1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport

Eintracht kann Abstiegsfrage beeinflussen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marion Morello

Kommentare

Das Hessenliga-Logo.
Das Hessenliga-Logo. © Hessischer Fußball-Verband

Die Zukunftspläne von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt und der angekündigte Rückzug von Hessenligist SC Hessen Dreieich haben Auswirkungen auf die Abstiegssituation in der laufenden Hessenliga-Saison.

Die Dreieicher verkündeten den Rückzug für den Fall, dass der Hessische Fußball-Verband (HFV) dem Antrag von Eintracht Frankfurt zustimmt und die neue U 23 des Bundesligisten für die Spielzeit 2022/23 in der Hessenliga eingliedert. Satzungstechnisch ist dies möglich. „Die erstinstanzliche Entscheidung fällt am Montag im Verbandsspielausschuss“, erklärt Hessenliga-Klassenleiter und Verbandsfußballwart Thorsten Bastian (Rockenberg).

Am Dienstagabend informierte Bastian die Hessenligisten über den Antrag. Zugeschaltet war auch Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche, der den Vereinsvertretern die Pläne seines Vereins erläuterte. Die Eintracht will die Heimspiele ihrer U 23 im Stadion in Dreieich austragen. Die Spielstätte am Nachwuchsleistungszentrum am Riederwald genügt den Anforderungen dafür nicht.

Tom Balser, der Sportchef des SV Zeilsheim, wird in seiner Funktion als Hessenliga-Sprecher ein Meinungsbild der Vereine einholen. Wobei eine Befürwortung des Frankfurter Antrags als wahrscheinlich gilt. Auch aus wirtschaftlicher Sicht. Heimspiele gegen die Zweitvertretung des in der Region zugkräftigen Bundesligisten versprechen stattliche Zuschauerkulissen. Dass die Hessenliga im Frankfurter Ansinnen nur die erste Station sein kann und kurzfristig der Aufstieg in die Regionalliga Südwest angestrebt wird, daran bestehen indes keine Zweifel. „Es stellt sich natürlich in solchen Fällen immer die Frage nach einer Verzerrung des Wettbewerbs. Eine zweite Mannschaft eines Bundesligisten kämpft nun mal mit anderen Waffen als ein normaler Hessenligist“, sagt Frank Feuerriegel, der Vorsitzende des FC Hanau 93. Dennoch befürwortet auch er den Antrag.

„Wir sehen das positiv, für uns wäre es eine tolle Erfahrung, gegen die zweite Mannschaft der Eintracht zu spielen“, verkündet Chris Sickmann, Sportchef des 1. FC Erlensee. Sein Club kooperiert im Jugendbereich bereits mit dem sportlichen Aushängeschild der Rhein-Main-Region.

Wie geht es bei Dreieich nach Rückzug weiter?

Geht der Antrag der Eintracht durch, so käme die Eintracht als 19. Team der kommenden Hessenliga-Saison dazu. Weiterer „Zuwachs“ droht durch Absteiger aus der Regionalliga Südwest (FC Gießen, FSV Frankfurt und Hessen Kassel sind abstiegsbedroht). Sollten wieder 20 oder mehr Teams in der neuen Hessenliga-Saison am Start sein, könnten erneut eine Ligateilung und eine verschärfte Abstiegssituation zum Tragen kommen. „In welchem Modus wir kommende Saison spielen, werden wir mit den Vereinen besprechen, sobald die genaue Zahl an Mannschaften feststehen wird“, sagt Thorsten Bastian.

Die weitere Entwicklung bleibt für die zwölf an der Abstiegsrunde teilnehmenden Mannschaften von größtem Interesse. Beim Rückzug des SC Hessen Dreieich könnte auch Platz sieben in der Abstiegsrunde den Klassenerhalt versprechen. Sprich, die Zahl der möglichen Absteiger könnte von sechs auf fünf sinken.

Und wie geht es beim SC Hessen Dreieich weiter? Selbst aus dem Präsidium will sich derzeit niemand offiziell zum Rückzug oder Zukunftsplänen äußern. Fakt ist, dass der SC Hessen über kein eigenes Vereinsgelände verfügt, sondern im Hahn-Air-Sportpark trainiert und spielt, der im Besitz der Dreieich Sportstätten Betriebs- & Marketing GmbH (DSBM-GmbH) ist, hinter der Sponsor Hans Nolte steht. „Wir haben keine normalen Strukturen“, verdeutlichte ein Präsidiumsmitglied die Abhängigkeit des Vereins vom Sponsor. Sechs Jugendmannschaften und das Hessenliga-Team trainieren derzeit im Sportpark. Ob die Kinder und Jugendlichen dort weiterhin ein Domizil haben werden, oder ob die Frankfurter Eintracht ab 1. Juli 2022 alleiniger Nutzer des Sportparks sein wird, liegt in den Händen von Nolte. Nachfragen über die Zukunft des Vereins bei Sportvorstand Patrick Ochs blieben zunächst unbeantwortet. fs/joko

Auch interessant

Kommentare