oben anzugreifen.

Herr Balkan, als Aufsteiger liegt Ihre Mannschaft momentan nur vier Punkte hinter dem dritten Platz in der Kreisliga A Hochtaunus. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf?

ERAY BALKAN: Ehrlich gesagt, bin ich sehr zufrieden. Unsere Jungs setzen Woche für Woche das um, was wir ihnen vorgeben. Nur die Niederlagen gegen den FV Stierstadt II und die SG Oberhöchstadt, die ärgern mich. Gegen Oberhöchstadt haben wir geträumt und daher auch zu Recht verloren. Aber an der 1:4-Klatsche gegen die Stierstädter habe ich immer noch zu knabbern.

Neben der Partie gegen Oberhöchstadt ging auch das Hinspiel gegen die SG Eintracht Feldberg in die Binsen. Warum reicht es für Ihre Mannschaft derzeit noch nicht gegen die Spitzenteams der Liga?

BALKAN: Ich denke, dass wir eine saustarke Truppe haben, die, wenn alle fit sind, von der fußballerischen Qualität unter die ersten drei kommen kann. Teilweise haben wir aber noch sehr, sehr junge Spieler, die eben erst aus der B-Klasse gekommen sind und jetzt schon in der Kreisliga A oben mitspielen. Da ist der Druck vielleicht noch zu hoch, die Nervosität zu groß. Dann passieren Fehler, die uns in der B-Klasse nicht passiert sind. Aber die gestehe ich den Jungs auch zu, denn sie müssen daraus lernen dürfen.

Was glauben Sie: Kann sich das Team in der Restrunde noch so weit steigern, dass der zweite Aufstieg in Folge erreicht wird?

BALKAN: Ja, das denke ich schon. Aber die Frage ist, was danach passiert. In der KOL wäre es mit unserer jetzigen Mannschaft schwer. Vielleicht wäre es besser, noch ein Jahr A-Klasse zu spielen, um zu wachsen, statt in der Kreisoberliga von jedem Team eine Packung zu kassieren. Das Tolle ist, dass uns der Vorstand da keinen Druck macht.

Nach 15 Spielen stehen für Ihr Team drei Gelb-Rote und vier Rote Karten zu Buche. Haben Sie ein Disziplinproblem?

BALKAN: Unser Kader setzt sich zu 90 Prozent aus türkischstämmigen Spielern zusammen. Einige lassen sich noch immer viel zu leicht provozieren, obwohl wir Trainer immer wieder an sie appellieren. Wenn dann aber einer schon 28 oder 29 Jahre alt ist, dann wird es ganz schwer, dieses Verhalten aus seinem Kopf raus zu bekommen. Ich kenne das aber alles noch aus meiner eigenen Spielerlaufbahn. Man wird regelmäßig beleidigt, auch von den Zuschauern – und häufig auf rassistische Art und Weise. Natürlich ist es schwer, damit umzugehen und alles herunterzuschlucken – aber früher haben wir dann ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch über diese dummen Sprüche gelacht. Und wenn du ruhig bleibst und nach dem Schlusspfiff die drei Punkte mitnimmst, dann ist das für solche Menschen die größte Strafe.

Können Sie morgen gegen die SG Eintracht Feldberg die drei Punkte holen?

BALKAN: Ich muss sagen, dass die Eintracht eine wirklich starke Mannschaft hat. Bei unserer 1:3-Niederlage im Hinspiel haben wir allerdings auch zu viele Schwächen in der Defensive gezeigt. Vielleicht waren wir uns unserer Sache zu sicher, weil wir zuvor hoch gegen den FSV Friedrichsdorf II gewonnen hatten. Jetzt wissen wir aber, worum es morgen geht. Mit Ercan Ertem und Tufan Duroglu fehlen mir zwar meine zwei wichtigsten Mittelfeldspieler, dennoch werden wir zu Hause unser Spiel aufziehen. Wenn uns das gelingt, dann traue ich uns auch einen 2:1-Sieg zu.

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