Der neue Hessenliga-Klassenleiter Thorsten Bastian.
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Der neue Hessenliga-Klassenleiter Thorsten Bastian.

Fußball-Hessenliga

Einigkeit: Bloß keine Saison mit Hin- und Rückrunde

Wechsel in der Klassenleitung, Diskussionen um den Nicht-Aufstieg der SG Barockstadt und die Frage nach der neuen Saison – die Tagesordnung bei der Sitzung der Hessenliga-Vertreter im Sporthotel Grünberg hatte es in sich.

Erstmals führte sie Thorsten Bastian (Rockenberg) als Klassenleiter, der durch das Ausscheiden von Matthias Bausch (Hintermeilingen) inzwischen auch kommissarisch stellvertretender Verbandsfußballwart ist.

Mit einem Statement, das wohl alle hessischen Fußballer unterschrieben hätten, eröffnete Torsten Becker, stellvertretender Präsident des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV): „Wir wollen die neue Runde nicht am grünen Tisch, sondern auf dem grünen Rasen entscheiden.“

Bevor es in die Diskussion um das zukünftige Spielgeschehen ging, gingen Becker und Bastian auf die angespannte Lage um den Nicht-Aufstieg der SG Barockstadt ein, dessen Fans Transparente mit „Reuß = Lügner“ (gemeint war HFV-Präsident Stefan Reuß) und „Scheiß HFV“ am Tagungsort angebracht hatten. Becker und Bastian betonten, in die Entscheidung gegen den Aufstieg des Zusammenschlusses aus Fulda und Lehnerz, bei der laut Medienberichten der HFV das Zünglein an der Waage gewesen sei, nicht eingebunden gewesen zu sein, versprachen aber Transparenz.

Auch die Personalie Matthias Bausch, der eigentlich Nachfolger des scheidenden Verbandsfußballwarts Jürgen Radeck (Ortenberg) werden sollte, griff Bastian auf. Er lege großen Wert darauf, dass Matthias Bausch nicht aus dem Amt gedrängt worden sei, womit der HFV mitnichten mit dem Skandal-geschüttelten DFB vergleichbar sei. Er sagte: „Man hätte das Ganze sicher charmanter lösen können, aber das Problem lag in der Kommunikation der handelnden Personen – und nicht beim HFV.“

Fortan ging es um den Spielbetrieb in der hessischen Belétage. Das Stimmungsbild der Vereinsvertreter sollte als Richtschnur für die Sitzung des Verbandsspielausschusses am Samstagabend sowie am Sonntag dienen. Im Zentrum der Debatte standen drei Modi für die Ausgestaltung des Spielbetriebs in der – nach dem Abstieg des TSV Eintracht Stadtallendorf und des FC Bayern Alzenau – zukünftig 22 Mannschaften umfassenden Spielklasse. Fest steht bereits jetzt: Wie in ganz Hessen soll der Spielbetrieb spätestens am 15. August starten, um möglichst schnell die noch zu verabschiedende neue Regel, nach 50 Prozent aller geplanten Spiele eine Wertung via Quotientenregel vornehmen zu können, zu erfüllen. Letztes Spiel vor dem Winter wäre der 12. Dezember, Re-Start am ersten März-Wochenende. Schluss mit der Saison ist spätestens am 4. Juni, denn für die Zeit ab 8. Juni sind mögliche Aufstiegsspiele zur Regionalliga Südwest terminiert.

Modell 1 sieht eine Teilung der Spielklasse in je elf Mannschaften nach regionalen Gesichtspunkten mit Hin- und Rückspiel vor. Anschließend würde eine Aufstiegsrunde der besten fünf Teams beider Gruppe sowie eine Abstiegsrunde der anderen sechs Mannschaften folgen. Diese spielten dann aber nur gegen die Teams aus der jeweiligen anderen Vorrundengruppe, die Ergebnisse gegen die dann ehemaligen Mitglieder der eigenen Gruppe würden mitgenommen. Der Nachteil: Nicht jeder würde einmal gegen jeden spielen.

Modell 2 zwei ist eine reguläre Runde mit Hin- und Rückspiel aller Teams – also de facto 42 Spieltage. Ein „sehr ambitioniertes Programm“ (Bastian), bei dem mindestens neun komplette Spieltage unter der Woche absolviert werden müssten – Verlegungen nicht eingerechnet.

Model 3 beinhaltet eine Einfachrunde mit anschließender Auf- und Abstiegsrunde nach den Regularien von Modell eins. Hauptproblem hier ist eine gerechte Verteilung von Heim- und Auswärtsspielen – sowohl in der Einfach-, als auch in Auf- und Abstiegsrunde. Mit 33 Spieltagen wäre dies die kürzeste Saison im Vergleich zu Modell eins (34 Spieltage) und zwei (42 Spieltage).

Das anschließende Stimmungsbild zeigte vor allem eines: Keiner votierte für eine reguläre Saison. Zehn sprachen sich für eine Teilung, acht für eine Einfachrunde aus, vier waren unentschieden oder wollten sich intern besprechen. Dazu haben die Vereine nach Übersendung aller Unterlagen am Montag sieben Tage Zeit. Anschließend soll eine Entscheidung herbeigeführt werden, um möglichst bald Planungssicherheit zu haben. PHILIPP KESSLER

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