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Sebastién Haller (links) und Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt) beschäftigen SG-Keeper Jens Lendle.

125 Jahre TuS Mensfelden

Eintracht Frankfurt: "Nur" 9:0 - SGE gnädig in Mensfelden

Riesen-Hype auf dem Mensfelder Kopf: Die Fußballprofis der Frankfurter Eintracht lockten am Donnerstagabend mehr als 3000 Zuschauer zum Jubiläumsspiel anlässlich des 125-jährigen Bestehens des TuS Mensfelden an. Klar, dass das Ergebnis gegen den A-Ligisten SG Heringen/Mensfelden eher zweitrangig war.

Das Erlebnis, einmal gegen die Profis angetreten zu sein, nimmt den Akteuren der SG Heringen/Mensfelden niemand mehr. An diesen denkwürdigen Abend bei unfassbar tollem Ambiente wird der Verein noch lange zurückdenken. 125 Jahre TuS Mensfelden – herzlichen Glückwunsch zu dieser Veranstaltung! 

SG Heringen/Mensfelden – Eintracht Frankfurt 0:9 (0:5). Ob Mailand oder Mensfelden – ganz egal. Die Frankfurter Eintracht schwebt aktuell nicht nur auf einer Erfolgs-, sondern auch auf einer Sympathiewelle in ganz Deutschland. Das Gastspiel auf dem „Meko“ jedenfalls war sowohl für die Gastgeber, als auch für die Zuschauer ein Erlebnis. Der Platz, optisch eine Augenweide, aber dennoch recht hart, sorgte dafür, dass auch den gut bezahlten Profis ab und an mal der Ball versprang. 

Und dann war da ja noch die 10. Minute. Heringen/Mensfeldens Torschütze vom Dienst, Felix Schmid, wurde im Eintracht-Strafraum zu Fall gebracht, doch die Pfeife von Schiedsrichter Frederik Angermaier blieb stumm. Der Angreifer selbst sagte später mit einem Lächeln auf den Lippen: „Das war ein klares Foul, das hat mir sogar Frankfurts Torhüter Jan Zimmermann bestätigt.“ Auch wenn es den erhofften Strafstoß nicht gab, hatte Schmid eine Lobeshymne für seine Jungs parat: „Ich denke, dass wir es als Mannschaft super gemacht haben. Normalerweise sieht man die Gegenspieler nur im Fernsehen, das ist natürlich ein geiles Gefühl, plötzlich gegen sie zu kicken.“ 

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Rein sportlich betrachtet, ging der Plan der Hausherren, möglichst lange die „Null“ zu halten, nicht auf. Sebastian Rode köpfte bereits nach vier Minuten das 0:1, dem Branimir Hrgota nur wenig später den zweiten Treffer folgen ließ. Dann aber kamen nach und nach die ersten Highlights der Hünfeldener: Torhüter Jens Lendle durfte sich nach einem Schuss von Jean Patrice Kabuya erstmals auszeichnen (15.). Und sieh an: 120 Sekunden später kam die Mannschaft von Trainer Adrian Schenk sogar zum ersten Eckball.

Für Defensivakteur Sascha Seliger gab es weitere 60 Sekunden danach Grund zum Jubel: Erst hielt er in einem Sprintduell mit Branimir Hrgota mit, dann sorgte seine Grätsche für tosenden Applaus. Für zwei sehenswerte Treffer sorgte der Europa-League-Teilnehmer: Sebastian Rodes gut getimte Flanke wuchtete Branimir Hrgota zum 0:3 ein (21.), ehe Sebastién Haller (31.) im zweiten Versuch mit der Außenseite unter die Latte vollendete. 

Kurz zuvor hatte sich er einheimische Sascha Bremenkamp feiern lassen, als er für den ersten „gefährlichen“ Torabschluss der SGHM gesorgt hatte (30.). Kurz vor der Pause machte Branimir Hrgota sein drittes Tor zum 0:5-Halbzeitstand. Sebastién Haller eröffnete den Torreigen nach Wiederbeginn per Foulelfmeter – das Foulspiel war für Schiedsrichter Angermaier auch ohne den „Kölner Keller“ ersichtlich gewesen (55.). Der Unparteiische selbst war übrigens hoch erfreut über die Tatsache, ein solches Spiel leiten zu dürfen: „Ich habe mich natürlich über die Ansetzung gefreut, so etwas erlebt man nicht alle Tage. Solche Spiele sind zwar nicht wirklich anspruchsvoll, aber die Profis können schon ab und an mal stinkig werden, weil sie schlichtweg eine andere, härtere Zweikampfführung gewohnt sind.“ 

Heringen/Mensfelden kämpfte aufopferungsvoll um jeden Ball. Nach Hallers drittem Streich (65.) hätten die Hünfeldener beinahe für das Ehrentor gesorgt: Florian Gärtner tauchte nach langem Ball plötzlich vor dem eingewechselten Schlussmann Tobias Stirl auf, der nicht richtig klärte; das musste Jean Patrice Kabuya übernehmen (67.) – den Zuschauern lag der Torschrei schon auf den Lippen. Auf der anderen Seite hatte auch Ersatztorwart Andreas Zimmermann sein Highlight, als er gleich zweimal stark gegen Florian Zorn parierte (82., 88.). 

Zwischenzeitlich hatten Jabez Makana und Sahverdi Cetin für die Eintracht die Tore acht und neun besorgt (69., 85.), ehe Frederik Angermaier dem Schaulaufen der Profis ein Ende bereitete und die Partie abpfiff. Als Sieger durften sich an diesem Abend alle fühlen – vor allem die gastgebende SG Heringen/Mensfelden. 

Eintracht-Trainer Adi Hütter gab sich jovial: „Wir machen so etwas gerne und suchen die Nähe zu den Fans“. 

Heringen/Mensfelden: Jens Lendle, Sascha Seliger, Lukas Meister, Hendrik Schäfer, Daniel Fonzo, Dominik Doogs, Sascha Bremenkamp, Max Dalef, Felix Schmid, Adrian Schmidt, Marco Esposito (Andreas Zimmermann, Benjamin Hofmann, Andreas Müller, Alexander Bieker, Maximilian Gärtner, Sebastian Hohlwein, Arnold Kaufmann, Qendrim Morina, Giovanni Anzalone, Felix Czaika, Florian Gärtner, Tim Rischling, Loris Neeb) –Eintracht F rankfurt: Jan Zimmermann, Jonathan De Guzman, Sebastien Haller, Lucas Torro, Sebastian Rode, Marc Stendera, Jean Patrice Kabuya, Branimir Hrgota, Lucas Silva Melo, Laurin Stich, Danilo Oliveira (Tobias Stirl, Nils Stendera, Sahverdi Cetin, Mischa Häuser, Patrick Finger, Florian Zorn, Jabez Makanda) – SR: Frederik Angermaier (SV Oberselters) – Tore: 0:1 Sebastian Rode (4.), 0:2 (8.), 0:3 (21.) beide Branimir Hrgota, 0:4 Sebastién Haller (31.), 0:5 Branimir Hrgota (42.), 0:6 (55., FE), 0:7 (65.) beide Sebastién Haller, 0:8 Jabez Makanda (69.), 0:9 Sahverdi Cetin (85.) - Zuschauer: 3000.

VON PATRICK JAHN

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