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Point Guard Sasha Polishchuk (Falcons Bad Homburg)

Basketball, 2. Bundesliga

Einiges wird anders sein bei den Falcons der Homburger TG

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Die Zweitliga-Basketballerinnen aus Bad Homburg haben in der Saison 2019/20 ein neues US-Girl als Scorerin und wieder mehr Derbys, aber keinen Hauptsponsor mehr.

Wenn sich in gut einer Woche die Zweitliga-Basketballerinnen der Homburger TG zum Vorbereitungsauftakt auf die Saison einfinden, wird sich einiges geändert haben. Ein nicht unwesentliches Beispiel: Die „Falcons“ heißen jetzt nur noch „Falcons“ und tragen nicht mehr den Hauptsponsor im Namen. „Nach vier Jahren hat der Sponsor sich zurückgezogen“, erläutert Liz Rhein, die als Vorstandsmitglied der Basketball-Abteilung das Team managt. Das Unternehmen verfolge ein neues Konzept, man sei nicht im Bösen auseinandergegangen.

Das Budget für die Saison wurde erstmal gekürzt, da noch kein neuer Hauptsponsor gewonnen werden konnte. Kleinere Brötchen werde man nun backen, sagt Rhein, um aber gleich hinterherzuschießen, dass man guter Dinge sei, auch in der kommenden Runde erfolgreich zu sein. An Erfolge haben die Korbjägerinnen aus dem Feri-Sportpark sich gewöhnt. Nach dem Einzug in die Playoffs im zweiten und dritten Zweitliga-Jahr verpassten die Falcons diesen in ihrer vierten Saison im Unterhaus erst am letzten Spieltag – allerdings in einer anderen Umgebung, erstmals in der spielstärkeren und finanzstärkeren Nordgruppe. Dass sich die Damen aus dem recht mittig liegenden Taunus künftig wieder gen Süden orientieren dürfen, ist eine von gleich mehreren guten Nachrichten für die Anhänger des Basketball-Teams und die Mannschaft selbst. „Wir freuen uns, wieder in der Süd-Gruppe eingeteilt zu sein, dort haben wir mehr Derbys, mehr Zuschauer. Aus Berlin, Scheßel oder Chemnitz kam halt keiner mit“, sagt Liz Rhein.

Jetzt heißen die Gegner wieder Rhein-Main Baskets, SG Weiterstadt und ASC Mainz, auch Speyer, Würzburg, Bamberg und München sind alte Bekannte, während das Team gegen Ludwigsburg, Schwabach und Aufsteiger Saarlouis noch nicht gespielt hat. „Da werden die Coaches noch einige Stunden Videoanalyse betreiben müssen“, schmunzelt Rhein. Cheftrainer ist übrigens – wie sollte es anders sein – Jay Brown, der das Team vor neun Jahren in der Oberliga übernommen hat.

Eine wie „Steph“ Furr

Apropos Videoanalyse: Aufgrund ausgiebigen Studierens von Bewegtbildaufnahmen haben die Falcons sich entschieden, die US-Amerikanerin Quynne Huggins zu verpflichten. Die 22-jährige und ein 1,80 Meter große Absolventin der University of Texas Rio Grande ist athletisch, mit einem guten Distanzwurf ausgestattet und hat einen guten Zug zum Korb. Sie ist flexibel auf unterschiedlichen Positionen einsetzbar und damit ein ähnlicher Spielertyp wie Stephanie Furr.

Die Topscorerin wäre gerne noch in Bad Homburg geblieben, wo sie sich „sauwohl“ gefühlt habe und viele Kontakte knüpfen konnte, schildert Liz Rhein. „Allerdings lässt sie ihr vor zwei Jahren unterbrochener Studiengang in den USA die Basketballschuhe vorerst an den Nagel hängen. Sie muss das Studium jetzt fortsetzen, sonst verfallen alle bereits erarbeiteten Zertifikate sowie die teure Studiengebühr. „Wir werden Steph sehr vermissen,“ sagt Coach Jay Brown. Er muss auch ohne Centerspielerin Kristin Annawald (Medizinstudium) und Talent Anna Krentz (Sportstipendium in den USA) planen.

Dafür ist es der HTG gelungen, mehrere Säulen des eingespielten und harmonischen Teams zu halten. Point Guard Sasha Polishchuk (32), die ihr Masterstudium an der Frankfurter Goethe-Universität absolviert, soll weiterhin das Spiel der Falcons lenken und Isabel Gregor und Lejla Jugo als Mentorin zur Seite stehen. Die Talente haben schon einige Extra-Trainingseinheiten im Sommer hinter sich.

Die erfahrene Centerin Geri Georgieva geht mit den Falcons ebenfalls in ihre dritte Saison und wird sich erneut als Coach der Regionalliga um die Ausbildung des Nachwuchses kümmern. Zudem bleibt die spanische Führungsspielerin Nerea Garmendia dem Verein treu, genauso wie Sarah Kuschel, Leah McDermont und Jordis Wächter.

Zwei weitere Neuzugänge kündigte Liz Rhein zudem an. Wie war das noch mit den kleineren Brötchen? 15 Spielerinnen würden die Falcons nicht mehr im Zweitliga-Kader haben. Das macht aber nicht unbedingt etwas, andere Zweitligisten kommen mit acht bis zehn Basketballerinnen aus. Aber vielleicht klappt es ja auch noch mit dem Hauptsponsor. „Printprodukte und Trikots sind noch nicht bedruckt“, lächelt Liz Rhein, „der Zeitpunkt wäre jetzt günstig.“

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